Kinoinfrastruktur

Der allgemeine Trend weg von Einsaalkinos hin zu Kinos mit mehreren Leinwänden und grossen Multiplexen prägt die Kinolandschaft in der Schweiz. Die Anzahl Leinwände nimmt im Gegensatz zur Anzahl Kinobetriebe stetig zu. Die totale Anzahl Sitzplätze bleibt seit den 1990er Jahren hingegen konstant. Die Säle wurden in den vergangenen Jahren immer häufiger mit 3D-Projektoren ausgestattet, auch wenn die Nachfrage nach 3D-Vorführungen stagniert.


Interaktive Karten zur Kinoinfrastruktur


Entwicklung der Schweizer Kinoinfrastruktur

In der längerfristigen Betrachtung seit 1931 findet sich das «goldene Zeitalter» der Schweizer Kinos in den Jahren 1963–1964 mit 646 Sälen und rund 234’000 Sitzplätzen. Danach stellt man unter dem Einfluss des Fernsehens und später des Videos einen kontinuierlichen Rückgang der Kinoinfrastruktur bis zu Beginn der 1990er-Jahre fest. Im Jahr 1992 gab es noch 382 Kinosäle in der Schweiz mit insgesamt 94'985 Sitzplätzen, und die Zahl der Eintritte war auf rund 15 Millionen zurückgegangen – 1980 erzielten die Kinos noch über 20 Millionen Eintritte.

Seit dem Jahr 1992 nahm die Anzahl Sitzplätze wieder leicht und die Anzahl Kinosäle stark zu, was unter anderem mit dem Aufkommen der Kinokomplexe zusammenhängt. Einzig in den Jahren zwischen 2010 und 2013 war die Zahl der Säle rückläufig, von 558 auf 533. Während der Jahre 2018 und 2019 wurden 605 aktive Kinosäle verzeichnet – so viele wie seit 1969 nicht mehr (596 Säle), wobei die Kapazität dieser Säle im Jahr 2019 mit 101’173 Sitzplätzen nur halb so gross ist wie im Jahr 1969. Die Anzahl Kinos nahm dabei seit den sechziger Jahren stark ab – im Jahr 2019 waren insgesamt nur noch 269 Kinos aktiv.


Digitale Säle und 3D


Multiplex-Kinos in der Schweiz

  1995 2005 2010 2015 2019
Multiplex-Kinos 1 7 12 13 16
Säle in Multiplex-Kinos 10 67 116 134 168
In % aller Kinosäle 2.3 12.5 20.8 23.5 27.8
In % aller Sitzplätze 1.6 13.0 21.9 24.8 29.2
Quelle: BFS, Film- und Kinostatistik

Seit über dreissig Jahren befindet sich die Kinolandschaft im Wandel. Der Trend geht vom klassischen Kino mit einem Saal bzw. einer Leinwand hin zu Kinos mit mehreren Sälen. Dieses Mehrsaalkonzept, das den Zugang zum Kino für das Publikum stark verändert hat, konnte sich in Europa und in der Schweiz weitgehend durchsetzen. Es existieren zahlreiche Definitionen zur Umschreibung dieser neuen Strukturen. Wir halten uns an die europäische Terminologie, gemäss welcher ein Kinokomplex 2 bis 7 Säle und ein Multiplexkino 8 bis 15 Kinosäle umfasst. Kinos mit mindestens 16 Sälen wären als „Megaplexe“ zu bezeichnen. Da es aber in der Schweiz nur wenige solche gibt, werden Megaplexe in der Kategorie „Multiplexe“ berücksichtigt.


Billettpreise

In den letzten dreissig Jahren ist der durchschnittliche Preis eines Kinobillets (nominal, d.h. ohne Inflationskorrektur) kontinuierlich angestiegen und hat sich mittlerweile fast verdoppelt: Während er im Jahr 1983 noch CHF 8.20 betrug, belief er sich im 2019 auf CHF 15.46. Allerdings bestehen Preisunterschiede innerhalb der Schweiz: In der Deutschschweiz sind die durchschnittlichen Billetpreise generell höher als in der Romandie oder im Tessin.

Durchschnittlicher Preis eines Kinobillets (in CHF)
Jahr Schweizer Durchschnitt Deutschschweiz Französische Schweiz Italienische Schweiz
1995 12.82 13.31 11.82 13.08
2000 13.40 13.65 12.87 13.39
2005 14.34 14.84 13.32 13.48
2010 15.49 15.88 14.72 14.77
2015 15.55 15.87 14.85 15.04
2019 15.46 16.04 14.48 13.27
Quelle: BFS, Film- und Kinostatistik


Weiterführende Informationen

Tabellen

Grafiken

Karten

Daten

Publikationen

Grundlagen und Erhebungen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Politik, Kultur, Medien
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz
Tel.
+41 58 463 61 58

Von Montag bis Freitag  09.00-12.00 und 14.00-16.00

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/kultur-medien-informationsgesellschaft-sport/kultur/film-kino/kinoinfrastruktur.html