Gewalt

Gewaltstraftaten - Definition

Unter Gewaltstraftaten werden sämtliche Straftatbestände zusammengefasst, welche die vorsätzliche Anwendung oder Androhung von Gewalt gegen Personen beinhalten. Gewaltanwendungen gegen Sachen werden ausgeschlossen (siehe "Sachbeschädigung" in der Rubrik "Straftaten" oder "Vermögen").

Straftaten können je nach Art und Schwere in verschiedene Kategorien unterteilt werden. Eine grobe Unterscheidung wird so zwischen schweren und minderschweren Gewaltstraftaten gemacht.

Dabei gilt:

Schwere Gewalt (angewandt): vorsätzliche Tötung, Mord, Totschlag, Kindestötung, schwere Körperverletzung, Verstümmelung weiblicher Genitalien, Raub mit qualifizierter Einwirkung auf das Opfer (Art. 140 Ziff. 4), Geiselnahme, Vergewaltigung.

Minderschwere Gewalt (angewandt evtl. angedroht): einfache Körperverletzung, Tätlichkeiten, Beteiligung Raufhandel, Beteiligung Angriff, Raub (Art. 140 Ziff. 1-3), räuberische Erpressung (Art. 156 Ziff. 3), Nötigung, Zwangsheirat, Freiheitsberaubung und Entführung, Freiheitsberaubung und Entführung: erschwerende Umstände, sexuelle Nötigung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte.

Minderschwere Gewalt (angedroht): Erpressung (Art. 156 Ziff. 1, 2, 4), Drohung.

Kennzahlen 2020

 

Straftaten

Aufklärung

Beschuldigte

Geschädigte

Total Gewaltstraftaten

46 781

86,9%

29 326

36 602

Schwere Gewalt (angewandt)

1 668

87,1%

1 601

1 592

Tötungsdelikte (Art. 111 - 113/116), inkl. Versuche

253

96,4%

270

251

Schwere Körperverletzung (Art. 122)

669

84,8%

713

655

Verstümmelung weiblicher Genitalien             (Art. 124)

1

100,0%

1

1

Geiselnahme          (Art. 185)

2

50,0%

2

3

Vergewaltigung      (Art. 190)

713

87,5%

629

668

Raub                    (Art. 140 Ziff. 4)

30

53,3%

25

40

Minderschwere Gewalt (angewandt ev. angedroht)

33 212

87,1%

24 006

28 761

Einfache Körperverletzung    (Art. 123)

7 444

84,9%

6 537

7 224

Tätlichkeiten          (Art. 126)

14 131

90,1%

11 726

13 344

Beteiligung Raufhandel            (Art. 133)

921

99,7%

881

297

Beteiligung Angriff  (Art. 134)

1 442

85,4%

1 126

829

Raub                    (Art. 140 Ziff. 1-3)

1 919

47,9%

1 455

2 288

Nötigung               (Art. 181)

2 843

90,3%

2 582

2 563

Zwangsheirat         (Art. 181a)

6

66,7%

4

5

Freiheitsberaubung / Entführung         (Art. 183)

294

81,0%

321

297

Freiheitsb./ Entf. schwerer Fall          (Art. 184)

6

50,0%

6

6

Sexuelle Nötigung  (Art. 189)

683

87,0%

562

671

Drohung / Gewalt gegen Beamte       (Art. 285)

3 514

96,4%

2 421

3 231

Erpressung            (Art. 156 Ziff. 3)

9

88,9%

9

10

Minderschwere Gewalt (angedroht)

11 901

86,6%

9 658

11 925

Drohung              (Art. 180)

11 027

91,2%

9 393

11 067

Erpressung (Art. 156 Ziff. 1, 2, 4)

874

28,0%

298

881

Stand der Datenbank: 15.02.2021
Quelle: BFS - Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2020

Jugendgewalt

Jugendgewalt in der polizeilichen Kriminalstatistik: 2009-2014

Seit nunmehr fünf Jahren sinkt die Anzahl der Jugendlichen (10- bis 17-Jährige), welche als Beschuldigte einer Gewaltstraftat polizeilich registriert worden sind. Im Jahr 2014 wurden 2466 Beschuldigte registriert, gegenüber dem Jahr 2009 entspricht dies einer Abnahme von 44%.

Weitere Informationen finden Sie in der folgenden Publikation:

Tötungsdelikte

Entwicklung der Anzahl Tötungsdelikte von 2009 bis 2020

Die folgende Tabelle zeigt im Detail die Anzahl der Tötungsdelikte nach Tatmittel, deren Aufklärungsquoten sowie die Anzahl der beschuldigten und geschädigten Personen für die Jahre 2009-2020.

Tötungsdelikte innerhalb und ausserhalb des häuslichen Bereichs

Das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichte 2018 eine Publikation, die einen Überblick über die in den Jahren 2009 bis 2016 in der Schweiz polizeilich registrierten Tötungsdelikte (inkl. Versuche), basierend auf den Daten der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), gibt. Die Analysen beziehen sich im Wesentlichen auf die Merkmale der betroffenen Personen und sind nach der Art der Beziehung zwischen Opfer und tatverdächtiger Person aufgeschlüsselt. Die Ergebnisse lassen sich in zwei grosse Kategorien unterteilen: Tötungsdelikte, die im häuslichen Bereich begangen wurden, und Tötungsdelikte, die sich ausserhalb des häuslichen Bereichs ereignet haben. Zudem werden Vergleiche mit den Daten aus der Sondererhebung über den Zeitraum 2000 bis 2004 angestellt.

Sondererhebung Tötungsdelikte

Aufgrund einer im Jahr 2005 durchgeführten Sondererhebung stehen detaillierte Daten zu den von der Polizei registrierten versuchten und vollendeten Tötungsdelikten der Jahre 2000 – 2004 zur Verfügung. Das Bundesamt für Statistik erfasste mit Hilfe der kantonalen Polizeibehörden und auf Initiative der Fachstelle gegen Gewalt Angaben zu den Fällen, Opfern, tatverdächtigen Personen und zur Beziehung zwischen diesen. Anschliessend wurde das gesammelte Datenmaterial vom Bundesamt für Statistik ausgewertet.

Die Ergebnisse zur Sonderanalyse, die unter dem Titel «Tötungsdelikte in der Partnerschaft. Polizeilich registrierte Fälle 2000 – 2004» veröffentlicht worden sind, können im PDF Format heruntergeladen werden  

Die Ergebnisse zur Sonderanalyse, die unter dem Titel «Tötungsdelikte in der Partnerschaft. Polizeilich registrierte Fälle 2000 – 2004» veröffentlicht worden sind, können im PDF Format heruntergeladen werden

Im Laufe des Jahres 2006 wurden einige wenige Fälle nacherfasst, die bei der ersten Erhebung nicht berücksichtigt worden waren. Die wichtigsten Ergebnisse wurden aktualisiert und anhand der vervollständigten Daten wurden die Tötungsdelikte in der Partnerschaft eingehender untersucht. Diese Daten sind in der folgenden Zip-Datei verfügbar.

Weiterführende Informationen

Tabellen

Grafiken

Karten

Daten

Publikationen

Medienmitteilungen

Grundlagen und Erhebungen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Kriminalität und Strafrecht
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/kriminalitaet-strafrecht/polizei/gewalt.html