Ausgaben für Sozialleistungen

Ein zentrales Element der sozialen Sicherheit bilden die sogenannten Sozialleistungen, das heisst die Ausgaben von öffentlichen und privaten Stellen, die darauf abzielen die Lasten von Haushalten und Einzelpersonen zu erleichtern. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Grundsatz der Eigenverantwortung und der privaten Initiative gilt und das System der sozialen Sicherheit ergänzend wirkt (Art. 41 BV).
Die Sozialleistungen werden in die folgenden acht Risiken und Bedürfnisse (Funktionen) eingeteilt: Alter, Krankheit / Gesundheitsversorgung, Invalidität, Hinterbliebene, Familie/Kinder, Arbeitslosigkeit, Wohnen und Soziale Ausgrenzung. Die funktionale Aufteilung erlaubt einerseits Aussagen über die Bedeutung dieser Funktionen und ermöglicht andererseits einen internationalen Vergleich, welcher auf Institutionsebene (AHV, IV, Berufliche Vorsorge, usw.) nicht möglich ist.
Betrachtet man nur die Ausgaben der öffentlichen Hand gemäss den Daten der Eidgenössischen Finanzverwaltung, so machen die Aufwendungen für die soziale Sicherheit inkl. Gesundheit 2015 46% der öffentlichen Gesamtausgaben aus.

Tabellen

Methodologie

Die Sozialleistungen werden im Rahmen der Gesamtrechnung der Sozialen Sicherheit (GRSS) berechnet. Sie stützen sich auf die Methode des „Europäischen Systems der Integrierten Sozialschutzstatistiken“ (ESSOSS) von Eurostat und lassen sich international vergleichen. Die hier angegebenen Beträge sind Bruttowerte: Weder obligatorische Abgaben (Steuern, Sozialleistungen und Krankenkassenprämien) noch Steuerabzüge mit einer wesentlichen sozialpolitischen Komponente sind hier berücksichtigt.

Definitionen

Definition des Indikators
Sozialleistungen sind Sach- oder Geldleistungen von öffentlichen oder privaten Stellen, mit dem Ziel die Lasten privater Haushalte und Einzelpersonen zu decken. Dabei müssen zwei Kriterien erfüllt sein: Die Lasten lassen sich erstens auf eines von acht festgelegten Risiken bzw. Bedürfnissen (Alter, Gesundheit, Invalidität, Hinterbliebene, Familie/Kinder, Arbeitslosigkeit, Wohnen und Soziale Ausgrenzung) zurückführen. Zweitens müssen Sozialleistungen dem Kriterium der sozialen Solidarität genügen und/oder kraft eines Gesetzes oder einer kollektiven Vereinbarung obligatorisch sein.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/wohlfahrtsmessung/indikatoren/sozialleistungen.html