Kinoeintritte

Nach einem grossen Einbruch bei den jährlich erzielten Kinoeintritten in den achtziger Jahren, zeigte der Trend seit den Nullerjahren wieder eher nach unten, wenn auch nicht in gleichem Masse. Das breitere Angebot an Filmen vermochte auch nicht weitere Kreise in die Kinos zu locken. Mit der Covid-19-Pandemie brachen nun die Kinoeintritte zuletzt in unvergleichlichem Ausmass ein.


Interaktives Diagramm mit aktuellen Zahlen nach Kinowochen

Der Vergleich der Jahre 2020 und 2019 nach Kinowochen zeigt, wie wenig die Kinobetriebe die ausgebliebenen Eintritte während des ersten Lockdowns in der anschliessenden Phase aufholen konnten. Kantonale sowie nationale Einschränkungen und eine Verunsicherung bei Teilen des Kinopublikums durch die Pandemie dürften eine wichtige Rolle gespielt haben. Weitere Ursachen deuten die Ergebnisse im interaktiven Diagramm an: Die Kinos waren zwar nach dem Lockdown wieder aktiv, doch nur mit reduziertem Betrieb, wie die Anzahl Vorführungen zeigt. Die Anzahl neuer Filme verlief im Herbst beider Jahre mehr oder weniger parallel, nahm 2020 aber gegen Ende Jahr gemeinsam mit der Anzahl aktiver Kinobetriebe rasch ab. Im Sommer starteten 2020 zudem deutlich weniger neue US-Filme.


Kinoeintritte in der Schweiz

Tendenziell sind die jährlichen Kinoeintritte in den 1980er Jahren stark zurückgegangen. Es sind aber auch grosse Schwankungen von Jahr zu Jahr zu beobachten – oft beeinflusst von der Anzahl und dem Erfolg von Grossproduktionen in den jeweiligen Jahren. Der jüngste Rückgang in den Kinoeintritten durch die Covid-19-Pandemie um 65% hat aber ein nie dagewesenes Ausmass.

Entwicklung der Kinoeintritte in der Schweiz

 

2000 2010 2019 2020
Kinoeintritte  
Anzahl verkaufter Eintritte (in Mio.)

15,6

14,8

12,5 4,3
Durchschnittliche Anzahl Eintritte pro Einwohner

2,2

1,9

1,5 0,5
Quelle: BFS, Film- und Kinostatistik

Interaktive Karte der jährlichen Kinoeintritte (Statatlas)


Angebotsvielfalt und Nachfrage

Marktanteile der Filme nach Herkunftsland und Sprachregion
  Total Eintritte Schweiz USA Europa1 Andere Länder
  in 1000
in % in % in % in %
15 564 2.4 74.4 19.1 4.1
Deutschschweiz 10 318 3.1 75.6 16.9 4.4
Französische Schweiz 4 809 1.0 71.8 23.7 3.5
Italienische Schweiz 437 0.9 72.3 23.0 3.8
12 506 6.7 66.6 23.7 3.0
Deutschschweiz 8 131 8.5 67.5 21.4 2.6
Französische Schweiz 4 043 3.5 63.5 29.1 3.9
Italienische Schweiz 332 1.9 81.2 14.6 2.4
4 349 13.8 52.6 30.3 3.2
Deutschschweiz 3 054 17.1 52.2 27.2
3.5
Französische Schweiz 1 200 6.4 53.4 37.6 2.6
Italienische Schweiz
95 3.0 55.7 37.6 3.7
1 Europa: aktuelle Mitgliedstaaten des Europarates ohne die Schweiz
Quelle: BFS, Film- und Kinostatistik

Mit aktuell über 2000 gezeigten Filmen ist die Angebotsvielfalt in den Schweizer Kinosälen grundsätzlich gross. Allerdings werden amerikanische Filme häufiger vorgeführt und erreichen auch ein grösseres Publikum. Bei Filmen aus der Schweiz und der EU verhält es sich umgekehrt: Es starten sehr viele Filme, sie werden aber weniger oft vorgeführt und auch seltener gesehen.

Generell ist eine Konzentration auf wenige Filme zu beobachten: In der Hälfte aller Kinovorführungen werden lediglich etwas mehr als 50 Filme gezeigt. Diese erzielen rund 60% der gesamten Kinoeintritte. An dieser Konzentration hat auch die Covid-19-Pandemie nichts geändert. Allerdings fiel 2020 ein geringerer Anteil der Vorführungen auf US-Filme (2020: 49%; 2019: 61%). Der Anteil von amerikanischen Filmen an den Eintritten ging ebenfalls zurück (2020: 53%;2019: 67%).


Tendenzen bei Kinofilmen in 3D

Im Kinojahr 2014 handelte es sich noch bei jeder zehnten Neuerscheinung um einen 3D-Film. Dieser Anteil sank bis 2019 auf rund 6%. Von einer Konzentration der Vorführungen auf weniger 3D-Filme kann nicht die Rede sein, denn auch die Anzahl 3D-Vorstellungen sank in derselben Zeit. Die Eintritte, die in 3D-Vorstellungen generiert wurden, nahmen ebenfalls ab. 2020 spielten 3D-Filme praktisch keine Rolle, da nur wenige Neuerscheinungen in 3D gestartet sind.

Die Vorführungen in 3D nehmen nicht nur ab, weil weniger 3D-Filme starten, sondern auch weil 3D-Filme häufiger in 2D gezeigt werden. 2019 wurden 3D-Filme nur in etwas mehr als einem Drittel der Vorführungen effektiv in 3D gezeigt, 2020 nur noch in jeder fünften Vorstellung – im Jahr 2014 waren es noch 70% 3D-Projektionen.


Kinoeintritte und Marktanteile im europäischen Vergleich (2019)

Im aktuellsten europäischen Vergleich liegt die Schweiz bei den Eintritten pro Kopf im Mittelfeld. Am beliebtesten sind Kinobesuche in Island, Frankreich und Irland.

Im europäischen Vergleich der Marktanteile einheimischer Filme liegt die Schweiz aktuell im unteren Mittelfeld. Den ersten Rang belegt die Türkei, wo einheimische Filme insgesamt erfolgreicher sind als importierte Werke. Das Vereinigte Königreich belegt mit rund 47% den zweiten Platz. Mit Blick auf die Nachbarländer der Schweiz sind nationale Filme in Frankreich mit rund 35% am erfolgreichsten, gefolgt von Deutschland und Italien mit über 20%. In Österreich erzielen einheimische Filme mit 3% einen tieferen Marktanteil als in der Schweiz (8%, alle Zahlen inkl. minoritäre Koproduktionen).


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