Sterblichkeit, Todesursachen

Die Sterblichkeitsstatistik erhebt die Anzahl Todesfälle, die Todesursachenstatistik die dazu gehörenden Ursachen (siehe «Spezifische Todesursachen»). Nach einer langen stabilen Phase nimmt die Zahl der Todesfälle seit Mitte der 2000er-Jahre wieder zu. Die standardisierte Sterberate sank von 1970 bis 2019 kontinuierlich ab und hat sich in diesem Zeitraum mehr als halbiert. Im Jahr 2020 ist die standardisierte Sterberate aufgrund der Covid-19 Pandemie wieder angestiegen. Sie war zuletzt in 2015 aufgrund der saisonalen Grippe und einer Hitzewelle im Juli aussergewöhnlich hoch.

Sterblichkeit

Jahr

Anzahl Todesfälle

Standardisierte Sterberate1

 

Männer

Frauen

Männer

Frauen

2020

37 624

38 571

543

365

2019 32 756 35 024 488 342

2018

32 398

34 690

498 347
2017

32 406

34 565

513 349
2016

31 283

 33 681

  508   352

2015

32 646

34 960

  547

  367

2014

30 950

32 988

534

356

1 Altersstandardisierte Sterberate pro 100 000 Einwohner Quelle: BEVNAT, CoD

Laufende Erfassung der Todesfälle

Anhand der wöchentlichen Todesfallzahlen können Perioden mit Übersterblichkeit erkannt werden. Seit dem Herbst 2022 (Woche 39/2022) zeigen sich in der Gruppe der Personen ab 65 Jahren erneut Todesfallzahlen über dem langjährigen Erwartungswert. In dieser Zeit sind auch die Covid-19 Inzidenzen wieder leicht angestiegen. Seit Anfang November (Woche 44/2022) ist zudem auch eine Grippewelle zu beobachten.

Im bisherigen Verlauf der SARS-CoV-2-Pandemie in der Schweiz wurde im Frühling 2020 vom 16.3.2020 (Woche 12/2020) bis 19.4.2020 (Woche 16/2020) eine erste Periode deutlicher Übersterblichkeit beobachtet.

Im Herbst 2020 kam es ab dem 19.10.2020 (Woche 43/2020) bis 31.1.2021 (Woche 4/2021) zu einer zweiten Periode mit sehr hoher Übersterblichkeit.

Ende 2021 kam es vom 08.11.2021 (Woche 45/2021) bis zum 09.01.2022 (Woche 01/2022) in der Altersgruppe von 65 Jahren und älter zu einer dritten Periode mit Übersterblichkeit.

In 2022 lag im Sommer von Mitte Juni (Woche 24/2022) bis Anfang September (Woche 34/2022) die Sterblichkeit der Über-65-Jährigen über dem erwarteten Wert. Bei der Beurteilung muss berücksichtigt werden, dass in dieser Periode in der Schweiz sehr hohe Temperaturen geherrscht haben und ein Anstieg der Covid-19 Inzidenzen zu beobachten war. Eine Gesamtbilanz der Todesfälle infolge von COVID-19 wird man erst nach Abschluss der Epidemie in der Schweiz ziehen können.

Der Verlauf der Übersterblichkeit zeigte sich nicht in allen Regionen der Schweiz gleich, siehe hier. Bitte beachten Sie zudem die methodologischen Hinweise weiter unten.  

Methodik: Die Todesfälle werden beim zuständigen Zivilstandsamt gemeldet und in einer zentralen Datenbank registriert. Unter der Annahme eines konstanten Meldeflusses schätzt das BFS die Fallzahlen. Die normalerweise zu erwartende Zahl der Todesfälle wird aufgrund der Entwicklung der Fallzahlen jeder Altersklasse der vorangegangenen fünf Jahre berechnet. Die saisonale Verteilung der Todesfälle auf die 52 Wochen des Jahres berechnet sich aufgrund des Medianwerts jeder Kalenderwoche der vergangenen zehn Jahre. Zuletzt wird für jeden Erwartungswert eine Bandbreite berechnet, innerhalb welcher Schwankungen als zufällig gewertet werden müssen. Die Berechnung der erwarteten Zahl der Todesfälle entspricht damit nicht einfach einem Durchschnittswert, sondern berücksichtigt die Veränderung der Bevölkerung von Jahr zu Jahr sowie zufällige Schwankungen.

Da die Anzahl der Sterbefälle im Jahr 2020 ausserordentlich hoch war, beruht die Berechnung der Übersterblichkeit im Jahr 2021 weiterhin auf der für das Jahr 2020 berechneten erwarteten Zahl der Todesfälle. Für die Berechnung der Erwartungswerte 2022 und 2023 wurden in der Altersgruppe von 65 Jahren und älter die Zeiträume mit Übersterblichkeit in 2020 und 2021 durch Ihren erwarteten Wert ersetzt. Die Übersterblichkeit in 2022 konnte bisher keiner eindeutigen Ursache zugeordnet werden. Deswegen wurde für die Berechnung der Erwartungswerte 2023 die beobachtete Anzahl Todesfälle aus 2022 verwendet. Die Gesamtzahl der für 2023 erwarteten Todesfälle liegt im auf der Bevölkerungszunahme und -alterung basierenden Trend über die vergangenen zehn Jahre.

Anhand des Mortalitätsmonitoring können die «beobachteten» Zahlen mit den «erwarteten» Zahlen zeitnah verglichen werden. Das Monitoring umfasst alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, die in der Schweiz verstorben sind.

In der Todesursachenstatistik muss für jeden Todesfall eine einzige Diagnose der Krankheit, die zum Tod geführt hat, ausgewählt werden. Nach den Regeln der Weltgesundheitsorganisation ist dies die Grundkrankheit, die am Beginn des Krankheitsverlaufs stand und nicht das letzte Ereignis, das schliesslich zum Tod geführt hat. Auch bei Mehrfacherkrankungen wird in den weltweit publizierten Tabellen zu den Todesursachen nur eine Grundkrankheit erfasst. Das Mortalitätsmonitoring ist daher nicht für das Monitoring einzelner Todesursachen wie etwa die Grippe geeignet. Es wurde speziell zum Monitoring der Gesamtsterblichkeit entwickelt.

Weitere Informationen

Todesfälle und Sterbeziffer

Über drei Jahrzehnte lag die Anzahl Todesfälle bei etwa 60 000. In den letzten Jahren nimmt sie zu, 2012 waren erstmals über 64 000 Todesfälle registriert worden. Hingegen nimmt die Anzahl der Todesfälle von Personen unter 80 Jahren ab, während immer mehr Personen im Alter von 80 und mehr Jahren sterben. Diese Entwicklung ist auf die zunehmende Zahl alter Menschen in der Bevölkerung zurückzuführen. Bei den altersstandardisierten Sterberaten (Sterbeziffer) ist seit 1970 ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten, mit Ausnahmen in den Jahren 1990 und 2015. Im Jahr 2020 sind durch die Corona Pandemie die altersstandardisierten Sterberaten bei Männern und Frauen erneut auf das Niveau von 2015 angestiegen.

Weiterführende Informationen

Grafiken

Publikationen

Medienmitteilungen

Grundlagen und Erhebungen

In diesem Thema

Spezifische Todesursachen

Häufigste Todesursachen nach Alter und Geschlecht; vorzeitige Sterblichkeit und verlorene potenzielle Lebensjahre

Säuglingssterblichkeit und Totgeburten

Entwicklung der Säuglingssterblichkeit und der Totgeburtenrate

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