Freiwilligenarbeit

Die Freiwilligenarbeit gibt Hinweise auf die Kohäsion einer Gesellschaft und ist für verschiedene Themenbereiche der umfassenden Wohlfahrtsmessung von zentraler Bedeutung. Sie bildet einen Bestandteil des Sozialkapitals, sowohl was die persönlichen Kontakte, die Unterstützung durch das soziale Netzwerk als auch das zivile Engagement für das Gemeinwesen betrifft. Die Freiwilligenarbeit ist zudem eine Aktivität, durch die Güter und Dienstleistungen (z.B. von Jugendorganisationen, politischen Parteien, Sportvereinen) bereitgestellt werden.
Die Freiwilligenarbeit weist auch einen direkten Bezug zur Wohlfahrt auf. Einerseits ist sie Teil der Wohlfahrtsdimension „Arbeit und Freizeit“. Von Bedeutung ist hier, inwiefern die Freiwilligenarbeit mit der Erwerbsarbeit, der Haus- und Familienarbeit und der Freizeit vereinbar ist (work-life-Balance). Andererseits ist sie Teil der Wohlfahrtsdimension „Soziales Netzwerk“. Dieser Aspekt ist hier noch stärker ausgeprägt als bei der Haus- und Familienarbeit, da hier Leistungen für Institutionen und Organisationen oder andere Haushalte erbracht werden.

Tabellen

Methodologie

Das Modul «Unbezahlte Arbeit» erhebt Daten zu Haus-, Familien- und Freiwilligenarbeit in der Schweiz. Unbezahlte Arbeit wird definiert als produktive Arbeit, die zwar nicht entlohnt wird, im Prinzip aber von einer fremden Person gegen Bezahlung ausgeführt werden könnte («Drittpersonen-Kriterium»). Es werden die verschiedenen Typen unbezahlter Arbeit und der dafür investierte Zeitaufwand an einem Referenztag erfasst. Freiwilligenarbeit wird für den Monat vor dem Interview erfasst. Die Befragung zur unbezahlten Arbeit wird mit einem ausgebauten Fragemodul seit 1997 alle drei bis vier Jahre im Rahmen der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) erhoben.
Im Rahmen des Moduls Unbezahlte Arbeit der SAKE 2016 wurden die Fragen zur informellen Freiwilligenarbeit überarbeitet. Die Befragten können mehrere Personen aus anderen Haushalten mit unterschiedlichen informellen Hilfeleistungen unterstützen. Vor 2016 wurde nur das Total der investierten Zeit für alle Hilfeleistungen erhoben. Ab 2016 wird der Zeitaufwand für jede unterstützte Person einzeln abgefragt. Ein Serienbruch zwischen 2013 und 2016 ist aufgrund dieser Anpassung nicht auszuschliessen und Zeitvergleiche sind deshalb nur bedingt möglich.
2010 fand eine grössere Revision der SAKE statt. Die Resultate zum Zeitaufwand für Freiwilligenarbeit sind nur bedingt vergleichbar mit den Vorjahren.  

Definitionen

Definition des Indikators
Der Indikator Zeitaufwand für Freiwilligenarbeit misst das Total aller von den Befragten angegebenen freiwilligen Tätigkeiten, die für Institutionen und Organisationen oder andere Haushalte erbracht werden. Informelle Freiwilligenarbeit umfasst unbezahlte Hilfeleistungen aus persönlicher Initiative für Personen, die nicht im selben Haushalt leben, wie Kinderbetreuung, Pflegeaufgaben, Dienstleistungen und Hausarbeiten für Verwandte und Bekannte.
Institutionalisierte Freiwilligenarbeit umfasst unbezahlte Tätigkeiten für eine Organisation, einen Verein oder eine öffentliche Institution. Sie werden differenziert nach 8 verschiedenen Organisationstypen erfasst (Sportvereine, kulturelle Vereine, sozial-karitative Organisationen, kirchliche Institutionen, Interessenvereinigungen, öffentliche Dienste, politische Parteien, öffentliche Ämter).

Publikationen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/wohlfahrtsmessung/indikatoren/freiwilligenarbeit.html