Sterblichkeit

Mit Sterblichkeit (Mortalität) wird die Häufigkeit von Todesfällen oder Gestorbenen in einer Bevölkerung bezeichnet. Seit 1876/1880 erarbeitet das Bundesamt für Statistik (BFS) nach jeder Eidgenössischen Volkszählung die so genannten grossen oder allgemeinen Sterbetafeln für die Wohnbevölkerung der Schweiz.

Indikatoren der Sterblichkeit

Die Häufigkeit von Todesfällen in einer Bevölkerung wird als Sterblichkeit bezeichnet. Die grundlegenden Indikatoren der Sterblichkeit sind: 

  • die rohe Sterbeziffer
  • die Säuglingssterbeziffer.

 

Die rohe Sterbeziffer bezieht die Todesfälle in einem bestimmten Kalenderjahr auf die mittlere ständige Wohnbevölkerung. Dieser Indikator wird als Anzahl Todesfälle je 1000 Einwohner ausgedrückt. Seit 1990 ist die rohe Sterbeziffer tendenziell rückläufig.

Säuglingssterbeziffer

Die Säuglingssterbeziffer bezieht die Zahl der in einem Kalenderjahr im ersten Lebensjahr gestorbenen Kinder auf die Lebendgeburten desselben Jahres. Sie wird als Anzahl der im ersten Lebensjahr gestorbenen Kinder je 1000 Lebendgeburten ausgedrückt.

Dieser Indikator wird häufig verwendet, um den Gesundheitszustand einer Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt zu ermitteln. Im letzten Jahrhundert wurden im Kampf gegen die Säuglingssterblichkeit beachtenswerte Erfolge erzielt. Im Jahr 1875 starben 17'900 Säuglinge vor ihrem ersten Geburtstag, heute sind es nur noch rund 300. Dank des Rückgangs der Säuglingssterblichkeit nahm die Lebenserwartung vor allem zu Beginn des letzten Jahrhunderts zu.

Räumliche Unterschiede bei der Mortalität

Das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlicht regelmässig Daten über die Sterblichkeit auf Ebene der Schweiz und der Kantone. Einige regionale Besonderheiten der Mortalität in der Schweiz sind dennoch nicht auf diesen geografischen Ebenen zu beobachten. Die Studie zu den räumlichen Unterschieden der Mortalität in der Schweiz seit 1970 von Philippe Wanner und Mathias Lerch der Universität Genf erlaubt teilweise, diese Lücke auszufüllen. Sie diente einerseits dazu, die Berechnungen zur regionalen Sterblichkeit in der Schweiz zu ergänzen, indem sie Informationen zur Lebenserwartung für verschiedene Gemeindegliederungen (Gemeindetypen, Agglomerationen, MS-Regionen) lieferte. Andererseits war es das Ziel, die regionale Sterblichkeit zu analysieren und die ermittelten Unterschiede sowie die Entwicklungen dieser Unterschiede zwischen 1970 und 2000 zu verstehen. 

Die aggregierten Sterbetafeln basieren auf der durchschnittlichen jährlichen Zahl der Todesfälle während der vier Jahre um den Zeitraum der Volkszählungen (z.B. von 1969 bis 1972) geteilt durch die durchschnittliche Bevölkerungszahl, die anhand der Volkszählung, die zwischen 1970 und 2000 alle zehn Jahre stattgefunden hat, geschätzt wird. Die Abweichungen vom nationalen Durchschnitt wurden nach Altersgruppe und Todesursache geordnet betrachtet, um ein besseres Verständnis der Einflussfaktoren auf die Unterschiede zu erhalten.

Diese Arbeit bestärkt, dass die Abnahme der Sterblichkeit am Ende des 20. Jahrhunderts zu einer Verringerung der Ungleichheiten auf den verschiedenen analysierten Regionen führt. Einzigbei der nach Gemeindetyp berechneten Lebenserwartung für die Männer lässt sich in den letzten drei Jahrzehnten eine Vergrösserung der Disparitäten feststellen. Im Rahmen einer anderen Studie der beiden Autoren für das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) wurde gezeigt, dass bei der Lebenserwartung hinsichtlich Beruf, sozioprofessioneller Kategorie oder Bildungsniveau weiterhin Unterschiede vorhanden sind. Auf regionaler Ebene könnten die beobachteten Abweichungen teilweise auf die spezifischen sozialen Strukturen zurückzuführen sein.

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Bundesamt für Statistik Sektion Demografie und Migration
Espace de l'Europe 10

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Schweiz

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