Internationale Vergleiche

Durschnittsalter der Mütter

Die zusammengefasste Geburtenziffer in der Schweiz lag 2016 mit 1,54 Kindern pro Frau etwas unter dem EU-Durchschnitt von 1,60.

Die Frauen in der Schweiz waren bei der Geburt des ersten Kindes durchschnittlich 30,7 Jahre alt und gehören damit – knapp hinter den in Spanien und Italien lebenden Frauen – zu den ältesten Müttern in Europa. Im EU-Durchschnitt werden die Frauen mit 29 Jahren zum ersten Mal Mutter.

Nichteheliche Lebendgeburten

Die Schweiz hat - von den hier berücksichtigen Ländern - mit 24% klar den tiefsten Anteil an ausserehelichen Geburten, auch in Italien sind Geburten von unverheirateten Müttern mit 28% vergleichsweise selten. Im EU-Durchschnitt liegt der Anteil bei 42% und in Frankreich, Schweden und Dänemark werden sogar die Mehrheit der Kinder ausserhalb einer Ehe geboren.

Erwerbstätigenquote

Im internationalen Vergleich fällt die Schweiz mit überdurchschnittlich hohen Erwerbstätigenquoten auf: 95% der 25- bis 54-jährigen Männer und 85% der Frauen dieser Altersgruppe sind erwerbstätig. In der EU-28 belaufen sich die entsprechenden Werte auf 86% bzw. 74% .
Frauen mit Kindern weisen die tiefsten Erwerbstätigenquoten auf. In der Schweiz sind Mütter in einem Einelternhaushalt (90%) deutlich häufiger erwerbstätig als Mütter die mit einem Partner zusammenleben (80%). In der EU-28 gibt es keinen wesentlichen Unterscheid zwischen diesen beiden Gruppen.

Teilzeiterwerbstätige

Die hohe Erwerbsbeteiligung in der Schweiz wird - insbesondere bei den Frauen mit Kindern - durch den hohen Anteil an Teilzeit erwerbstätigen etwas relativiert. Im Vergleich zur EU-28 arbeiten rund doppelt so viele Erwerbstätige Teilzeit.
Sowohl in der Schweiz als auch im europäischen Mittel sind 25- bis 54-jährige Frauen gut viermal häufiger teilzeiterwerbstätig als gleichaltrige Männer. 

Familienergänzende Kinderbetreuung

In der Schweiz werden 30% der Kinder unter drei Jahren mindestens eine Stunde pro Woche institutionell betreut. Sie liegt damit ganz leicht über dem EU-Durchschnitt von 28%.
Kleinkinder werden also in der Schweiz relativ häufig in einer Krippe oder von einer in einem Netzwerk organisierten Tagesmutter betreut, allerdings nur für eine geringe Dauer. Anders z.B. in Dänemark, das einen Extremfall darstellt. Dort verbringen fast zwei Drittel der Kinder unter 3 Jahren mehr als 30 Stunden pro Woche in einer Betreuungseinrichtung.

Äquivalenzeinkommen

Haushalte mit Kindern weisen im Allgemeinen einen tieferen Lebensstandard auf als jene ohne Kinder, wobei die Unterschiede je nach Land sehr gross sind.

Unter den hier berücksichtigten Ländern nimmt der Lebensstandard eines Haushalts mit zwei Erwachsenen und einem oder zwei Kindern im Vergleich zum Lebensstandard eines Haushalts mit zwei unter 65-jährigen Erwachsenen ohne Kinder in der Schweiz am stärksten ab.

In der Mehrheit der Länder haben Einelternhaushalte und Haushalte mit drei oder mehr Kindern den tiefsten Lebensstandard.

Finanzielle Solidarität zwischen den Generationen

Das Bekenntnis zur finanziellen Solidarität zwischen den Generationen ist in Frankreich besonders ausgeprägt. Eine vergleichsweise geringe Unterstützung geniessen die Aussagen hingegen in Norwegen, wo sie von weniger als der Hälfte der Männer und Frauen befürwortet werden. Neben kulturellen Faktoren könnte insbesondere die dort vorhandene gute soziale Absicherung im Fall von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Berufsunfähigkeit sowie im Rentenalter eine Rolle spielen. Die Schweiz und Deutschland liegen dazwischen, wobei die Zustimmung in den beiden Ländern etwa gleich hoch ist.

Sozialleistungsausgaben für Familien und Kinder

In der Schweiz lagen die Sozialausgaben für Familien und Kinder, wie beispielsweise Familienzulagen, Mutter- oder Vaterschaftsentschädigungen oder Beiträge an Kinderkrippen, 2015 bei 1,5% des BIP. Sie waren damit höher als in den Niederlanden, in Portugal und in Spanien, aber tiefer als in mehreren mittel- und nordeuropäischen Ländern wie Dänemark, Deutschland und Schweden. Im Vergleich zu Ländern mit einem ähnlichen Pro-Kopf-Einkommen wie zum Beispiel Österreich (2,8% des BIP) sind die Sozialausgaben für Familien und Kinder in der Schweiz eher bescheiden.

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