Rückfall

Neues im Thema

Im Fokus

Rückfall Kohortenstudie

Rund 38 Prozent der im Jahr 1966 geborenen Schweizer Erwachsenen, die bereits einmal verurteilt worden waren, wurden langfristig ein zweites Mal verurteilt. Bei mehr als der Hälfte (51%) der Rückfälligen kam es zu einer dritten Verurteilung. Vorstrafen, junges Alter oder Handel mit Betäubungsmitteln erhöhen die Rückfallrate.

Das Wichtigste in Kürze

Rückfall kann nach Urteilsjahr oder nach Entlassungsjahr berechnet werden. In diesem Sinne gelten als Rückfällige diejenigen Personen, die in den 3 Jahren nach einer Verurteilung oder nach dem Austritt aus dem Strafvollzug eine Straftat begangen haben und für diese erneut verurteilt wurden. Es wird auch der Sonderfall ausgewiesen, bei dem die aus dem Strafvollzug Entlassenen nicht nur wiederverurteilt, sondern auch erneut in den Strafvollzug eingewiesen wurden.

Werden bei den Erwachsenen ausschliesslich die Schweizer/innen berücksichtigt, werden die Rückfallraten bei den Jugendlichen sowohl für Personen mit schweizerischer als auch mit ausländischer Nationalität ausgewiesen.

Die Vorverurteilung und das Rückfallurteil müssen bei Erwachsenen immer entweder ein Vergehen oder ein Verbrechen enthalten. Bei Jugendlichen können die Urteile auch ausschliesslich aufgrund von Übertretungen (weniger schwere Straftaten) ergangen sein.

Aus diesen Gründen sind die Rückfallraten der Jugendlichen und Erwachsenen nicht vergleichbar.

Rückfallraten nach Referenzjahr
  Wieder-
verurteilung nach Urteil1)2)
Wieder-
verurteilung nach Entlassung3)
Wieder-
einweisung nach Entlassung4)
Referenzjahr 2011 2011 2011
Verurteilte Minderjährige 6 655 * *
Rückfällige Minderjährige 31.3% * *
     

männlich

34.8% * *

weiblich

13.6% * *
     

10 - 14 Jahre

23.3% * *

15 - 16 Jahre

32.6% * *

17 Jahre

34.3% * *
     

Keine Vorverurteilung

25.2% * *

Eine Vorverurteilung

47.1% * *

Zwei Vorverurteilungen oder mehr

66.3% * *
     

Gewaltdelikte5)

40.0%
*
*

Diebstahl6)

37.1%
*
*

Strassenverkehrsdelikte7)

* *
*

Handel mit Betäubungsmitteln8)

38.3%
*
*
Verurteilte Erwachsene 46 688 *
*
Entlassene Erwachsene * 1 481 1 481
Rückfällige Erwachsene 23.1% 43.8% 16.1%
     

männlich

24.6% 43.8% 16.7%

weiblich

15.7% 43.1% 12.0%
     

18 - 24 Jahre

28.3% 47.1% 18.8%

25 - 34 Jahre

24.2% 48.3% 17.3%

35 - 44 Jahre

24.2% 49.9% 20.1%

45 Jahre und älter

17.8% 30.2% 9.0%
     

Keine Vorverurteilung

16.2% 40.2% 8.8%

Eine Vorverurteilung

35.5% 32.2% 13.0%

Zwei Vorverurteilungen oder mehr

58.2% 68.4% 34.2%
     

Gewaltdelikte5)

31.1% 34.0% 10.3%

Diebstahl6)

45.4% 64.4% 32.7%

Strassenverkehrsdelikte7)

18.8% 29.6% 6.0%

Handel mit Betäubungsmitteln8)

36.7% 42.2% 13.8%
1) Minderjährige: als rückfällig werden alle Personen bezeichnet, die innerhalb von drei Jahren nach einem Jugendstrafurteil ein Vergehen oder ein Verbrechen begehen, das ein erneutes Urteil zur Folge hat.
2) Erwachsene: als rückfällig werden alle Schweizer Erwachsenen bezeichnet, die innerhalb von drei Jahren nach einer Verurteilung oder einer Entlassung aus dem Strafvollzug ein Vergehen oder ein Verbrechen begehen, das eine erneute Verurteilung zur Folge hat.
3) Als rückfällig nach Entlassung werden alle Schweizer Erwachsenen bezeichnet, die innerhalb von drei Jahren nach einer Entlassung aus dem Strafvollzug ein Vergehen oder ein Verbrechen begehen, das eine erneute Verurteilung zur Folge hat.
4) Als wiedereingewiesen werden alle Schweizer Erwachsenen bezeichnet, die innerhalb von drei Jahren nach einer Entlassung aus dem Strafvollzug wieder ein Verbrechen oder Vergehen begehen und dafür erneut verurteilt und deshalb wieder in den Vollzug eingewiesen werden.
5) Vorsätzliche Tötung (Art. 111 StGB), Mord (Art. 112 StGB), Totschlag (Art. 113 StGB), Kindestötung (Art. 116 StGB), schwere Körperverletzung (Art. 122 StGB), einfache Körperverletzung (Art. 123 StGB), Raufhandel (Art. 133 StGB), Angriff (Art. 134 StGB), Raub (Art. 140 StGB), Erpressung (Art. 156 StGB), Drohung (Art. 180 StGB), Nötigung (Art. 181 StGB), Freiheitsberaubung und Entführung (Art. 183–184 StGB), Geiselnahme (Art. 185 StGB), sexuelle Nötigung (Art. 189 StGB), Vergewaltigung (Art. 190 StGB) sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 StGB).
6) Art. 139 StGB.
7) Verbrechen und Vergehen gegen das Bundesgesetz über den Strassenverkehr (SVG).
8) Art. 19 BetmG.
Quellen :
Jugendstrafurteilsstatistik (JUSUS), Stand der JUSUS Datenbank: 02.05.2017
Strafurteilsstatistik (SUS), Stand des Strafregisters: 30.04.2017
Strafvollzugsstatistik (SVS), Stand der Datenbank: 21.07.2017

Weiterführende Informationen

Tabellen

Grafiken

Publikationen

Medienmitteilungen

Grundlagen und Erhebungen

In diesem Thema

Rückfall, Analysen

Neben den jährlich veröffentlichten Rückfallzahlen möchte das BFS auch Ergebnisse zugänglich machen, die mittels der Beobachtung einer Kohorte ermittelt werden.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Kriminalität und Strafrecht
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/kriminalitaet-strafrecht/rueckfall.html