Legislaturindikator: Abschlussquote auf der Sekundarstufe II


Auszug aus dem Legislaturziel 5Die Schweiz hat sich durch ihre führende Stellung in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation (BFI) international einen Namen als wettbewerbsfähiger Denk- und Werkplatz gemacht. Das Ziel des Bundesrates ist es, diesen Spitzenplatz auch vor dem Hintergrund eines zunehmenden internationalen Konkurrenzdrucks und schnelllebiger Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung zu erhalten. […] Zum Erhalt des Wettbewerbsvorteils im Bereich Bildung betrachtet der Bundesrat die Pflege und Weiterentwicklung des dualen Bildungssystems als wichtigen Erfolgsfaktor. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, soll das Bildungssystem dynamischer und stärker auf die Anforderungen des Marktes ausgerichtet werden.

Bedeutung des Indikators: Nach der obligatorischen Schule treten die meisten Jugendlichen in die Sekundarstufe II über. Eine abgeschlossene Ausbildung auf der Sekundarstufe II öffnet nicht nur den Zugang zur nächsten Bildungsstufe, sondern bereitet junge Erwachsene ebenfalls darauf vor, als qualifizierte Arbeitskräfte in den Arbeitsmarkt einzutreten. Die Sekundarstufe II lässt sich in berufsbildende (berufliche Grundbildung) und in allgemeinbildende Ausbildungsgänge (gymnasiale Maturitätsschulen und Fachmittelschulen) unterteilen.
Der Indikator zeigt den Anteil der aus der obligatorischen Schule ausgetretenen jungen Erwachsenen im Alter bis 25 Jahre, die im Referenzjahr in der Schweiz einen Erstabschluss auf der Sekundarstufe II erworben haben im Verhältnis zur gleichaltrigen Referenzbevölkerung.

Quantifizierbares Ziel: Im hochstehenden und durchlässigen Bildungssystem werden Berufs- und Allgemeinbildung als wichtige Pfeiler für die Förderung des qualifizierten Nachwuchses gestärkt. Die Abschlussquote auf der Sekundarstufe II erhöht sich, die Jugendarbeitslosigkeit bleibt im internationalen Vergleich tief.

Kommentar

Die Abschlussquote auf der Sekundarstufe II betrug 2019 90,9% der Bevölkerung im entsprechenden Alter (bis 25 Jahre). Diese Quote lag bei den Frauen etwas höher als bei den Männern. Zur Sekundarstufe II zählen Abschlüsse von Berufs- wie auch Allgemeinbildung. Während Männer häufiger über einen Abschluss der beruflichen Grundbildung verfügen, erlangen Frauen häufiger einen allgemeinbildenden Abschluss.

Der Erwerb eines Abschlusses auf der Sekundarstufe II trägt massgeblich zur Risikominimierung auf dem Arbeitsmarkt bei. Personen, die über keine nachobligatorische Ausbildung verfügen, haben auf dem Arbeitsmarkt eingeschränkte Perspektiven. Von der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren wiesen 2020 10,7% lediglich einen Abschluss der obligatorischen Schule als höchsten Bildungsabschluss aus. Dieser Wert ist in den letzten 10 Jahren gesunken.

Ein Abschluss auf der Sekundarstufe II ermöglicht den Übergang zur Tertiärstufe. Von den Personen, die 2014 einen Abschluss auf der Sekundarstufe II erlangten, haben 49,3% innerhalb von fünf Jahren eine Ausbildung auf Tertiärstufe begonnen. Personen mit einem allgemeinbildenden Abschluss (gymnasiale Maturität, Fachmittelschulausweis) haben dabei fast dreimal häufiger eine Tertiärausbildung begonnen als Personen mit einem Abschluss der beruflichen Grundbildung (eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, eidgenössisches Berufsattest, Berufsmaturität).


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der aus der obligatorischen Schule ausgetretenen Bevölkerung im Alter bis 25 Jahre, der im Referenzjahr in der Schweiz als Erstabschluss auf der Sekundarstufe II ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ), ein Eidgenössisches Berufsattest (EBA), eine gymnasiale Maturität oder einen Fachmittelschulausweis erworben hat. Ebenfalls berücksichtigt werden Abschlüsse der internationalen Schulen in der Schweiz gemäss Statistik der Bildungsabschlüsse (SBA).

Der Indikator wird als Nettoquote berechnet, indem die Anteile der zertifizierten Personen eines bestimmten Alters im Verhältnis zur Referenzbevölkerung desselben Alters über sämtliche betroffenen Alterskohorten kumuliert werden. Für eine bessere Stabilität der Ergebnisse wird ein gleitender Dreijahresdurchschnitt berechnet. Die Quote für das Jahr X entspricht folglich dem Durchschnitt der für die Jahre X-1, X und X+1 erhaltenen Werte.

Die Referenzbevölkerung besteht aus allen Personen, die im Alter des Beendens der obligatorischen Schule in der Schweiz wohnten. Ausgenommen sind Grenzgängerinnen und Grenzgänger sowie Personen, die im Zuge der jüngsten Zuwanderung nach beendeter obligatorischer Schulzeit in die Schweiz gekommen sind. Jugendliche, die das Land vor dem Erwerb eines Abschlusses auf der Sekundarstufe II verlassen haben, werden ebenfalls nicht berücksichtigt.

Die Anlehre, die Vorlehre und Übergangsausbildungen werden in der Berechnung nicht berücksichtigt. Die Berufsmaturität und die Fachmaturität werden ebenfalls nicht in die Berechnung aufgenommen, da es sich um Zweit- oder Doppelabschlüsse handelt.

Die Quote der Erstabschlüsse auf der Sekundarstufe II wird vom Bundesamt für Statistik (BFS) jährlich im Rahmen des Projektes Längsschnittanalysen im Bildungsbereich (LABB) veröffentlicht. Die Angaben zur Referenzpopulation stammen aus der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP).

Definitionen

Quellen

Erhebungen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/indikatoren/abschlussquote-sek-ii.html