Schweizer Film

Das Angebot an Schweizer Kinofilmen ist auch aufgrund der Digitalisierung der Kinos und des Filmverleihs deutlich gestiegen, und mit dem Angebot auch der Marktanteil der einheimischen Werke, wenn auch nicht im gleichen Ausmass. Im Covid-19-Jahr 2020 generierten Schweizer Produktionen einen hohen Anteil von 14% aller Kinoeintritte.


Interaktives Diagramm mit aktuellen Zahlen nach Kinowochen

Schweizer Filme erzielten vergleichsweise gute Ergebnisse im Jahr der Covid-19-Pandemie 2020. Die ersten Wochen waren geprägt vom Erfolg von Platzspitzbaby in der deutschsprachigen Schweiz. Aber auch in den Sommer- und Herbstwochen 2020 wurden auf tieferem Niveau teils mehr Kinoeintritte erzielt als in denselben Wochen im Vorjahr. Das Angebot an Schweizer Filmen ging auch weniger stark zurück als das Angebot an europäischen oder amerikanischen Filmen.

Schweizer Marktanteil in den Kinos

Marktanteile der Filme nach Herkunftsland und Sprachregion, 2020
  Total Eintritte Schweiz USA Europa1   Andere Länder
  in 1000
in % in % in % in %
4 349
13.8 52.6 30.3 3.2

Deutschschweiz

3 054 17.1 52.2 27.2 3.5

Französische Schweiz

1 200 6.4 53.4 37.6 2.6

Italienische Schweiz

95 3.0 55.7 37.6 3.7
1 Europa: aktuelle Mitgliedstaaten des Europarates ohne die Schweiz Quelle: BFS, Film- und Kinostatistik

Marktanteile einheimischer Filme im europäischen Vergleich (2019)

Im europäischen Vergleich der Marktanteile einheimischer Filme liegt die Schweiz aktuell im unteren Mittelfeld. Den ersten Rang belegt die Türkei, wo einheimische Filme insgesamt erfolgreicher sind als importierte Werke. Das Vereinigte Königreich belegt mit rund 47% den zweiten Platz. Mit Blick auf die Nachbarländer der Schweiz sind nationale Filme in Frankreich mit rund 35% am erfolgreichsten, gefolgt von Deutschland und Italien mit über 20%. In Österreich erzielen einheimische Filme mit 3% einen tieferen Marktanteil als in der Schweiz (8%, alle Zahlen inkl. minoritäre Koproduktionen).


Die erfolgreichsten Schweizer Filme: Kumulierte Anzahl Kinoeintritte in der Schweiz 1976 – 2020

 

Originaltitel

Jahr 

Regie

Kinoeintritte

1

SCHWEIZERMACHER, DIE

1978

Lyssy Rolf

941 971

2

HERBSTZEITLOSEN, DIE

2006

Oberli Bettina

596 272

3

MEIN NAME IST EUGEN

2005

Steiner Michael

580 306

4

ACHTUNG, FERTIG, CHARLIE!

2003

Eschmann Mike

560 523

5

SCHELLEN-URSLI

2014

Koller Xavier

456 077

6

PETITES FUGUES, LES

1979

Yersin Yves

426 399

7

GROUNDING

2005

Steiner Michael, Fueter Tobias

377 713

8

GÖTTLICHE ORDNUNG, DIE

2016

Volpe Petra

356 714

9

SCHWEIZER NAMENS NÖTZLI, EIN

1988

Ehmck Gustav

350 681

10

PLATZSPITZBABY

2019

Monnard Pierre

329 920
Quelle: BFS, Film- und Kinostatistik

Schweizer Langfilm-Produktion

  1970 1980 1990 2000 2010 2020
22 36 43 61 100

79

Spielfilm 12 21 16 26 39

16

Dokumentarfilm 10 15 27 35 61

63

Animation 0 0 0 0 0

0

Quelle: Schweizer Filmarchiv, Swiss Films, SRG SSR (Pacte de l'Audiovisuel), BFS (Film- und Kinostatistik)

Seit 1970 ist die Produktion von Schweizer Langfilmen für das Kino stark angestiegen: Betrug die Anzahl produzierter Filme im Jahr 1970 noch 22, waren es 1990 mit 43 schon rund doppelt so viele. In den Jahren 2010 und 2018 wurde zwei Mal die Marke von 100 Schweizer Produktionen überschritten. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 79 einheimische Langfilme gezählt. Viele dieser Filme wurden an Festivals vorgeführt, die wegen der Covid-19-Pandemie online durchgeführt werden mussten.

Während in den 1970er und 1980er-Jahren die Spielfilm-Produktion überwog, hat sich das Verhältnis ab 1990 klar zu Gunsten des Dokumentarfilms geändert. Mittlerweile werden jedes Jahr rund doppelt so viele Dokumentarfilme wie Spielfilme produziert. Lange Animationsfilme werden in der Schweiz kaum hergestellt.


Schweizer Kurzfilm-Produktion

  1990 1995
2000 2005 2010 2020
93 128 144 159 100 131
Spielfilm 24 57 76 74 60 55
Dokumentarfilm 62 56 58 52 19 52
Animation 7 15 10 33 21 24
Quelle: Schweizer Filmarchiv, Swiss Films, SRG SSR (Pacte de l'Audiovisuel), BFS (Film- und Kinostatistik)

In den letzten 10 Jahren wurden in der Schweiz jedes Jahr zwischen 100 und 200 Kurzfilme produziert. Ein Grossteil davon stammt aus den Kunsthochschulen in Zürich, Luzern, Lausanne und Genf. Zu sehen sind diese Filme meist im Rahmen von speziellen Kurzfilmprogrammen im Kino, an Filmfestivals und immer häufiger auch im Internet. Im Jahr 2020 sind viele Filme an Festivals vorgeführt worden, die Covid-19 bedingt oft online durchgeführt wurden.


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