Fernsehnutzung nach Sendern

Die heutige Vielfalt an Fernsehsendern in den europäischen Ländern ist unter anderem auf die Deregulierung des TV-Marktes in den 1980er Jahren zurückzuführen. Zuvor war das Fernsehen in Europa vorwiegend staatlich organisiert. Die Finanzierung der aufwändigen Programmproduktion erfolgte über staatliche Zuschüsse oder über Gebühren. Die neuen, privatwirtschaftlich organisierten Sender finanzierten sich hingegen weitgehend über Werbung.
Mit der in den letzten Jahren einsetzenden Digitalisierung des Fernsehens hat sich das Angebot an Fernsehsendern noch einmal stark vergrössert und auch die Bild- und Tonqualität wurde verbessert. Ausserdem bestehen mittlerweile mehr Möglichkeiten für die zeitversetzte Fernsehnutzung.

Da in den Nachbarländern jeweils eine Schweizer Amtssprache gesprochen wird, spielen ausländische Fernsehstationen in der Schweiz eine relativ grosse Rolle. Entsprechend konzentriert sich das Privatfernsehen in der Schweiz vor allem auf regionale Sender (mit teils schweizweiter Ausstrahlung) sowie auf die Bereiche «Unterhaltung» und «Fiktion» (vgl. Link BAKOM unter weiterführende Informationen).

Die untenstehenden Informationen zeigen zunächst die sprachregionale Bedeutung der mehrheitlich über Gebühren finanzierten Programme der SRG SSR im Verhältnis zu den jeweiligen Schweizer Privatsendern und zu den ausländischen TV-Stationen. Anschliessend wird die Stellung der öffentlich-rechtlichen Sender in den Schweizer Sprachregionen mit derjenigen in ausgewählten europäischen Ländern verglichen.

Die Fernsehnutzung in der Schweiz wird stark durch Sender aus dem benachbarten Ausland beeinflusst. Die SRG SSR erzielt mit ihren Programmen in der Deutschschweiz und der französischen Schweiz einen Marktanteil von 31 bzw. 28% der Programmnutzung, während die SRG SSR-Programme in der italienischen Schweiz mit 33% den grössten Marktanteil erreichen.

Weiterführende Informationen

Tabellen

Grafiken

Methodologie

Die Fernsehnutzung wird in der Schweiz von Mediapulse AG erhoben:

Elektronisches Messsystem Kantar Media (ab 2013)
Erhebung: Seit dem 1. Januar 2013 ermittelt die Mediapulse AG die Nutzung von Fernsehsendungen mit dem elektronischen Mess-System von Kantar Media, welches das seit dem 1. Januar 1985 eingesetzte Telecontrol abgelöst hat. Auch an der Basis des neu eingesetzten Systems steht ein elektronisches Mess- und Speichergerät (Kantar Media PeopleMeter), das – in repräsentativ ausgewählten Panelhaushalten – an den Fernsehapparaten angeschlossen wird. Neu wird in den Fernsehhaushalten auch die zeitversetzte TV-Nutzung sowie mit dem Kantar Media VirtualMeter die TV-Nutzung am Computer erfasst. Die Audiospuren der in den Haushalten eingeschalteten Fernsehprogramme werden vom Messgerät sekundengenau registriert und mit den an verschiedenen Standorten aufgezeichneten Referenzierungs-Audiospuren verglichen. Aus dem Audiospuren-Vergleich wird ermittelt, welches Programm im Haushalt eingeschaltet war.
Grundgesamtheit: Alle sprachassimilierten Personen, d.h. Personen, die mindestens eine der vier Landessprachen verstehen und sprechen können, ab drei Jahren in privaten Fernsehhaushalten.
Stichprobe: Repräsentatives Panel für die drei Schweizer Sprachregionen von Schweizer Haushalten mit Fernsehausstattung (Stand am 1.1.20146: 1'058 1'072 Haushalte in der Deutschschweiz, 632 628 in der französischen Schweiz und 295 299 in der italienischen Schweiz). Nicht in der Messung berücksichtigt werden Haushalte, die ausschliesslich über den Computer fernsehen. Die Rekrutierung der Haushalte erfolgt neu auf der Grundlage des vollständigen Adressverzeichnisses der Schweizerischen Post. Damit werden auch die ca. 20% der Haushalte ohne Eintrag im Telefonbuch erreicht.

Messsystem Telecontrol (1985 bis 2012)
Erhebung: Zwischen 1985 und 2012 ermittelte die Mediapulse AG (bis zum 30.06.2006: der Forschungsdienst SRG SSR) die Nutzung der Fernsehsendungen mit dem elektronischen Messsystem Telecontrol. Mittels eines speziellen Gerätes wurde die Live-Nutzung der einzelnen Fernsehprogramme der Zuschauer in den Panelhaushalten in 30-Sekunden-Schritten ermittelt und täglich (Montag–Sonntag) für die Schweizer Bevölkerung in Fernsehhaushalten hochgerechnet.
Grundgesamtheit: Sämtliche Personen ab drei Jahren, die in einem Haushalt mit Telefonanschluss leben.
Stichprobe: Repräsentatives Panel für die drei Schweizer Sprachregionen von Schweizer Haushalten mit Fernsehausstattung (Stand am 1.1.2012: 1'030 Haushalte in der Deutschschweiz, 613 in der französischen Schweiz und 265 in der italienischen Schweiz). Die Daten für die Altersgruppen 15–29, 30–44, 45–59 und 60+ Jahre sind ohne Gästenutzung ausgewiesen. Die Rekrutierung der Haushalte basiert auf dem Telefonverzeichnis und erfolgt telefonisch.

Achtung: Ab 2010 ist kein Rückwärtsvergleich möglich (Wechsel vom Ersetzungsverfahren zum Tagesgewichtungsverfahren, was fehlende bzw. ausfallende Haushalte anbelangt: Beim Ersetzungsverfahren wurde der ähnlichste Haushalt in derselben Empfangsregion doppelt gezählt, während neu beim Tagesgewichtungsverfahren für einen ausfallenden Haushalt alle ähnlichen Haushalte und Personen etwas stärker gewichtet werden.)

Europäische Audiovisuelle Informationsstelle (OBS)
Es wird zwar in allen Staaten die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer berechnet, aber das Resultat – der Marktanteil öffentlich-rechtlicher Fernsehanstalten – basiert je Land auf unterschiedlichen Erhebungsmethoden und Konzepten. Daher ist die Vergleichbarkeit der Nutzungskennzahlen der Länder nur beschränkt möglich. Es kann von Jahr zu Jahr zur Optimierung der Vergleichbarkeit zu Anpassungen einzelner Länderwerte kommen. Die Zahlen eignen sich folglich vor allem zum Vergleich der Tendenzen.

Links

Mediapulse AG
Die Mediapulse AG (ehemals Forschungsdienst der SRG SSR idée suisse) bietet verschiedene Einzelstudien zu spezifischen Themen der Mediennutzung der Schweiz auf ihrer Internetseite an :

BAKOM
Die Erstausstrahlungen der Schweizer TV-Programme in Minuten:

Europäische Audiovisuelle Informationsstelle (OBS)
Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle stellt eine Vielzahl von statistischem Material für den Rundfunkbereich aus dem gesamten europäischen Raum zusammen und bietet vergleichende Untersuchungen insbesondere im Bereich der europäischen Medienwirtschaft und dem Medienrecht:

Grundlagen und Erhebungen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Politik, Kultur, Medien
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/kultur-medien-informationsgesellschaft-sport/medien/medienangebot-nutzung/fernsehen/fernsehnutzung-sender.html