Lebenserwartung

Gegenwärtig ist die Lebenserwartung bei Geburt in der Schweiz eine der höchsten der Welt, was vor allem auf den starken Anstieg im Laufe des 20. Jahrhunderts zurückzuführen ist. Trotzdem ist in jüngster Zeit eine Abschwächung dieses Anstiegs zu erkennen.

Lebenserwartung in der Schweiz

Die Lebenserwartung bei Geburt entspricht der durchschnittlichen Zahl der zu erwartenden Lebensjahre eines Neugeborenen unter der Voraussetzung, dass die altersspezifischen Sterblichkeitsverhältnisse eines bestimmten Kalenderjahres während des ganzen Lebens konstant bleiben. Die Lebenserwartung im Alter von x Jahren entspricht der durchschnittlichen Zahl der zu erwartenden weiteren Lebensjahre einer x-jährigen Person, sofern die altersspezifischen Sterblichkeitsverhältnisse eines bestimmten Kalenderjahres zukünftig konstant bleiben.

Die durchschnittliche Lebensdauer ist ein Kohortenmass, das für einen ganzen Geburtsjahrgang berechnet wird. Sie stellt das durchschnittliche Alter dar, in dem alle Angehörigen eines einzigen Geburtsjahrgangs sterben. Sie ist nicht mit der durchschnittlichen Lebenserwartung identisch, welche sich jeweils auf ein einzelnes Kalenderjahr bezieht.  

Entwicklung der Lebenserwartung
  1998
2008 2018
Bei der Geburt
Männer 76.3 79.7 81.7
Frauen 82.5 84.4 85.4
Im Alter von 30 Jahren
Männer 47.7 50.6 52.4
Frauen 53.3 55.0 56.0
Im Alter von 50 Jahren
Männer 29.0 31.6 33.2
Frauen 34.0 35.5 36.4
Im Alter von 65 Jahren
Männer 16.5 18.7 19.9
Frauen 20.6 22.0 22.7
Im Alter von 80 Jahren
Männer 7.1 8.3 8.9
Frauen 9.1 10.0 10.5
2018: provisorische jährliche Ergebnisse
Quelle: BFS – Szenario

Mehrjährige Sterbetafeln für die Schweiz

In einem kleinen Land wie der Schweiz sind sowohl die Anzahl der Todesfälle als auch die Zahl der Personen in den einzelnen Altersjahren oft zu klein, um auf der Basis eines einzigen Kalenderjahres zuverlässige epidemiologische und demografische Analysen der Sterblichkeit sowie versicherungstechnische Berechnungen in Verbindung mit dem Todesfall zu machen. Sterbetafeln, welche sich auf Beobachtungen von insgesamt sechs Kalenderjahren abstützen, erlauben hingegen, statistisch aussagekräftige Werte für die detaillierte Analyse der Sterblichkeit in der Schweiz zu erhalten.

Die Sterbewahrscheinlichkeit der Männer und der Frauen steigt mit zunehmendem Alter. Dieser Indikator weist die Wahrscheinlichkeit aus, dass ein Mann oder eine Frau eines bestimmten Alters unter den aktuellen Sterblichkeitsverhältnissen vor Erreichen eines bestimmten zukünftigen Alters stirbt.

Sterblichkeit der Geburtsjahrgänge 1876-2030

Das Bundesamt für Statistik hat anhand eines für die Schweiz angefertigten Modells neue Sterbetafeln für die Generationen berechnet, die zwischen 1876 und 2030 geboren wurden bzw. werden. Die wichtigsten Ergebnisse der mittels der neuen Tafeln durchgeführten Analysen werden nachfolgend dargestellt.

Zunahme der durchschnittlichen Lebensdauer von einer Generation zur nächsten
Aus den neuen Kohortensterbetafeln geht hervor, dass die durchschnittliche Lebensdauer der verschiedenen Generationen konstant zugenommen hat. Sie ist zwischen der 1876 geborenen Generation und derjenigen mit Geburtsjahr 1917 um rund 20 Jahre angestiegen. Bei Männern hat sie sich von 43 auf 63 Jahre und bei Frauen von 47 auf 70 Jahre erhöht. Diese Zunahme beruht grösstenteils auf einer Abnahme der Säuglingssterblichkeit und der in allen Altersklassen rückläufigen Todesfälle infolge von Infektionskrankheiten. Die Werte zu diesen Generationen beruhen auf Beobachtungen und sind daher definitiv. Gestützt auf das Modell und die Beobachtungen kann davon ausgegangen werden, dass 1967 geborene Männer eine durchschnittliche Lebensdauer von rund 82 Jahren und Frauen mit dem gleichen Geburtsjahr von rund 87 Jahren haben. Die Zunahme der Lebensdauer zwischen den Generationen 1917 und 1967 ist klar auf einen Rückgang der Sterblichkeit infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere im hohen Alter, zurückzuführen. Sollte sich die Entwicklung der Sterblichkeit in dieser Weise fortsetzen, werden Männer und Frauen mit Geburtsjahr 2017 gemäss Modell durchschnittlich 91 bzw. 94 Jahre alt.

Positive Entwicklung auch in höherem Alter
Innerhalb der untersuchten Generationen ist auch die verbleibende Lebensdauer im Alter von 65 Jahren deutlich angestiegen. Sie erhöhte sich zwischen den Generationen 1876 und 1917 bei den Männern von 12 auf 16 Jahre und bei den Frauen von 14 auf 20 Jahre. Aufgrund der teilweise bereits beobachteten Sterblichkeit im höheren Alter kann davon ausgegangen werden, dass auch die nächsten Generationen deutlich länger leben werden. Die durchschnittliche verbleibende Lebensdauer der 1952 geborenen Männer und Frauen, die 2017 ihr 65. Lebensjahr vollendet haben, dürfte bei etwas mehr als 21 Jahren bzw. etwas weniger als 25 Jahren liegen. Die Männer und Frauen mit Geburtsjahr 2017 werden vermutlich nach ihrem 65. Geburtstag noch durchschnittlich 28 bzw. 30 Jahre leben.

Grosse Unsicherheit bei den Hundertjährigen oder Älteren
Wie die Längsschnittanalyse der Sterblichkeit zeigt, haben nur wenige Personen der Generation von 1917 ihren 100. Geburtstag erlebt (0,4% der Männer und 1,7% der Frauen). Bei der Generation 1967 wird der Anteil der Hundertjährigen oder Älteren 4% bzw. 11% betragen und bei der Generation 2017 15% bzw. 26%. Bei diesen Werten handelt es sich um Schätzungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Tafeln ein getreues Abbild der Realität liefern, sinkt mit zunehmenden Zeithorizont.

Weiterführende Informationen

Tabellen

Grafiken

Daten

Karten

Publikationen

Medienmitteilungen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Demografie und Migration
Espace de l'Europe 10

CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/geburten-todesfaelle/lebenserwartung.html