Einkommensverteilung

Für eine umfassende Wohlfahrtsmessung ist es wichtig, nicht nur das Niveau, sondern auch die Verteilung des Einkommens zu kennen. Diese zeigt an, wie sich wirtschaftliche Entwicklung und staatliche Massnahmen auf die verschiedenen Haushaltstypen auswirken und welche Unterschiede bei der materiellen Situation bestehen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist ein wichtiges Ziel der Legislaturplanung. Sehr ungleiche Verteilungen erhöhen die Gefahr der Polarisierung.
Das Quintilverhältnis S80/S20 ist ein Mass zur Beschreibung der Ungleichverteilung und lässt sich wie folgt interpretieren: Das Einkommen der reichsten 20% der Bevölkerung ist um einen Faktor X höher als das Einkommen der ärmsten 20%. Mit dem Vergleich der Einkommen des obersten und untersten Quintils basiert die Bewertung der Ungleichheit jedoch nur auf den beiden äusseren Bereichen der Einkommensverteilung. Für eine detaillierte Untersuchung der Einkommensungleichheit können komplexere Masse verwendet werden, die die gesamte Verteilung berücksichtigen (z.B. Gini-Koeffizient, Atkinson-Masse).

Tabellen

Methodologie

Die Auswertungen basieren auf den Daten der Haushaltsbudgeterhebung (HABE) des BFS, welche in der heutigen Form seit 1998 durchgeführt wird.
Die Untersuchung der Einkommensungleichheit anhand der Quintilverhältnisse erfolgt auf Personenebene und basiert auf einem bedarfsgewichteten Einkommen (Äquivalenzeinkommen). Untersuchungseinheit ist hier genau genommen die «Äquivalenzeinheit» (zur Berechnung des Äquivalenzeinkommens vgl. Indikator Verfügbares Äquivalenzeinkommen). Diese Gewichtung ermöglicht den Vergleich des Lebensstandards von Haushalten unterschiedlicher Grösse und Zusammensetzung.
Der internationale Vergleich der Quintilverhältnisse der verfügbaren Äquivalenzeinkommen ist nur auf Basis von EU-SILC (Statistics on Income and Living Conditions) und erst seit 2007 möglich.

Definitionen

Definition des Indikators
Eine Bevölkerung kann ausgehend von den der Höhe nach geordneten Einkommen der Haushalte oder Personen in gleich grosse Gruppen eingeteilt werden, die allgemein als Quantile und je nach Unterteilung als Dezile (Einteilung in zehn Gruppen), Quintile (Einteilung in fünf Gruppen) oder Quartile (Einteilung in vier Gruppen) bezeichnet werden.
Zur Berechnung des Quintilverhältnisses S80/S20 werden fünf Einkommensgruppen gebildet, sodass 20% der Haushalte oder Personen Einkommen von weniger als dem ersten Quintil(wert) haben, 20% der Haushalte oder Personen Einkommen zwischen dem 1. und dem 2. Quintil(wert) usw. Anschliessend werden die Mittelwerte der Einkommen berechnet, über die jedes dieser Fünftel der Bevölkerung verfügt.
Das Quintilverhältnis S80/S20 setzt die Mittelwerte der Einkommen der obersten 20% der Bevölkerung in Relation zu jenen der untersten 20%. Je stärker dieser Quotient von 1 abweicht, desto ungleicher sind die Einkommen zwischen diesen Bevölkerungsgruppen verteilt.

Publikationen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/wohlfahrtsmessung/indikatoren/einkommensverteilung.html