Legislaturindikator: Abgeschlossene Ausbildung der höheren Berufsbildung


Auszug aus dem Legislaturziel 6: Das duale Bildungssystem ist ein Schweizer Erfolgsmodell. Auf Basis der gemeinsamen bildungspolitischen Ziele von Bund und Kantonen für den Bildungsraum Schweiz setzt sich der Bundesrat gemeinsam mit den Kantonen für eine hohe Qualität und Durchlässigkeit des Bildungsraumes Schweiz ein. Der Bundesrat ist bestrebt, die Berufsbildung stark zu halten und weiterzuentwickeln, damit qualifizierter Nachwuchs ausreichend zur Verfügung steht und jungen Menschen eine gute Perspektive geboten wird.

Bedeutung des Indikators: Auf Tertiärstufe wird zwischen Abschlüssen an Hochschulen (universitäre Hochschulen, Fachhochschulen, pädagogische Hochschulen) und Abschlüssen im Rahmen der höheren Berufsbildung (eidgenössische Berufs- und höhere Fachprüfungen sowie Bildungsgänge an höheren Fachschulen) unterschieden. Die höhere Berufsbildung baut auf der beruflichen Erfahrung auf und kombiniert Unterricht und Berufspraxis miteinander. Sie zeichnet sich durch einen starken Arbeitsmarktbezug aus, ermöglicht eine Spezialisierung und Vertiefung des Fachwissens sowie die Erlangung von Qualifikationen im Bereich der Unternehmensführung.
Der Indikator zeigt den Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit einem höheren Berufsbildungsabschluss oder einem Doppelabschluss (höhere Berufsbildung und Hochschule) am Total der gleichaltrigen ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz.

Quantifizierbares Ziel: Im hochstehenden und durchlässigen Bildungssystem wird die Berufsbildung als wichtiger Pfeiler für die Förderung des qualifizierten Nachwuchses gestärkt, und die Jugendarbeitslosigkeit bleibt im internationalen Vergleich tief.

Kommentar

Der Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit einem Abschluss der höheren Berufsbildung in der gleichaltrigen Wohnbevölkerung lag 2017 bei 16,1% und damit leicht unter dem Niveau von 2010. Im Vergleich dazu verfügten 39,8% der Personen derselben Altersgruppe 2017 über einen Abschluss einer Hochschule. In beiden Anteilen sind diejenigen Personen, die über einen Doppelabschluss verfügen, enthalten (2017: 2,5%).

Wird die Wohnbevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren betrachtet, so verfügten 14,8% der Bevölkerung 2017 über einen Abschluss der höheren Berufsbildung als höchsten Bildungsabschluss. 27,8% derselben Altersgruppe besassen einen Hochschulabschluss. Der Anteil der Personen mit einem Tertiärabschluss hat im Laufe der vergangenen Jahre insgesamt zugenommen.

2017 wurden gut 26 500 Abschlüsse der höheren Berufsbildung erlangt, davon 14 450 eidgenössische Fachausweise nach Berufsprüfungen, 8750 Diplome von höheren Fachschulen und 2950 eidgenössische Diplome nach höheren Fachprüfungen. Bei den restlichen 350 Abschlüssen handelte es sich um Abschlüsse von nicht auf Bundesebene reglementierten höheren Berufsbildungen. Die Anzahl der vom Bund reglementierten Abschlüsse der höheren Berufsbildung nahm seit 2010 zu, während die nicht auf Bundesebene geregelten Abschlüsse abnahmen.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator misst den Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit mindestens einem höheren Berufsbildungsabschluss am Total der gleichaltrigen ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz.

Folgende Kategorien werden in der Analyse unterschieden: 

  • Personen, die über einen Abschluss der höheren Berufsbildung verfügen;
  • Personen, die sowohl über einen Abschluss der höheren Berufsbildung als auch über einen Hochschulabschluss (universitäre Hochschule, Fachhochschule oder pädagogische Hochschule) verfügen.

Die abgeschlossenen Ausbildungen der höheren Berufsbildung werden vom Bundesamt für Statistik (BFS) jährlich im Rahmen der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) erhoben. 2010 wurde die SAKE einigen Änderungen unterworfen, die zu einem Bruch in der Zeitreihe führten (Einführung der kontinuierlichen Erhebung und Überarbeitung des Fragebogens). Aufgrund fehlender Vergleichbarkeit werden die Daten bis 2009 daher in der Grafik des Indikators nicht abgebildet.

Definitionen

Höhere Berufsbildung
Die Ausbildung auf der Tertiärstufe B setzt eine abgeschlossene, mehrjährige Berufsbildung auf der Sekundarstufe II oder eine vergleichbare Vorbildung voraus. Die Ausbildungsgänge sind berufsorientiert, umfassen mehrere Fächer und dauern mindestens ein Jahr. Die höhere Berufsbildung umfasst die eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen sowie Bildungsgänge an höheren Fachschulen. Inhaberinnen und Inhaber eines Abschlusses der höheren Berufsbildung (Diplom HF, eidg. Fachausweis oder Diplom) sind befähigt, Fach- oder Führungsverantwortung auf mittlerer Kaderstufe zu übernehmen. Die Ausbildungen weisen einen starken Praxisbezug auf.
Siehe: Bundesgesetz über die Berufsbildung vom 13. Dezember 2002, 412.10, Kap. 3
Bundesgesetz über die Berufsbildung

Tertiärstufe
Auf der Tertiärstufe wird zwischen der höheren Berufsbildung und der Hochschulausbildung unterschieden. Im Bereich der höheren Berufsbildung besteht eine Vielfalt von Ausbildungswegen. Sie bereiten auf rund 460 Abschlüsse vor. Von Bund oder Kantonen anerkannte Abschlüsse sind: Fachausweise der eidgenössischen Berufsprüfungen und Diplome von höheren Fachprüfungen und höheren Fachschulen. Sie setzen eine abgeschlossene Ausbildung auf der Sekundarstufe II und für die Berufs- und höheren Fachprüfungen auch einige Jahre Berufspraxis voraus.
Der Hochschulbereich umfasst die universitären Hochschulen (d.h. die kantonalen Universitäten und die Eidgenössischen Technischen Hochschulen), die Fachhochschulen, die pädagogischen Hochschulen sowie weitere ganz oder teilweise öffentlich finanzierte Institutionen des Hochschulbereichs (z.B. das Eidg. Hochschulinstitut für Berufsbildung oder das Institut Kurt Bösch). Die Ausbildungen werden mit einem Diplom, Bachelor, Master oder Doktorat (nur an universitären Hochschulen) abgeschlossen.

Quellen

Erhebung

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/indikatoren/ausbildung-hoehere-berufsbildung.html