Legislaturindikator: Energieabhängigkeit vom Ausland


Auszug aus dem Legislaturziel 16Zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens treibt der Bundesrat Massnahmen zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 voran: Einerseits muss die Energieeffizienz in Gebäuden, bei Geräten und im Verkehr erhöht werden, andererseits sollen erneuerbare Energieträger ausgebaut werden.

Bedeutung des Indikators: Die Primärenergieträger aus inländischer Gewinnung in der Schweiz sind weitgehend erneuerbar. Diese zunehmende Produktion erneuerbarer Energien und der gleichzeitig sinkende Einfuhrüberschuss an – mehrheitlich nicht erneuerbaren – Energieträgern und Kernbrennstoffen stehen im Einklang mit der Energie- und Klimapolitik. So verringert sich die Energieabhängigkeit, die die Binnenwirtschaft verwundbar macht, insbesondere im Zuge von internationalen Krisen.
Der Indikator zeigt die Bruttoenergieimporte (Einfuhrüberschuss an Energieträgern und Kernbrennstoffen) sowie die in der Schweiz produzierte Energiemenge.

Quantifizierbares ZielDie Energieabhängigkeit vom Ausland reduziert sich.

Kommentar

Die inländische Energiegewinnung aus Primärenergieträgern hat seit den 1980er-Jahren tendenziell zugenommen. Der Importsaldo und die importierten Kernbrennstoffe sind dagegen seit Mitte der 2000er-Jahre eher zurückgegangen. Die Energieabhängigkeit der Schweiz vom Ausland (Anteil des Importsaldos und der Kernbrennstoffe an der Gesamtversorgung) bewegte sich zwischen 1980 und 2006 um 80%. Seither ist ein Abwärtstrend zu beobachten. 2020 hing die Schweiz für die Energieversorgung zu 72% vom Ausland ab.

Massgebend für die Energieabhängigkeit vom Ausland sind zudem die Art und Herkunft der importierten Energieträger sowie die Sicherheit und Vielfalt der Versorgung und der Beschaffungskanäle. 2020 war die Energieabhängigkeit der Schweiz zu 66% auf fossile Energieträger (Rohöl, Erdölprodukte und Gas) und zu 34% auf Kernbrennstoffe zurückzuführen. Die Schweiz produziert in der Regel mehr Strom als sie verbraucht (positiver jährlicher Exportsaldo). Im Winter importiert sie jedoch praktisch ausnahmslos Strom.

2020 importierte die Schweiz 9 137 711 Tonnen Erdölprodukte. 2 815 492 Tonnen davon waren Rohöl, das mehrheitlich aus Nigeria (40,5%), den USA (35,2%) und Libyen (12,1%) stammte. Die anderen Erdölprodukte (Endprodukte) wurden fast ausschliesslich aus Raffinerien in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Italien bezogen.

Die Schweiz importiert Erdölprodukte mit verschiedenen Transportmitteln. 2019 gelangten sie zu 35% via Pipeline, zu 32% auf der Schiene, zu 26% mit Rheinschiffen und zu 7% auf der Strasse in die Schweiz. Rohöl wird ebenso wie Gas ausschliesslich via Pipeline eingeführt.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Bruttomenge an importierter Energie (Importsaldo von Energieträgern und Kernbrennstoffen) sowie die in der Schweiz produzierte Energiemenge.

Der Importsaldo ist die Differenz zwischen den Importen und den Exporten von Energieträgern ohne die Kernbrennstoffe. Letztere werden separat betrachtet, da vom Import bis zur Verwendung in einem Atomkraftwerk relativ viel Zeit verstreichen kann. Die aus Kernbrennstoff produzierte Bruttoenergie in Form von Wärme wird anhand der Stromproduktion der Atomkraftwerke berechnet. Dabei wird ein Wirkungsgrad von 33% vorausgesetzt und die genutzte Fernwärme berücksichtigt.

Die Daten stammen aus der Gesamtenergiestatistik. Diese Synthesestatistik stützt sich auf mehrere Erhebungen zu Energieproduktion und -verbrauch und wird vom Bundesamt für Energie (BFE) erstellt.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/indikatoren/energieabhaengigkeit-vom-ausland.html