Legislaturindikator: Ackerfläche und Fläche mit Dauerkulturen


Auszug aus dem Legislaturziel 16Durch das kontinuierliche Bevölkerungswachstum und die zunehmende Raumbeanspruchung pro Kopf ist die Nachfrage nach Siedlungs- und Verkehrsinfrastruktur in der Schweiz stark angestiegen. Das führt zu einer hohen Beanspruchung von Boden und natürlichen Ressourcen wie Wasser, Luft, Wald sowie erneuerbaren und nicht erneuerbaren Rohstoffen. Ihre Nutzung soll deshalb schonender werden. Zudem muss die Nachhaltigkeit im Energiesektor und in der Land- und Ernährungswirtschaft sichergestellt werden. Da der zur Verfügung stehende Boden limitiert ist, gilt es, bestehende Siedlungsgebiete zu verdichten und ausserhalb von Siedlungen natürliches Kulturland zu erhalten.

Bedeutung des Indikators: Der Boden ist für Menschen, Tiere und Pflanzen unverzichtbare Lebensgrundlage und eine begrenzte, nicht erneuerbare Ressource. Besonders in einem flächenmässig kleinen Land wie der Schweiz, wo die nutzbaren Böden aufgrund der topografischen Bedingungen knapp sind, ist ein nachhaltiger Umgang mit der Ressource Boden unerlässlich. Dies gilt auch für die Landwirtschaftsflächen, die eine wesentliche Voraussetzung für die sichere Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln sind.
Der Indikator weist die Ackerfläche und die Fläche mit Dauerkulturen in Tausend Hektaren aus. Diese Flächen werden von der Landwirtschaft zum Beispiel für den Anbau von Getreide, Gemüse, Obst oder Reben benutzt.

Quantifizierbares ZielDie Ackerfläche und die Fläche mit Dauerkulturen stabilisieren sich auf dem Mittelwert von 2011–2015 (425 078 ha*).

* korrigierter Wert

Kommentar

Die Acker- und die Dauerkulturflächen haben sich von 443 674 Hektaren im Jahr 1996 auf 422 844 Hektaren im Jahr 2019 verringert, was einem Rückgang von 4,7% entspricht. Die Ackerfläche allein hat in der gleichen Zeitspanne um rund 5,1% abgenommen. 2019 betrug sie 398 794 Hektaren, davon dienten 68% als offene Ackerfläche und 32% als Kunstwiesen. Auf mehr als der Hälfte des offenen Ackerlandes wurde Getreide (141 445 Hektaren) angebaut, hauptsächlich Weizen.

Dauerkulturen wie zum Beispiel Reben oder Obst wurden 2019 auf einer Fläche von 24 049 Hektaren angebaut. Im Vergleich zu 1996 hat die Fläche der Dauerkulturen um rund 3% zugenommen. 2019 wurden auf 56% der Fläche Reben angebaut, auf 29% Obstanlagen und auf 15% übrige Dauerkulturen wie zum Beispiel Christbäume, Baumschul- und Zierpflanzen.

2019 machten die Ackerflächen und die Dauerkulturen 40,5% der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von rund 1,04 Millionen Hektaren aus. Diese hat sich seit 1996 um 3,6% verkleinert.

Rückgänge der Landwirtschaftsflächen sind mehrheitlich eine Folge der Ausdehnung der Siedlungsflächen. Zwischen 1985 und 2009 wurden zwei Drittel der verschwundenen Landwirtschaftsflächen (gemäss Arealstatistik) zu Siedlungsflächen umgewandelt. Dieser Vorgang war besonders ausgeprägt im Mittelland. Auch an der Alpennordflanke und in den westlichen Zentralalpen (Wallis) war der Verlust an Landwirtschaftsflächen in erster Linie eine Folge des Siedlungsflächenwachstums. Einzig in den östlichen Zentralalpen und an der Alpensüdflanke waren es mehrheitlich bestockte Flächen, die an die Stelle von Landwirtschaftsflächen traten.


Tabellen

Methodologie

Die Ackerfläche und die Fläche mit Dauerkulturen werden in Tausend Hektaren ausgewiesen.

Als Ackerfläche gilt die Fläche, welche in eine Fruchtfolge einbezogen ist. Sie setzt sich aus der offenen Ackerfläche und den Kunstwiesen zusammen. Als offene Ackerfläche gilt die Fläche, auf der einjährige Acker-, Gemüse- und Beerenkulturen sowie einjährige Gewürz- und Medizinalpflanzen angebaut werden. Buntbrachen und Rotationsbrachen gehören ebenfalls zur offenen Ackerfläche. Kunstwiesen sind angesäte Wiesen, die innerhalb einer Fruchtfolge während mindestens einer Vegetationsperiode bewirtschaftet werden.

Dauerkulturen sind Kulturen, die mehrere Vegetationsperioden überdauern. Dazu gehören Reben, Obstanlagen, mehrjährige Beeren- und Gemüsekulturen, Hopfen, mehrjährige Gewürz- und Medizinalpflanzen, gärtnerische Freilandkulturen wie Baumschulen und Forstgärten, gepflegte Selven von Edelkastanien und Nussbäume, sowie mehrjährige Kulturen wie Christbäume und Chinaschilf.

Die Ackerfläche und die Dauerkulturen werden im Rahmen der Landwirtschaftlichen Strukturerhebung erfasst. Diese wird jährlich vom Bundesamt für Statistik (BFS) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und den kantonalen Landwirtschaftsämtern durchgeführt.

Definitionen

Quellen

Erhebung

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/indikatoren/ackerflaeche-dauerkulturen.html