Selbstwahrgenommener Gesundheitszustand

Die Gesundheit spielt für die Wohlfahrt eine zentrale Rolle. Sie schafft die physischen und psychischen Voraussetzungen, die jeder Mensch für sein Leben, seine Arbeit und seine sozialen Kontakte benötigt. Neben rein medizinischen Aspekten und dem individuellen Lebensstil hängt die Gesundheit von zahlreichen anderen Faktoren ab, beispielsweise von den beruflichen und familiären Verhältnissen oder der Qualität der natürlichen Umwelt.
Dieser Indikator umfasst verschiedene Dimensionen der Gesundheit (körperliche, psychische und soziale) und eignet sich gut für die Prognostizierung verschiedener gesundheitsrelevanter Variablen wie Morbidität und Inanspruchnahme des Gesundheitssystems. Zahlreiche Längsschnittstudien haben gezeigt, dass er eine hohe Vorhersagekraft in Bezug auf schwere Erkrankungen und sogar auf die Sterblichkeit besitzt. Dadurch spielt der Indikator sowohl bei der Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes als auch bezüglich Gesundheitsentwicklung eine wesentliche Rolle. Er ist somit ein guter Indikator für den Gesundheitszustand der Bevölkerung insgesamt. Da er die körperliche, psychische und soziale Gesundheit erfasst und subjektiver Natur ist, lässt er Rückschlüsse auf die allgemeine Lebensqualität zu.

Tabellen

Methodologie

Die Frage «Wie ist Ihre Gesundheit im Allgemeinen?» (siehe Definitionen) gehört zum «Minimalmodul» (Minimum European Health Modul (MEHM)), einem Bestandteil der «Europäischen Gesundheitsbefragungen», das vom statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) eingeführt wurde.
Bislang wurde der Gesundheitszustand hauptsächlich anhand von Indikatoren erfasst, die gemäss dem klassischen biomedizinischen Ansatz als zuverlässig und valide gelten. Darunter fallen objektive Messungen (z.B. klinische Tests, medizinische Diagnosen, Nutzung des Gesundheitssystems), die durch medizinische Fachpersonen (z.B. Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal) und anhand von getesteten und validierten Instrumenten vorgenommen werden. Da sich die Bevölkerungserhebungen aus verschiedenen Gründen (Erfassung des Gesundheitszustandes der Gesamtbevölkerung und nicht nur der ärztlich betreuten Personen, kostenintensiver und/oder praktisch unmöglicher Beizug von medizinischen Sachverständigen, Undurchführbarkeit von physischen Massnahmen usw.) nicht alleine auf objektive biomedizinische Kriterien beschränken können, werden nun auch deklarierte Angaben, das heisst von der Person bei einem Interview gemachte, naturgemäss subjektivere Aussagen wie beispielsweise der selbst wahrgenommene Gesundheitszustand, herangezogen.
Die selbst wahrgenommene Gesundheit stellt zusammen mit der Mortalität und der Lebenserwartung einen der gebräuchlichsten Gesundheitsindikatoren dar, gilt als zuverlässig und valide und ist zudem verständlich und einfach zu erfassen.
Bei internationalen Vergleichen der selbst wahrgenommenen Gesundheit ist jedoch Vorsicht geboten. In vielen Arbeiten wird auf die kulturellen Besonderheiten und die unterschiedliche Auffassung eines guten oder schlechten Gesundheitszustandes in den verschiedenen Ländern hingewiesen. Hinzu kommt, dass die Fragen und die Antwortkategorien in den einzelnen Erhebungen oder Ländern nicht immer gleich formuliert sind.

Definitionen

Definition des Indikators
Die selbst wahrgenommene Gesundheit gibt den Anteil der in einem Privathaushalt lebenden Bevölkerung ab 15 Jahren an, die ihren aktuellen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut einschätzt. Der selbst wahrgenommene Gesundheitszustand wird mit der Frage «Wie ist Ihre Gesundheit im Allgemeinen?» erhoben. Fünf mögliche Antworten stehen zur Auswahl: «sehr gut», «gut», «mittelmässig», «schlecht» und «sehr schlecht».

Kontakt

Bundesamt für Statistik Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/wohlfahrtsmessung/indikatoren/gesundheitszustand.html