Wirtschaftliche Sozialhilfe

Die Quote der wirtschaftlichen Sozialhilfe (WSH) ist der Hauptindikator der Sozialhilfeempfängerstatistik. Sie entspricht dem Anteil Personen der gesamten ständigen Wohnbevölkerung, die im Erhebungsjahr eine finanzielle Sozialhilfeleistung erhalten haben.

Sozialhilfequote und geografische Verteilung

Im Jahr 2019 haben in der Schweiz 271 400 Personen mindestens einmal eine finanzielle Leistung der wirtschaftlichen Sozialhilfe erhalten. Die Sozialhilfequote bleibt stabil bei 3,2%.

Die kantonalen Unterschiede bei der Sozialhilfequote sind einerseits auf die Bevölkerungsstruktur und das Wirtschaftsgeflecht der Region und andererseits auf die bestehenden kantonalen, der wirtschaftlichen Sozialhilfe vorgelagerten Sozialleistungen zurückzuführen.

Risikogruppen in der Sozialhilfe

Bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Kinder, Ausländerinnen und Ausländer sowie geschiedene Personen haben ein höheres Risiko, von der Sozialhilfe abhängig zu werden. Die Sozialhilfequote ist zudem in städtischen Gebieten höher und steigt mit zunehmender Gemeindegrösse an.  

Ausbildungsstand der Sozialhilfebeziehenden

Das Bildungsniveau der Sozialhifebeziehenden spielt bei der Sozialhilfeabhängigkeit eine wesentliche Rolle. Personen ohne Berufsbildung sind in der Sozialhilfe übervertreten. Während sie in der ständigen Wohnbevölkerung 15,6% ausmachen, sind es bei den Sozialhilfebeziehenden 48,6%. Ihr Anteil ist somit bei den Sozialhilfebeziehenden rund dreimal höher als in der ständigen Wohnbevölkerung.


Mehr als die Hälfte der unterstützten Kinder leben in Einelternfamilien

Kinder und Jugendliche, die von der Sozialhilfe unterstützt werden, wachsen in unterschiedlichen Familiensituationen auf, werden jedoch in der Regel gemeinsam mit ihren Eltern von der Sozialhilfe unterstützt. Von den gut 79 200 Kindern und Jugendlichen in der Sozialhilfe, leben knapp 55% in Einelternfamilien. Weitere 38% leben mit beiden Elternteilen zusammen. 2,3% der Minderjährigen in der Sozialhilfe werden in Einpersonendossiers geführt und gut 5% leben in Heimen, stationären Einrichtungen oder anderen Wohnformen.

Ablösequote

Die schweizweite Ablösequote beträgt 28,1% (im Jahr 2018).

Die Ablösequote gibt den Anteil aller Sozialhilfedossiers mit Leistungsbezug in einem bestimmten Jahr wieder, die von der Sozialhilfe abgelöst werden konnten, und beschreibt damit die Ablösewahrscheinlichkeit von der Sozialhilfe.

Verläufe in der Sozialhilfe

Das BFS hat die Biografien der Sozialhilfebeziehende eingehend untersucht. Der Beobachtungszeitraum erstreckte sich von Anfang 2006 bis Ende 2011. Alle Neueintritte des Jahres 2006 wurden während 60 Monaten beobachtet und je nach Bezugsdauer einem Verlaufstyp zugeordnet.  Die verschiedenen Verlaufstypen wurden nach kurzen bzw. langen Sozialhilfebezügen eingeteilt. Allfällige Wiedereintritte in die Sozialhilfe wurden in den Analysen ebenfalls berücksichtigt.

Weiterführende Informationen

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Daten

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Grundlagen und Erhebungen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Sozialhilfe
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Schweiz

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