Legislaturindikator: Digitale Abwicklung von Behördengeschäften


Auszug aus dem Legislaturziel 2: Der Bundesrat will die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um die Effizienz und die Qualität der öffentlichen Dienste zu stärken. Dazu werden im Rahmen von «E-Government» behördliche Leistungen möglichst elektronisch bereitgestellt, sodass sie ohne besondere Kenntnisse von Zuständigkeiten und ohne technisches Spezialwissen genutzt werden können.

Bedeutung des Indikators:
Die Digitalisierung prägt heute den Alltag, vom Privatleben über die Wirtschaft bis hin zum Staat. Insbesondere in den letzten zwei Bereichen lassen sich durch die Digitalisierung von Prozessen Effizienzgewinne realisieren. Optimierungen der Verwaltungstätigkeit tragen zur Stärkung der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Schweiz bei, sofern die administrative Belastung der Unternehmen dadurch gesenkt werden kann. Dafür ist nicht nur das Angebot digitaler Dienstleistungen von Bedeutung, sondern auch die effektive Nutzung dieser Dienstleistungen.
Der Indikator zeigt den Anteil der befragten Unternehmen, die angeben, ungefähr die Hälfte oder einen grösseren Anteil der Behördendienstleistungen digital abzuwickeln.

Quantifizierbares ZielIm Bereich E-Government nimmt die Nutzung der angebotenen Leistungen zu.

Kommentar

Der Anteil der befragten Unternehmen, die gemäss eigenen Angaben ungefähr die Hälfte oder einen grösseren Anteil der Behördendienstleistung online abwickeln, lag 2018 bei 73% (2017: 68%). Ein Fünftel der Befragten gab dabei an, ihr Unternehmen wickle keine Dienstleistungen digital ab.
Zu den Behördendienstleistungen, die von Unternehmen am häufigsten digital abgewickelt werden, gehören die Teilnahme an statistischen Umfragen, die Beantragung einer Fristverlängerung für die Einreichung der Steuererklärung bzw. das Ausfüllen derselben sowie die Meldung von Adressänderungen an die Behörden.

Im Jahr 2018 gaben 63% der befragten Personen aus der Bevölkerung an, etwa die Hälfte oder einen grösseren Anteil der Behördendienstleistungen online abgewickelt zu haben. Damit liegt dieser Wert auf einem ähnlichen Niveau wie bei der Befragung 2017 (64%). Am häufigsten nimmt die Bevölkerung digital angebotene Leistungen zur Steuererklärung sowie die Zahlungen von Rechnungen an die Behörden in Anspruch.

Die digitale Abwicklung von Behördendienstleistungen verläuft nicht ganz ohne Hindernisse. So identifizierte 2018 rund ein Viertel der befragten Personen erschwerende Faktoren bei der Nutzung der digital angebotenen Behördendienstleistungen. Bei der Hälfte dieser Personen mangelt es an Vertrauen in Datenschutz und Datensicherheit.

Trotz der einschränkenden Faktoren sind die Mehrheit der befragten Personen und Unternehmen generell eher zufrieden mit dem E-Government-Angebot der Behörden in der Schweiz. 2018 zeigten sich 61% der befragten Personen aus der Bevölkerung eher zufrieden mit den digital angebotenen Behördendienstleistungen, 5% der Befragten waren äusserst zufrieden. Von den befragten Unternehmen waren 69% eher und 4% äusserst zufrieden.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der befragten Unternehmen, die angeben, ungefähr die Hälfte oder einen grösseren Anteil aller in Anspruch genommenen Behördendienstleistungen digital abgewickelt zu haben.

Die Daten stammen aus der nationalen E-Government-Studie, die jeweils im Auftrag von der Geschäftsstelle E-Government Schweiz und dem SECO durchgeführt wird. Der vom Indikator abgebildete Anteil zeigt die Summe der Antwortmöglichkeiten «ca. die Hälfte», «fast alle», «alle» auf folgende Frage: Wie viele der Dienstleistungen von Behörden, welche Ihr Unternehmen in Anspruch nimmt, werden online erledigt/abgewickelt?

Als Grundgesamtheit für die Befragung dienen die in der Schweiz ansässigen und aktiven Unternehmen des 2. und 3. Sektors gemäss dem Betriebs- und Unternehmensregister (BUR) des BFS. Daraus zieht das BFS eine Stichprobe von Unternehmen. Die Grösse der Stichprobe beträgt jeweils n = 4000 Unternehmen. Die Netto-Ausschöpfungsquote lag 2017 bei 38,3%, 2018 bei 34,8%. Das entspricht 1479 realisierten Interviews für das Referenzjahr 2017 und 1331 realisierten Interviews für das Referenzjahr 2018. Der Indikator bildet nur Unternehmen ab, die Behördendienstleistungen in Anspruch nehmen (2017: 1354; 2018: 1226).

Die Ziehung der Stichprobe erfolgt disproportional, da vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Fokus der Studie stehen und um Vergleiche zwischen Sprachregionen und verschiedenen Grössenkategorien von Unternehmen zu ermöglichen. Diese Stichprobe wurde durch eine Gewichtung basierend auf der Verteilung der Unternehmen innerhalb der Grundgesamtheit korrigiert, um repräsentative Aussagen über die Grundgesamtheit machen zu können. Antwortausfälle werden dabei nicht systematisch analysiert.
Die Befragung erfolgt online und telefonisch (Mixed-Mode CAWI und CATI), wobei der Anteil der Online-Befragungen überwiegt.  

Die bisherigen nationalen E-Government-Studien beziehen sich auf die Referenzjahre 2017 und 2018, die nächste Studie ist für das Referenzjahr 2021 geplant.

Definitionen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/indikatoren/digitale-behordengeschafte.html