Stellungnahmen

Studie und Artikel zu Gender Wage Gap von ZEW und Universität Basel

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW in Mannheim hat zusammen mit der Universität Basel eine Studie mit dem Titel «Gender Norms and Income Misreporting Within Households» und den dazugehörigen Artikel «Paare verfälschen Anteil von Frauen am gemeinsamen Einkommen» veröffentlicht. Die hauptsächlich auf der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) basierende Studie kommt zum Schluss, dass Haushalte, in denen die Frau mehr verdient als der Mann, in Umfragen das Einkommen der Frau tendenziell tiefer bzw. jenes des Mannes überhöht angeben. Die Autorinnen weisen darauf hin, dass dieses Verhalten die Statistiken zum Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern (Gender Wage Gap) verfälschen könnte.

Auf die Ergebnisse des Bundesamtes für Statistik trifft dies jedoch nicht zu. Die offiziellen Daten zur Messung des Lohnunterschieds stammen aus der Lohnstrukturerhebung (LSE) und werden direkt von den Unternehmen geliefert.

In der SAKE hinterfragt die Studie nicht das im Basisfragebogen angegebene Erwerbseinkommen, sondern ausschliesslich das Einkommen, das für die Partnerin oder den Partner angegeben wird. Diese Information wird lediglich alle drei bis vier Jahre im Rahmen eines Moduls zur sozialen Sicherheit erhoben, um die SAKE mit Kontextinformationen zu ergänzen.

Das in der Erhebung über die Einkommen und die Lebensbedingungen (SILC) angegebene Erwerbseinkommen stammt von der Zentralen Ausgleichsstelle (AHV-beitragspflichtiges Einkommen), weshalb eine Verzerrung bei der Ermittlung des Haushaltseinkommens ebenfalls auszuschliessen ist.

Neuchâtel, 18. Februar 2020


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