Psychische Gesundheit

Gesundheit ist eine der zentralen Dimensionen der Wohlfahrt. Neben dem körperlichen und dem sozialen Wohlbefinden ist das seelische Wohlbefinden von wesentlicher Bedeutung für die Gesundheit. Die WHO beschreibt psychische Gesundheit als „Zustand des Wohlbefindens, in dem der Einzelne seine Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv und fruchtbar arbeiten kann und imstande ist, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen“ (WHO, 2001).
Psychische Gesundheit ist damit eine der Voraussetzungen für materiellen Wohlstand und sozialen Zusammenhalt.
Die psychische Gesundheit wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst: persönliche Erfahrungen, genetische Faktoren, soziale Beziehungen und familiäres Umfeld ebenso wie persönliche Ressourcen, Beschäftigung und Arbeitsbedingungen sowie Wohnbedingungen.

Methodologie

Die Resultate stammen aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB). Diese wird seit 1992 alle 5 Jahre im Auftrag des Bundesrates vom Bundesamt für Statistik durchgeführt. Bislang wurden fünf Befragungen realisiert (1992, 1997, 2002, 2007 und 2012). Zur Grundgesamtheit gehören alle Personen ab 15 Jahren, die in privaten Haushalten leben, einschliesslich ausländischer Staatsangehöriger.
Die Netto-Stichprobe der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2012 umfasst 21'597 realisierte telefonische Interviews. Im Anschluss an die telefonische Befragung wurde an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusätzlich ein schriftlicher Fragebogen versandt, der von 18'357 Personen retourniert wurde. Der Indikator zur psychischen Gesundheit wird anhand von Selbstangaben zur persönlichen Stimmungslage gebildet und gibt sowohl Auskunft zu guter psychischen Gesundheit als auch zum Vorliegen von manifesten psychischen Störungen.

Definitionen

Definition des Indikators
Die psychische Belastung wird über einen Index gemessen, der auf dem Mental Health Inventory (MHI-5) des SF-36 Gesundheitsfragebogens beruht. Bezogen auf die vergangenen vier Wochen wird erfasst, in welchem Masse eine Person nervös, niedergeschlagen oder verstimmt, entmutigt und deprimiert war oder auch ruhig, ausgeglichen oder gelassen oder glücklich war. Aus den ermittelten Werten wird ein Summenwert gebildet und damit das Ausmass an psychischer Belastung abgeleitet. Allerdings gibt es keinen allgemeinen festgelegten Grenzwert für gute psychische Gesundheit oder psychische Beeinträchtigung. Die Grenzwerte beziehen sich auf diejenigen des Eurobarometers, um internationale Vergleichbarkeit zuzulassen. Scores kleiner gleich 52 beziehen sich aus einer klinischen Sichtweise auf bedeutsame psychische Probleme, Scores zwischen 53 und 72 gehen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für psychische Störungen einher und Scores bis zu 100 deuten auf eine gute psychische Gesundheit und ein tiefes Niveau psychischer Belastung hin.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/wohlfahrtsmessung/indikatoren/psychische-gesundheit.html