MONET 2030: Öffentliche Entwicklungshilfe für arme Länder


SDG10: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

Auszug aus dem Schweizer Unterziel 10.b: Die öffentliche Entwicklungshilfe der Schweiz setzt einen Schwerpunkt auf Länder, die stark von Armut betroffen sind und Staaten in fragilen Kontexten. […]

Bedeutung des Indikators
Der Indikator gibt Auskunft über die Gelder der öffentlichen Entwicklungshilfe für am wenigsten entwickelte Länder (Least Developed Countries, LDC) und kleine Inselentwicklungsländer (Small Island Developing States, SIDS). Die LDC und SIDS gehören zu den aus sozioökonomischer Sicht am wenigsten entwickelten Ländern. Sie weisen ein geringes Pro-Kopf-Einkommen und eine kaum diversifizierte Wirtschaft auf und können sich kaum aus der Armut befreien. Die internationale Gemeinschaft hat erkannt, dass diese Länder besondere Unterstützung benötigen. Eine Aufstockung der öffentlichen Entwicklungsgelder zugunsten dieser Länder trägt zur Armutsbekämpfung bei und ist somit ein Schritt in Richtung nachhaltige Entwicklung.

Internationaler Vergleich
Der Indikator ist mit den Indikatoren der OECD vergleichbar.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator misst den Nettobetrag der öffentlichen Entwicklungshilfe für am wenigsten entwickelte Länder (LDC) und kleine Inselentwicklungsländer (SIDS).

Die LDC sind gemäss UNO das schwächste und ärmste Glied der internationalen Gemeinschaft. Zu dieser von der UNO definierten Kategorie gehören Länder mit tiefem Lebensstandard (BIP pro Kopf unter 745 USD), menschlicher Not (hohe Kindersterblichkeit, Mangelernährung, tiefe Einschulungsquote), Anfälligkeit für Wirtschaftskrisen (mangelnde Diversifizierung, Auswirkungen exogener Krisen, geringe Widerstandsfähigkeit) und mit weniger als 75 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Liste wird alle drei Jahre von der UNO überarbeitet.

SIDS sind Länder, die nur knapp über dem Meeresspiegel liegen und deren Entwicklung aufgrund eingeschränkter Ressourcen, Isolation, erhöhter Anfälligkeit für Naturkatastrophen, starker Abhängigkeit vom internationalen Handel und prekärer Umwelt beeinträchtigt ist. Die Liste der SIDS wird von der UNO erstellt.

Definitionen

Entwicklungshilfe
Die OECD definiert die öffentliche Entwicklungshilfe (APD) als Leistungen, die 1. von öffentlichen Organen (Bund, Kantone, Gemeinden) stammen; 2. vorrangig auf die Erleichterung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Empfängerländer abzielen, 3. zu Vorzugskonditionen gewährt werden (Schenkungen und Darlehen zu günstigen Konditionen); 4. bestimmt sind für Entwicklungsländer und -regionen sowie multilaterale Organisationen, die auf der OECD-Liste aufgeführt sind.

Unterziele

Schweizer Unterziel 10.b: Die öffentliche Entwicklungshilfe der Schweiz setzt einen Schwerpunkt auf Länder, die stark von Armut betroffen sind und Staaten in fragilen Kontexten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in Staaten in Sub-Sahara Afrika.

Internationales Unterziel 10.b: Öffentliche Entwicklungshilfe und Finanzströme einschliesslich ausländischer Direktinvestitionen in die Staaten fördern, in denen der Bedarf am grössten ist, insbesondere in die am wenigsten entwickelten Länder, die afrikanischen Länder, die kleinen Inselentwicklungsländer und die Binnenentwicklungsländer, im Einklang mit ihren jeweiligen nationalen Plänen und Programmen.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz
Tel.
+41 58 485 64 96

Von Montag bis Freitag
09.00–12.00 Uhr und 14.00–16.00 Uhr

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet-2030/alle-nach-themen/10-ungleichheiten/oeffentliche-entwicklungshilfe-arme-laender.html