Lebenserwartung

Gegenwärtig ist die Lebenserwartung bei Geburt in der Schweiz eine der höchsten der Welt, was vor allem auf den starken Anstieg im Laufe des 20. Jahrhunderts zurückzuführen ist. Trotzdem ist in jüngster Zeit eine Abschwächung dieses Anstiegs zu erkennen.

Lebenserwartung in der Schweiz

Die Lebenserwartung bei Geburt entspricht der durchschnittlichen Zahl der zu erwartenden Lebensjahre eines Neugeborenen unter der Voraussetzung, dass die altersspezifischen Sterblichkeitsverhältnisse eines bestimmten Kalenderjahres während des ganzen Lebens konstant bleiben. Die Lebenserwartung im Alter von x Jahren entspricht der durchschnittlichen Zahl der zu erwartenden weiteren Lebensjahre einer x-jährigen Person, sofern die altersspezifischen Sterblichkeitsverhältnisse eines bestimmten Kalenderjahres zukünftig konstant bleiben.

Die durchschnittliche Lebensdauer ist ein Kohortenmass, das für einen ganzen Geburtsjahrgang berechnet wird. Sie stellt das durchschnittliche Alter dar, in dem alle Angehörigen eines einzigen Geburtsjahrgangs sterben. Sie ist nicht mit der durchschnittlichen Lebenserwartung identisch, welche sich jeweils auf ein einzelnes Kalenderjahr bezieht.  

Entwicklung der Lebenserwartung bei Geburt
  1981 1991 2001 2011 2016
Bei der Geburt  
Männer 72.4 74.1 77.4 80.3 81.5
Frauen 79.2 81.2 83.1 84.7 85.3
Im Alter von 30 Jahren  
Männer 44.5 46.1 48.7 51.1 52.2
Frauen 50.4 52.2 53.8 55.3 55.8
Im Alter von 50 Jahren  
Männer 26.0 27.7 29.9 32.3 32.9
Frauen 31.3 33.1 34.5 35.9 36.3
Im Alter von 65 Jahren  
Männer 14.3 15.6 17.3 19.2 19.8
Frauen 18.2 19.8 21.1 22.2 22.6
Im Alter von 80 Jahren  
Männer 6.2 6.8 7.6 8.4 8.8
Frauen 7.6 8.7 9.4 10.1 10.4
Quelle: BFS, Szenario

Mehrjährige Sterbetafeln für die Schweiz

In einem kleinen Land wie der Schweiz sind sowohl die Anzahl der Todesfälle als auch die Zahl der Personen in den einzelnen Altersjahren oft zu klein, um auf der Basis eines einzigen Kalenderjahres zuverlässige epidemiologische und demografische Analysen der Sterblichkeit sowie versicherungstechnische Berechnungen in Verbindung mit dem Todesfall zu machen. Sterbetafeln, welche sich auf Beobachtungen von insgesamt sechs Kalenderjahren abstützen, erlauben hingegen, statistisch aussagekräftige Werte für die detaillierte Analyse der Sterblichkeit in der Schweiz zu erhalten.

Die Sterbewahrscheinlichkeit der Männer und der Frauen steigt mit zunehmendem Alter. Dieser Indikator weist die Wahrscheinlichkeit aus, dass ein Mann oder eine Frau eines bestimmten Alters unter den aktuellen Sterblichkeitsverhältnissen vor Erreichen eines bestimmten zukünftigen Alters stirbt.

Sterblichkeit der Geburtsjahrgänge 1900 - 2030

Die Studie "Schätzung der Lebensdauer gemäss Geburtsjahrgänge" von Jacques Menthonnex, die in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Statistik erstellt wurde, analysiert die Sterblichkeit der Geburtsjahrgänge 1900 bis 2030 auf der Basis der beobachteten Daten der Jahre 1900-2013 und eines für die Schweiz entwickelten mathematischen Modells bis zum Jahr 2030.

Mit einer Zunahme der durchschnittlichen Lebensdauer von rund einem Jahr alle drei Jahre ist die Sterblichkeit im Verlauf des letzten Jahrhunderts deutlich zurückgegangen. Die Frauen bleiben die unbestrittenen Rekordhalterinnen in Bezug auf die Langlebigkeit. Doch dieser Vorsprung der Frauen von rund 3 Jahren für den Geburtsjahrgang 2013 zeigt im Laufe der Generationen eine abnehmende Tendenz. Die Männer holen ihren Rückstand allmählich auf, so dass ihr Gewinn an Lebensjahren bereits seit über vierzig Geburtsjahrgängen jenen der Frauen übersteigt.

Unterschiedliche Entwicklung der Lebenserwartung

Bei den rund hundert untersuchten Geburtsjahrgängen gilt, je jünger, desto bedeutender die Zunahme der Überlebenswahrscheinlichkeit. Die Kleinkinder zwischen 1 und 4 Jahren  profitieren dabei am meisten. Die Entwicklung der Sterblichkeit der Männer und Frauen verläuft über alle Geburtsjahrgänge hinweg parallel bis zum 15. Lebensjahr. Bei den 15- bis 44-Jährigen tritt ein Rückgang der Sterblichkeit bei den Frauen sowohl früher als auch rascher ein als bei den Männern. Doch ab dem 45. Altersjahr holen die Männer ihren Rückstand auf und verringern die geschlechtsspezifische Differenz in Bezug auf die Sterbewahrscheinlichkeit.

Immer mehr Hundertjährige ?

Bei der Analyse der Generationssterbetafeln kann folgendes festgestellt werden: von der Generation 1900 haben nur 0,2 % der Männer und 0,8% der Frauen das 21. Jahrhundert erreicht. 5,3% bzw. 9,5% der Personen des Geburtsjahrgangs 1950 werden voraussichtlich 100 Jahre alt. Von der Generation 2013 werden warscheinlich 17,6% der Männer bzw. 23,9% der Frauen einen 100. Geburtstag feiern. Ohne aussergewöhnliche Entdeckungen auf dem medizinischen Sektor werden jedoch nur wenige Menschen älter als 110 Jahre. Gemäss unseren Sterbetafeln können nur 1,0% bzw. 1,4% der 2013 geborenen Knaben bzw. Mädchen dieses Ereignis erleben. Diese Zahlen stellen eine Einschätzung dar, die nicht als eintretende Realität gesehen werden sollte, und das betrifft vor allem die Zahlen, die weit in der Zukunft liegen.

Weiterführende Informationen

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Daten

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Bundesamt für Statistik Sektion Demografie und Migration
Espace de l'Europe 10

CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

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