Legislaturindikator: Selbstversorgungsgrad bei Nahrungsmitteln


Auszug aus dem Legislaturziel 16: Da der zur Verfügung stehende Boden limitiert ist, gilt es, bestehende Siedlungsgebiete zu verdichten und ausserhalb von Siedlungen natürliches Kulturland zu erhalten. Der Bundesrat führt die Handlungsansätze des «Raumkonzepts Schweiz» konsequent weiter, namentlich die erhöhte Ausnutzung bestehender Siedlungsflächen, die Bebauung von Baulücken sowie die Neustrukturierung und Umnutzung von Siedlungs- und Brachflächen. Dadurch wird der Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen vermindert, womit dauerhaft ein möglichst hoher Eigenanteil an der Nahrungsmittelproduktion gewährleistet wird.

Bedeutung des Indikators: Die Landwirtschaft hat laut Verfassung durch eine nachhaltige und auf den Markt ausgerichtete Produktion einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Versorgung der Bevölkerung zu leisten.
Der Indikator zeigt den Anteil der einheimischen landwirtschaftlichen Produktion einschliesslich der mit importierten Futtermitteln produzierten Nahrungsmittel am Gesamtverbrauch an Nahrungsmitteln (Brutto-Selbstversorgungsgrad). Massstab ist die verwertbare Energie. Der Indikator erlaubt keine Aussagen über die Qualität der Nahrungsmittel oder die Art, wie sie produziert werden.

Quantifizierbares ZielDer Selbstversorgungsgrad bei Nahrungsmitteln stabilisiert sich auf dem Mittelwert der Legislaturperiode 2011–2015.

Kommentar

Ab 1990 deckte die einheimische Produktion im Durchschnitt mehr als 60% des Nahrungsmittelverbrauchs ab (gemessen in verwertbarer Energie). 2018 belief sich der Brutto-Selbstversorgungsgrad auf 58%. Der Netto-Selbstversorgungsgrad, der ausschliesslich die mit einheimischen Futtermitteln produzierten Nahrungsmittel berücksichtigt, betrug 51%. Der Abwärtstrend bei der Selbstversorgung ist darauf zurückzuführen, dass die Bevölkerung schneller gewachsen ist als die Nahrungsmittelproduktion. Die Unterschiede von Jahr zu Jahr sind den witterungsbedingten Schwankungen in der landwirtschaftlichen Produktion zuzuschreiben. Der Brutto-Selbstversorgungsgrad der tierischen Produktion liegt bei nahezu 100%. Beim Pflanzenbau bewegt er sich hingegen bei rund 40%.


Tabellen

Methodologie

Der Selbstversorgungsgrad wird definiert als Anteil der einheimischen Nahrungsmittelproduktion am inländischen Gesamtverbrauch. Der Brutto-Selbstversorgungsgrad berücksichtigt auch die einheimische Produktion mit importierten Futtermitteln. Die Produktion und der Verbrauch von Nahrungsmitteln werden in verwertbarer Energie (Terajoules) ausgewiesen.

Die Daten zur Produktion und zum Verbrauch von Nahrungsmitteln werden jährlich vom Schweizer Bauernverband (SBV) erhoben und im statistischen Jahrbuch «Statistische Erhebungen und Schätzungen über Landwirtschaft und Ernährung» sowie auf der Internetseite des SBV publiziert. Die Methode zur Bilanzierung der Nahrungsmittel wurde im Jahr 2008 grundlegend revidiert, was zu einem Bruch in der Zeitreihe führt. Werte nach der alten Berechnungsmethode sind bis 2010 vorhanden, Werte nach der revidierten Methode sind ab 2007 erhältlich.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

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https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/alle-indikatoren/leitline-3-sicherheit/selbstversorgungsgrad.html