Konsum und Sparen

Der Konsum zeigt an, wofür das Einkommen ausgegeben wird und welche materiellen Möglichkeiten, die das Einkommen eröffnet, tatsächlich realisiert werden (siehe OECD (2011) How's life?, S. 40). Der Konsum steht aber auch mit den Bereitstellungsaktivitäten in Verbindung, d.h. die Güter und Dienstleistungen, die konsumiert werden, müssen zuerst (im In- oder Ausland) hergestellt werden. Für die Volkswirtschaft ist der Konsum von enormer Bedeutung, sein Anteil am BIP beträgt über 60%.
Auch im Budget der privaten Haushalte sind die Konsumausgaben ein zentraler Posten. Dabei fallen die Ausgaben für Wohnen und Energie besonders ins Gewicht. Nach Abzug aller obligatorischen und nicht obligatorischen Transferausgaben sowie der Konsumausgaben vom Bruttohaushaltseinkommen resultiert der Sparbetrag, der einen Hinweis auf die Möglichkeit der Vermögensbildung gibt.
Die Deckung der materiellen Grundbedürfnisse ist wichtig für das persönliche Wohlergehen und die soziale Kohäsion der Gesellschaft. Mit verbesserten Lebensbedingungen (Einkommen, Konsummöglichkeiten, Wohnraum) steigen die Zufriedenheit und die Wohlfahrt der Gesellschaft.

Methodologie

Die Analysen der Einkommen und Ausgaben der Haushalte erfolgen auf Haushaltsebene, d.h. es wird jeweils das Haushaltseinkommen ausgewiesen. Die Einteilung in Einkommensklassen (Quintile, vgl. Indikator Einkommensverteilung (Quintilverhältnis S80/S20) erfolgte auf Basis des Bruttoeinkommensverteilung. Die Auswertungen basieren auf den Daten der Haushaltsbudgeterhebung (HABE) des BFS. Diese wird in der heutigen Form seit 1998 durchgeführt (ab 2000 jährlich mit reduzierter Stichprobengrösse) und erhebt detaillierte Angaben zu den Einkommen und Ausgaben der Privathaushalte. Da die Grösse der jährlichen Stichprobe der HABE (zum Beispiel 3858 Haushalte im Jahr 2014) keine vertieften Analysen zu kleinen Bevölkerungsgruppen zulässt, werden ab dem Jahr 2000 für gewisse Analysen jeweils drei aufeinanderfolgende Jahre zusammengelegt, so dass die Stichprobe vergrössert und folglich die Qualität der Ergebnisse verbessert werden kann. Die Stichprobe des Jahres 1998 ist dreimal so gross wie in den folgenden Jahren und wird daher nicht mit anderen Stichproben zusammengelegt. Daraus resultieren momentan sechs Stichproben mit je rund 9000-11‘000 auswertbaren Haushalten.
Detailliertere Angaben zur Erhebung sind im Statistikportal des BFS abrufbar: http://www.habe.bfs.admin.ch

Definitionen

Definition des Indikators
Das Bruttohaushaltseinkommen fasst die Einkommen sämtlicher Mitglieder eines Privathaushalts zusammen. Dazu gehören Löhne und andere Arbeitseinkommen (inklusive jährliche Zulagen und Naturalleistungen), Renten (von AHV, IV und Pensionskassen), Sozialleistungen, Zinsen, Dividenden und andere Vermögenseinkommen sowie Überweisungen von anderen Haushalten. Zu letzteren werden nebst Bargeldüberweisungen auch Naturalleistungen gerechnet.
Zieht man davon die obligatorischen Ausgaben ab, die der Haushalt für die Sozialversicherungen, die Steuern oder die Krankenkassenprämien der Grundversicherung sowie für regelmässige Transferzahlungen an andere Haushalte (wie z.B. Alimente) ausgibt, resultiert das verfügbare Haushaltseinkommen.
Unter der Rubrik «Wohnen und Energie» werden neben der Nettomiete oder den Hypothekarzinsen verschiedene Nebenkosten sowie Ausgaben für Energie und kleinere Reparaturen subsumiert, jeweils für den Hauptwohnsitz und eventuell vorhandene Nebenwohnsitze, wobei Letztere nur etwas über 5% der Haushalte betreffen. Fiktive Mieten werden hier nicht dazu gezählt. Ebenso wenig gehören Amortisationen der Hypothek sowie allfällige grössere Renovationen und Ausbauten des Wohnsitzes bzw. der Hauskauf in diesen Posten, sondern werden gemäss internationalen Normen als Investition betrachtet.
Der Sparbetrag wird indirekt berechnet, indem alle Einkommen (im vorliegenden Fall das Bruttoeinkommen) eines Haushalts zusammengezählt werden und davon alle Ausgaben (obligatorische Ausgaben, Konsumausgaben und übrige Prämien, Gebühren und Übertragungen) abgezogen werden. Spareinlagen, Einzahlungen in die 3. Säule, Wertschriftenkäufe, Investitionen, Amortisationen u.ä. werden nicht als Ausgaben betrachtet und sind somit im Sparbetrag enthalten.
Die sporadischen Einkommen (erhaltene Geschenke, Verkäufe und Rückerstattungen) werden nicht in die Berechnung des Bruttoeinkommens einbezogen.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/wohlfahrtsmessung/indikatoren/konsum-sparen.html