Gewalt

Gewaltstraftaten - Definition

Unter Gewaltstraftaten werden sämtliche Straftatbestände zusammengefasst, welche die vorsätzliche Anwendung oder Androhung von Gewalt gegen Personen beinhalten. Gewaltanwendung gegen Sachen wird ausgeschlossen (siehe "Sachbeschädigung" in der Rubrik "Straftaten" oder "Vermögen").

Straftaten können je nach Art und Schwere in verschiedene Kategorien unterteilt werden. Eine grobe Unterscheidung wird so zwischen schweren und minderschweren Gewaltstraftaten gemacht.

Dabei gilt:

Schwere Gewalt (angewandt): vorsätzliche Tötung, Mord, Totschlag, Kindestötung, schwere Körperverletzung, Verstümmelung weiblicher Genitalien, Raub (Art. 140 Ziff. 4), Geiselnahme, Vergewaltigung

Minderschwere Gewalt (angewandt evtl. angedroht): einfache Körperverletzung, Tätlichkeiten, Beteiligung Raufhandel, Beteiligung Angriff, Raub (Art. 140 Ziff. 4), Erpressung (Art. 140 Ziff. 4), Nötigung, Zwangsheirat, Freiheitsberaubung/Entführung, Freiheitsberaubung/Entführung: schwerer Fall, sexuelle Nötigung, Drohung/Gewalt gegen Beamte

Minderschwere Gewalt (angedroht): Erpressung (Art. 156 Ziff. 1, 2 und 4), Drohung

Kennzahlen 2018

 

Straf.

Aufkl.

Beschul.

Geschäd.

Schwere Gewalt (angewandt)

1 425

82,8%

1 283

1 374

Tötungsdelikt (Art. 111 - 113/116), vollendet und versucht

 199

94,5%

 208

198

Schwere Körperverletzung (Art. 122)

 585

77,1%

 564

573

Verstümmelung weiblicher Genitalien (Art. 124)

 1

100,0%

 1

1

Geiselnahme (Art. 185)

 0

 0

0

Vergewaltigung (Art. 190)

 626

84,8%

 527

604

Raub (Art. 140 Ziff. 4)

 14

64,3%

 10

19

Minderschwere Gewalt (angewandt ev. angedroht)

30 961

86,5%

22 516

27 315

Einfache Körperverletzung (Art. 123)

7 624

84,3%

6 512

7 419

Tätlichkeiten (Art. 126)

13 223

89,6%

11 005

12 590

Beteiligung Raufhandel (Art. 133)

 985

98,5%

 952

345

Beteiligung Angriff (Art. 134)

1 221

82,8%

 939

713

Raub (Art. 140 Ziff. 1-3)

1 630

45,2%

1 045

1 898

Nötigung (Art. 181)

2 233

91,7%

1 980

2 208

Zwangsehe (Art. 181a)

 6

83,3%

 8

6

Freiheitsberaubung / Entführung (Art. 183)

 307

78,2%

 272

310

Freiheitsb/Entf. schwerer Fall (Art. 184)

 8

100,0%

 7

6

Sexuelle Nötigung (Art. 189)

 665

86,9%

 522

639

Drohung / Gewalt gegen Beamte (Art. 285)

3 047

95,7%

2 152

2 886

Erpressung (Art. 156 Ziff. 3)

 12

58,3%

 7

12

Minderschwere Gewalt (angedroht)

11 387

85,7%

9 049

11 274

Drohung (Art. 180)

10 441

91,2%

8 807

10 354

Erpressung (Art. 156 Ziff. 1, 2 und 4)

 946

25,5%

 269

943

Total Gewaltstraftaten

43 773

86,2%

27 258

34 491

Stand der Datenbank: 13.02.2019
Quelle: BFS - Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2018

Jugendgewalt

Jugendgewalt in der polizeilichen Kriminalstatistik: 2009-2014

Seit nunmehr fünf Jahren sinkt die Anzahl der Jugendlichen (10- bis 17-Jährige), welche als Beschuldigte einer Gewaltstraftat polizeilich registriert worden sind. Im Jahr 2014 wurden 2466 Beschuldigte registriert, gegenüber dem Jahr 2009 entspricht dies einer Abnahme von 44%.

Weitere Informationen finden Sie in der folgenden Publikation:

Tötungsdelikte

Entwicklung der Anzahl Tötungsdelikte von 2009 bis 2018

Die folgende Tabelle zeigt im Detail die Anzahl der Tötungsdelikte nach Tatmittel, deren Aufklärungsquoten sowie die Anzahl der beschuldigten und geschädigten Personen für die Jahre 2009-2018

Tötungsdelikte innerhalb und ausserhalb des häuslichen Bereichs

Das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichte 2018 eine Publikation, die einen Überblick über die in den Jahren 2009 bis 2016 in der Schweiz polizeilich registrierten Tötungsdelikte (inkl. Versuche), basierend auf den Daten der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), gibt. Die Analysen beziehen sich im Wesentlichen auf die Merkmale der betroffenen Personen und sind nach der Art der Beziehung zwischen Opfer und tatverdächtiger Person aufgeschlüsselt. Die Ergebnisse lassen sich in zwei grosse Kategorien unterteilen: Tötungsdelikte, die im häuslichen Bereich begangen wurden, und Tötungsdelikte, die sich ausserhalb des häuslichen Bereichs ereignet haben. Zudem werden Vergleiche mit den Daten aus der Sondererhebung über den Zeitraum 2000 bis 2004 angestellt.

Sondererhebung Tötungsdelikte

Aufgrund einer im Jahr 2005 durchgeführten Sondererhebung stehen detaillierte Daten zu den von der Polizei registrierten versuchten und vollendeten Tötungsdelikten der Jahre 2000 – 2004 zur Verfügung. Das Bundesamt für Statistik erfasste mit Hilfe der Kantonspolizeien und auf Initiative der Fachstelle gegen Gewalt Angaben zu den Fällen, Opfern, tatverdächtigen Personen und zur Beziehung zwischen diesen. Anschliessend wurde das gesammelte Datenmaterial vom Bundesamt für Statistik ausgewertet.

Die Ergebnisse zur Sonderanalyse, die unter dem Titel «Tötungsdelikte in der Partnerschaft. Polizeilich registrierte Fälle 2000 – 2004» veröffentlicht worden sind, können im PDF Format heruntergeladen werden  

Die Ergebnisse zur Sonderanalyse, die unter dem Titel «Tötungsdelikte in der Partnerschaft. Polizeilich registrierte Fälle 2000 – 2004» veröffentlicht worden sind, können im PDF Format heruntergeladen werden

Im Laufe des Jahres 2006 wurden einige wenige Fälle nacherfasst, die bei der ersten Erhebung nicht berücksichtigt worden waren. Die wichtigsten Ergebnisse wurden aktualisiert und anhand der vervollständigten Daten wurden die Tötungsdelikte in der Partnerschaft eingehender untersucht. Diese Daten sind in der folgenden Zip-Datei verfügbar.

Weiterführende Informationen

Tabellen

Grafiken

Karten

Daten

Publikationen

Medienmitteilungen

Grundlagen und Erhebungen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Kriminalität und Strafrecht
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/kriminalitaet-strafrecht/polizei/gewalt.html