Effektiver Endkonsum der Haushalte

Die materielle Wohlfahrt der privaten Haushalte zeigt sich unter anderem darin, wie hoch ihr Konsum ist. Er kann auf Ebene der Haushalte (Mikroebene) oder der Gesamtwirtschaft (Makroebene) ausgewiesen werden. Der Indikator effektiver Endkonsum bezieht sich auf die gesamtwirtschaftliche Ebene. Er weist auf eine wichtige Unterscheidung hin, die insbesondere die Rolle der öffentlichen Hand und der non-profit-Organisationen (POoE) betrifft.
Die Konsumausgaben der privaten Haushalte umfassen die Ausgaben, die von den privaten Haushalten in der Schweiz für den Kauf von Waren und Dienstleistungen zur direkten Erfüllung ihrer «individuellen» Bedürfnisse aufgewendet werden. Sie beschränken sich auf die direkt von den privaten Haushalten getragenen Ausgaben.
Demgegenüber umfasst der effektive Endkonsum (Konsum gemäss Verbrauchskonzept) sämtliche tatsächlich genutzten oder verbrauchten Waren und Dienstleistungen der privaten Haushalte, unabhängig davon, wer sie bezahlt. Die Differenz zwischen den beiden Konzepten entspricht den «sozialen Sachtransfers» der öffentlichen Haushalte und der privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter (POoE; Kirchen, Hilfswerke, Sportvereine usw.). Sie setzen sich zusammen aus den Rückerstattungen der Sozialversicherungen, den Wohnbeihilfen, den Ausgaben der öffentlichen Hand für Bildung, Gesundheit usw. Diese Transfers tragen dazu bei, die Unterschiede beim Lebensstandard der einkommensschwächsten und einkommensstärksten Haushalte zu verringern, da hauptsächlich die finanziell am schwächsten gestellten Haushalte von diesen Transfers Nutzen ziehen. Mit diesem Konzept kann die Aussagekraft der internationalen Vergleiche verbessert werden.

Tabellen

Methodologie

In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wird zwischen zwei Konzepten des Haushaltskonsums unterschieden:
• die Konsumausgaben, mit denen die direkt von den privaten Haushalten getragenen Ausgaben für den Kauf von Waren und Dienstleistungen zur Erfüllung der «individuellen» Bedürfnisse gemessen werden;
• der effektive Endkonsum (Konsum gemäss Verbrauchskonzept), der alle von den Haushalten auch tatsächlich genutzten Waren und Dienstleistungen umfasst, unabhängig davon, wer die Nutzung finanziert.
Die Differenz zwischen den beiden Konzepten entspricht den sozialen Sachtransfers. Damit lässt sich der von den öffentlichen Haushalten und den privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (POoE) – Kirchen, Hilfswerke usw. – getragene Anteil am Konsum der privaten Haushalte messen. Der Indikator gibt somit Auskunft über die Rolle des Staates (Bund, Kantone, Gemeinden und öffentliche Sozialversicherungshaushalte) in Bezug auf den Konsum der privaten Haushalte.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/wohlfahrtsmessung/indikatoren/endkonsum-haushalte.html