Legislaturindikator: Endenergieverbrauch pro Kopf


Auszug aus dem Legislaturziel 16Durch das kontinuierliche Bevölkerungswachstum und die zunehmende Raumbeanspruchung pro Kopf ist die Nachfrage nach Siedlungs- und Verkehrsinfrastruktur in der Schweiz stark angestiegen. Das führt zu einer hohen Beanspruchung von Boden und natürlichen Ressourcen wie Wasser, Luft, Wald sowie erneuerbaren und nicht erneuerbaren Rohstoffen. Ihre Nutzung soll deshalb schonender werden. Zudem muss die Nachhaltigkeit im Energiesektor und in der Land- und Ernährungswirtschaft sichergestellt werden.

Bedeutung des Indikators: Die Deckung des Energiebedarfs ist an die Nutzung natürlicher Ressourcen gebunden und kann sich daher negativ auf die Umwelt auswirken. Der Endenergieverbrauch wird kurzfristig durch Witterung und Konjunkturlage beeinflusst, längerfristig sind insbesondere Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung sowie technologische und politische Rahmenbedingungen wichtige Einflussfaktoren.
Der Indikator zeigt den durchschnittlichen Energieverbrauch der Schweiz pro Person. Der Endenergieverbrauch beinhaltet dabei die Verbrauchergruppen Haushalte, Industrie, Dienstleistungen und Verkehr.

Quantifizierbares Ziel: Beim durchschnittlichen Energieverbrauch pro Person und Jahr ist gegenüber dem Stand im Jahr 2000 eine Senkung um 43 Prozent bis zum Jahr 2035 anzustreben.

Kommentar

Im Jahr 2019 betrug der Energieverbrauch der Schweizer Bevölkerung gemäss Abgrenzung der Energieperspektiven (vgl. Hinweis unten) 87,1 Gigajoule pro Person. Der Endenergieverbrauch pro Person ist seit 1990 tendenziell rückläufig. Diese Abnahme folgt daraus, dass die Bevölkerung zwischen 1990 und 2019 um 27,8% gewachsen ist, während der Energieverbrauch im gleichen Zeitraum um 0,2% abgenommen hat. Die jährlichen Schwankungen des Endenergieverbrauchs im zeitlichen Verlauf sind hauptsächlich auf die Witterung zurückzuführen.

In absoluten Zahlen belief sich der Endenergieverbrauch der Schweiz gemäss Gesamtenergiestatistik (vgl. Hinweis unten) im Jahr 2019 auf 834 210 Terajoule. Seiner Entwicklung liegen verbrauchssteigernde Effekte wie beispielsweise Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum zugrunde, gleichzeitig wird er unter anderem durch verbrauchsmildernde technologische Entwicklungen und politische Massnahmen beeinflusst.

Diese Faktoren wirken sich auch auf die Energieintensität der Schweizer Wirtschaft, ausgedrückt durch das Verhältnis von Endenergieverbrauch zu Wirtschaftsleistung, aus. Die Energieintensität hat seit 1990 um 35% abgenommen: Damals wurden für einen Franken des Bruttoinlandprodukts 1,8 Megajoule an Endenergie benötigt, 2019 waren es noch 1,1 Megajoule pro Franken. Die Wirtschaft ist also stärker gewachsen als der Endenergieverbrauch. Die Entwicklung der Energieintensität wird auch durch strukturelle Veränderungen der Wirtschaft beeinflusst.

Die Verbrennung fossiler Treib- und Brennstoffe ist mit Schadstoff- und Treibhausgasemissionen verbunden. Zur Eindämmung dieser ökologischen Auswirkungen des Energiekonsums können erneuerbare Energien beitragen: Ihr Anteil am Endenergieverbrauch ist seit 1990 angestiegen und betrug im Jahr 2019 24,1%. Zu den erneuerbaren Energien gehören die Energieträger Wasserkraft, Holz, Wind, Sonne, Biotreibstoffe, Biogas, Umweltwärme sowie erneuerbare Anteile aus Abfällen und Abwasser.

Hinweis: Gemäss Abgrenzung der Energieperspektiven, welche Basis für die Richtwerte im Energiegesetz bilden, werden vom Endenergieverbrauch die statistische Differenz inklusive Landwirtschaft, der internationale Flugverkehr sowie der Gasverbrauch für den Betrieb der Kompressoren der Transitleitung für Erdgas abgezogen. In der Gesamtenergiestatistik sind diese Komponenten hingegen enthalten.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den jährlichen Verbrauch an Endenergie pro Person der mittleren ständigen Wohnbevölkerung gemäss Abgrenzung der Energieperspektiven. Der Endenergieverbrauch ist die Energiemenge, welche die Energielieferanten an die Energiekonsumenten liefern, oder welche Energiekonsumenten direkt der Natur für ihren Eigenbedarf entnehmen oder erzeugen (umwandeln).

Die Daten zum Endenergieverbrauch stammen aus der Gesamtenergiestatistik des Bundesamtes für Energie (BFE). Für die Berechnung des Indikators werden vom Endenergieverbrauch die statistische Differenz inkl. Landwirtschaft, der Gasverbrauch für den Betrieb der Kompressoren der Transitleitung für Erdgas und unter Verwendung des Treibhausgasinventars des BAFU der internationale Flugverkehr abgezogen. Damit folgt der Indikator derselben Abgrenzung wie die im Energiegesetz formulierten Richtwerte.

Für die mittlere ständige Wohnbevölkerung werden die Daten der Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes (ESPOP bis 2009) sowie jene der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP ab 2010) des Bundesamts für Statistik (BFS) verwendet.

Die Daten zum Bruttoinlandprodukt für die Berechnung der Energieintensität stammen aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.

Für die Betrachtung des absoluten Endenergieverbrauchs sowie für die Berechnung der Energieintensität und des Anteils erneuerbarer Energien folgt die Abgrenzung des Endenergieverbrauchs der Gesamtenergiestatistik des BFE: Die statistische Differenz inkl. Landwirtschaft, der internationale Flugverkehr sowie der Gasverbrauch für den Betrieb der Kompressoren der Transitleitung für Erdgas sind darin enthalten.

Definitionen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/indikatoren/endenergieverbrauch.html