Sekundarstufe II: Abschlussquote

Ein Abschluss auf der Sekundarstufe II wird heutzutage als minimale Voraussetzung für einen erfolgreichen Eintritt in das Erwerbsleben betrachtet. Nach der obligatorischen Schulzeit können junge Menschen ihre Ausbildung in einer allgemeinbildenden Schule oder einer beruflichen Bildung auf der Sekundarstufe II fortsetzen. Auf dieser Stufe erwerben sie Qualifikationen, die ihnen den Zugang zu einer höheren Bildung ermöglichen oder sie auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt als Fachkraft vorbereiten.

Dass 95% der Jugendlichen bis zum Alter von 25 Jahren einen Abschluss auf der Sekundarstufe II haben sollen, ist eines der politischen Ziele, die Bund, Kantone und Arbeitnehmerorganisationen gemeinsam festgelegt haben. Die Quote der Erstabschlüsse auf der Sekundarstufe II dient als Indikator zur Beurteilung, inwieweit dieses Ziel erreicht wird.

Hauptergebnisse

  • 90,9% der Jugendlichen haben einen Abschluss der Sekundarstufe II erworben.
  • Frauen haben eine etwas höhere Abschlussquote als Männer.
  • Mit 94,0% erreichten die in der Schweiz geborenen Schweizer/innen fast das Ziel von 95%.
  • Die deutschsprachigen Kantone haben insgesamt höhere Abschlussquoten als die lateinischen Kantone.

Tabellen


Methodologie

Berechnungsmethode

Die Quote der Erstabschlüsse auf der Sekundarstufe II misst den Anteil der obligatorischen Schule ausgetretenen Jugendlichen bis zum 25. Altersjahr, die in der Schweiz einen Erstabschluss auf der Sekundarstufe II erworben haben.

Die Abschlussquote wird als Nettoquote berechnet. Sie wird ermittelt, indem die Anzahl der Absolventen in einem bestimmten Alter durch die Referenzbevölkerung desselben Alters dividiert wird. Das gleiche Verfahren wird für alle relevanten Altersgruppen angewandt, in denen Absolventen zu finden sind. So wird zum Beispiel die Zahl der 15-jährigen Absolventen durch die Gesamtzahl der 15-Jährigen in der Bevölkerung dividiert, die Zahl der 16-jährigen Absolventen durch die Gesamtzahl der 16-Jährigen in der Bevölkerung und so weiter. Die Gesamtabschlussquote wird dann als Summe aller dieser altersspezifischen Quoten berechnet.

Der Indikator gibt Auskunft über die Bildungsverläufe in der Schweiz bzw. über die Lernenden, die ihre Ausbildung in der Schweiz absolvieren. Er misst nicht den Qualifikationsstand der Personen, die nach dem Ende der obligatorischen Schule eingewandert sind. Analog sind auch Jugendliche, die vor dem Erstabschluss auf der Sekundarstufe II auswandern, aus der Berechnung ausgeschlossen. Jene, die die Schweiz nach dem Erstabschluss auf der Sekundarstufe II verlassen, werden hingegen zu den zertifizierten Personen gezählt.

Die Erstabschlussquote auf der Sekundarstufe II ist aus zwei Gründen auf Personen bis zum Alter von 25 Jahren beschränkt:

  • Das Ziel von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt bezieht sich explizit auf diese Altersgruppe.
  • Anhand der verfügbaren Daten lässt sich für ältere Personen nicht bestimmen, ob die von ihnen erworbenen Abschlüsse Erstabschlüsse sind oder nicht.

Bei der Berechnung der Quote der Erstabschlüsse auf der Sekundarstufe II werden folgenden Abschlüsse berücksichtigt:

  • berufliche Grundbildung: die eidgenössischen Fähigkeitszeugnisse und Berufsatteste gemäss der Statistik der beruflichen Grundbildung (SBG)
  • allgemeinbildende Ausbildungen: die gymnasialen Maturitäten, die Fachmittelschulausweise (FMS-Ausweise) und die Abschlüsse der internationalen Schulen in der Schweiz (Allgemeinbildung) gemäss der Statistik der Bildungsabschlüsse (SBA) berücksichtigt.

Da die Quote nur die Erstabschlüsse auf der Sekundarstufe II betrifft, werden Abschlüsse, die einer zweiten Zertifizierung entsprechen (Berufsmaturität, Fachmaturität, Abschlüsse von Passerellenlehrgängen zur Tertiärstufe), sowie auch Zweit- oder nach einer Erfassung auf der Tertiärstufe erworbene Abschlüsse nicht einbezogen. Eine Person, die in die Tertiärstufe eintritt, nachdem sie als Lernende(r) auf der Sekundarstufe II erfasst worden ist, gilt jedoch als zertifiziert, selbst wenn ihr Abschluss auf der Sekundarstufe II nicht erfasst worden ist.:

