Verfügbares Äquivalenzeinkommen

Einkommen ist ein wichtiger Indikator für die materielle Wohlfahrt. Es ermöglicht bzw. erleichtert den Zugang zu vielen Dimensionen der Wohlfahrt (z.B. Wohnen, Gesundheit, Freizeit). Zudem gibt es enge Verbindungen zwischen dem Einkommen und der Produktion (Entlöhnung der Arbeit und des Kapitals, die zur Produktion eingesetzt werden), dem System der sozialen Sicherheit (z.B. Renteneinkommen durch Sozialversicherungen) und dem sozialen Netz (finanzielle Unterstützung durch andere bzw. an andere private Haushalte).
Die Deckung der materiellen Grundbedürfnisse ist wichtig für das persönliche Wohlergehen und die soziale Kohäsion der Gesellschaft. Die Entwicklung des Indikators „verfügbares Äquivalenzeinkommen“ drückt annähernd aus, inwiefern das Budget, das für Konsum und Sparen übrigbleibt, gesamthaft zu- oder abnimmt.

Tabellen

Methodologie

Die Entwicklung der verfügbaren Äquivalenzeinkommen zu laufenden Preisen zeigt einen deutlicheren Aufwärtstrend in den Jahren 1998 bis 2015. Für die Untersuchung der Einkommensentwicklung aus der Wohlfahrtsperspektive geeigneter sind jedoch die preisbereinigten Einkommen, die die Kaufkraft der privaten Haushalte abbilden. Bei Verwendung der preisbereinigten Einkommen richtet sich die Interpretation weniger auf die Höhe der absoluten Werte, als vielmehr auf ihre Entwicklung im betrachteten Zeitraum. Die Preisbereinigung erfolgt auf der Grundlage des Landesindex der Konsumentenpreise (LIK).
Die Auswertungen basieren auf den Daten der Haushaltsbudgeterhebung (HABE) des BFS. Der europäische Vergleich basiert auf den Daten einer anderen Erhebung, der EU-SILC (Statistics on Income and Living Conditions), welche jedes Jahr in den Ländern der Europäischen Union durchgeführt wird. Sie sind in der Schweiz erst ab 2007 verfügbar, weshalb für die Analyse der Einkommensentwicklung die seit 1998 vorliegenden Daten der Haushaltsbudgeterhebung verwendet wurden.

Definitionen

Definition des Indikators
Das Bruttohaushaltseinkommen fasst die Einkommen sämtlicher Mitglieder eines Privathaushalts zusammen. Dazu gehören Löhne und andere Arbeitseinkommen (inklusive jährliche Zulagen und Naturalleistungen), Renten (von AHV, IV und Pensionskassen), Sozialleistungen, Zinsen, Dividenden und andere Vermögenseinkommen sowie Überweisungen von anderen Haushalten. Zu letzteren werden nebst Bargeldüberweisungen auch Naturalleistungen gerechnet.
Zieht man davon die obligatorischen Ausgaben ab, die der Haushalt für die Sozialversicherungen, die Steuern oder die Krankenkassenprämien der Grundversicherung sowie für regelmässige Transferzahlungen an andere Haushalte (wie z.B. Alimente) ausgibt, resultiert das verfügbare Haushaltseinkommen. In den vorliegenden Resultaten sind die fiktiven Mieten (finanzielle Vorteile von selbst genutztem Wohneigentum oder von Mietobjekten, deren Mietzinsen unter dem marktüblichen Mietwert liegen) nicht berücksichtigt.
Als Bezugsgrösse für die Analyse der Einkommensentwicklung dient das ausgehend vom Haushaltseinkommen berechnete personenbezogene verfügbare Äquivalenzeinkommen. Um die Skaleneffekte zu berücksichtigen (eine vierköpfige Familie muss nicht vier Mal so viel ausgeben wie eine Einzelperson, um denselben Lebensstandard zu erreichen), werden hierfür die Personen im Haushalt gewichtet: Die älteste Person mit 1,0, Personen von 14 Jahren und mehr mit 0,5 und jedes Kind unter 14 Jahren mit 0,3 (Werte entsprechen der neuen OECD-Äquivalenzskala). Die äquivalente Haushaltsgrösse entspricht der Summe der Personengewichte. Mit dieser Gewichtung lassen sich die Einkommen von Personen in unterschiedlich grossen Haushalten besser vergleichen.
Die Einkommensentwicklung wird anhand der jährlichen Mittelwerte (arithmetisches Mittel) und der Medianwerte des verfügbaren Äquivalenzeinkommens im Zeitraum 1998-2015 dargestellt. Der Median ist der Wert, der die berücksichtigte Gesamtheit, nach zunehmendem verfügbaren Äquivalenzeinkommen geordnet, in zwei gleich grosse Gruppen teilt: Für die eine Hälfte (50%) der Bevölkerung liegt das verfügbare Äquivalenzeinkommen über, für die andere Hälfte dagegen unter diesem Wert.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

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