Aufgrund des Medianalters beim Austritt aus der obligatorischen Schule (16 Jahre) und beim Erwerb eines Abschlusses auf der Sekundarstufe II (20 Jahre) umfasst die Referenzbevölkerung die Personen, die gemäss STATPOP sowohl im Jahr der Messung des Indikators als auch vier Jahre früher in der Schweiz wohnhaft waren, mit Ausnahme der im Ausland geborenen Personen, die mit 18 Jahren oder später in die Schweiz eingewandert sind. Dieses Vorgehen kommt einer Längsschnittberechnung sehr nahe, da beim theoretischen Austritt aus der obligatorischen Schule ein Hauptreferenzpunkt gesetzt wird. Die soziodemografischen (Geschlecht, Alter, Migrationskategorie) und die geografischen (Sprachregion, Gemeindetyp, Wohnkanton und -bezirk) Merkmale der Personen beziehen sich auf diesen Zeitpunkt. Damit wird die Kohärenz der individuellen Merkmale gewährleistet und sichergestellt, dass alle im Zähler enthaltenen zertifizierten Personen auch im Nenner vorhanden sind.

Für eine bessere Stabilität der Ergebnisse wird ein Dreijahresdurschnitt berechnet. Die Quote für das Jahr X entspricht folglich dem Durchschnitt der für die Jahre X-1, X und X+1 erhaltenen Werte

Definitionen

Dimensionen

Entwicklung
Da die neue Methode zur Berechnung der Abschlussquoten der Sekundarstufe II noch neu ist, gibt es nicht genügend Vergleichspunkte im Zeitverlauf, um eine Entwicklung aufzuzeigen.

Kanton
Das Kriterium für den kantonalen Vergleich ist der Wohnkanton, d.h. der Kanton, in dem die Schüler/innen und Studenten/innen ihren gesetzlichen Wohnsitz haben.

Bei der Interpretation der kantonalen Unterschiede können viele Faktoren eine Rolle spielen, beispielsweise unterschiedliche soziodemografische Zusammensetzungen, heterogene Bildungssysteme, ungleiche wirtschaftliche Kontexte, Chancen und Strukturen oder verschiedenartige geografische Gegebenheiten.

Für kleinere Bevölkerungsgruppen, wie zum Beispiel kleine Kantone, ist es möglich, dass Nettoquoten 100% übersteigen können. Auch können die Resultate zwischen den Jahren grösseren Veränderungen ausgesetzt sein.

Andere Eigenschaften des Indikators

Revision der Berechnungsmethode
Die Methode, die das BFS bis 2012 zur Schätzung der Quote der Erstabschlüsse auf der Sekundarstufe II anwendete, entsprach der damals noch beschränkten Qualität der verfügbaren Daten. Die Berechnungen stützten sich auf ein typisches Alter beim Abschluss anstatt auf das tatschliche Alter, die Bevölkerung im Zähler und im Nenner stimmten nur annähernd überein und anhand der verfügbaren Daten konnten Doppelzählungen nicht korrekt identifiziert werden. Dank der Einführung des einheitlichen Identifikators (AHVN13) in den Personenregistern von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie der Modernisierung der Bildungsstatistiken können die Quoten nun ohne Doppelzählungen auf verschiedenen Stufen und nach unterschiedlichen Kriterien berechnet werden. Aus all diesen Gründen können die in diesem Indikator dargestellten Werte nicht mit den bisherigen Ergebnissen verglichen werden, deshalb hat der Indikator noch keine Zeitreihe.

Nettoquoten
Die Nettoquote untersteht dem Einfluss struktureller Veränderungen wie beispielsweise einer Verjüngung oder Alterung der Personen in Ausbildung. Aus diesem Grund werden die berechneten Werte entsprechend der Entwicklung des Medianalters am Ende der obligatorischen Schule vier Jahre zuvor korrigiert; diese Zeitspanne entspricht der durchschnittlichen Dauer bis zum Erwerb eines Abschlusses auf der Sekundarstufe II. Dieser Schritt garantiert die Stabilität der Ergebnisse, unabhängig von allfälligen bis zum Ende der Sekundarstufe I erfolgten Reformen. Auswirkungen von Änderungen auf der Sekundarstufe II wie beispielsweise Anpassungen am Bildungsangebot oder Änderungen der Ausbildungsdauer werden hingegen nicht bereinigt.

Revisionen der Resultate
Die veröffentlichten Werte der Quoten können aus zwei Hauptgründen im Nachhinein revidiert werden. Zum einen können die Erhebung en rückwirkend korrigiert werden, z.B. wenn nachträglich Lücken aufgedeckt werden. Zum anderen kann die Beobachtung der Bildungsverläufe nachträglich zeigen, dass eine Zertifizierung der Sekundarstufe II erteilt wurde, obwohl sie nicht erfasst wurde. Typischerweise deutet ein Eintritt in eine Hochschule in der Regel darauf hin, dass ein Abschluss der Sekundarstufe II erworben wurde, auch wenn er aus dem einen oder anderen Grund nicht erhoben wurde. Diese beiden Phänomene bewirken, dass die Werte der zu einem bestimmten Zeitpunkt veröffentlichten Quoten leicht revidiert werden können, wenn neue Daten verfügbar werden.

Periodizität

Jährlich

Nächste Aktualisierung

November 2022

Links

Quellen

Sie können die Indikatoren nach einem der folgenden Aufrufe auswählen

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Bundesamt für Statisitk Sektion Bildungssystem
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