Szenarien für die Fachhochschulen

Auswirkungen der Covid-19-Pandemie

Die Covid-19-Pandemie wirkt sich gegenwärtig auf zahlreiche Bereiche unseres Alltags aus. Auch das Verhalten der Akteure im Bildungssystem – d.h. der Personen, Unternehmen und Institutionen – sowie die internationale Mobilität sind davon betroffen.

Die neuen Szenarien 2020–2029 für die Hochschulen berücksichtigen soweit möglich die Auswirkungen der Pandemie auf die Zahl der Studierenden und der Abschlüsse. Dazu wurde ein mehrstufiger Prozess eingeführt: Es wird untersucht, wie sich die Wirtschaftskonjunktur in der Vergangenheit auf das Verhalten im Bildungsbereich ausgewirkt hat. Darüber hinaus werden die provisorischen Daten analysiert und bei den Hochschulen Informationen zu deren Situation eingeholt. Schliesslich werden die erstellten Hypothesen in Vernehmlassung geschickt.

Es ist jedoch völlig ungewiss, wie sich die Pandemie tatsächlich auswirkt bzw. weiter auswirken wird und wie sich die künftige Wirtschaftslage gestalten wird. Bei der kurzfristigen Entwicklung sind die Szenarien mit Vorsicht zu interpretieren, da sie lediglich den aktuellen Wissensstand widerspiegeln und noch zahlreiche Unsicherheiten bestehen. Die Covid-19-Pandemie dürfte die langfristige Entwicklung weniger stark beeinflussen, da diese hauptsächlich mit dem Bevölkerungswachstum und mit der zunehmenden Tertiärisierung im schweizerischen Bildungssystem zusammenhängt.

Neue Szenarien

Aufgrund der Covid-19-Pandemie und der aktuellen Wirtschaftslage dürften 2020 und 2021 mehr Personen mit Berufsmaturität ein Studium an einer Fachhochschule antreten. Gemäss dem Referenzszenario wird die Zahl der FH-Studierenden 2020 durchschnittlich um 1,7% und 2021 um 2% ansteigen. Danach wird die jährliche Zunahme durchschnittlich 1,2% betragen, womit 2029 rund 91 000 Studierende registriert werden dürften (2019: 79 900). Das entspricht einer Zunahme von 13,8% im Zeitraum 2019–2029 (+19% gemäss hohem Szenario und 5% gemäss tiefem Szenario). 

Die FH-Eintritte auf Bachelorstufe, die zwischen 2018 und 2019 um 0,5% angestiegen waren (2019: 18 400 Eintritte), dürften 2020 und 2021 aufgrund eines häufigeren direkten Übergangs von der Berufsmaturität an die FH deutlich zunehmen (+3,4% bzw. +1,9% im Jahresdurchschnitt).
Es kann davon ausgegangen werden, dass die kontinuierlich zunehmende Zahl der Übergänge von der Berufsmaturität an die FH bei der Abschlusskohorte 2019 bei 65% liegen wird, sich bei den Abschlusskohorten 2020 und 2021 dann aufgrund der Wirtschaftslage 70% annähern und diesen Wert 2029 dann erreichen dürfte.
Bei den Berufsmaturitäten im Fachbereich «Wirtschaft und Dienstleistungen» manifestiert sich sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen eine starke Zunahme (2000–2019: +65% im Zeitraum). 2000 lag die Übergangsquote bei 39%, 2019 bei 64% und bis 2029 dürften es rund 67% sein (69% bei sich fortsetzendem Trend).

In den vergangenen Jahren haben sich einige FH-Fachbereiche stark weiterentwickelt. Zwischen 2009 und 2019 nahmen die Studierendenzahlen auf Diplom- und Bachelorstufe um 38% zu; dabei lag der Anstieg in den Bereichen «Gesundheit» bei 140% und im Bildungsfeld «Wirtschaftsrecht» bei 90%. In den nächsten zehn Jahren ist in allen Bildungsfeldern auf Bachelorstufe mit einer Zunahme der Anzahl Studierenden und Abschlüsse zu rechnen. Bei den Neuabsolventinnen und Neuabsolventen auf Bachelorstufe werden die Bildungsfelder «Persönliche Dienstleistungen» (2019–2019: +40%) und «Informations- und Kommunikationstechnologie» (+32%) am stärksten zulegen.

Zwischen 2019 und 2029 wird mehr als die Hälfte des absoluten Anstiegs an den FH (+2100) auf das Konto der drei Bildungsfelder «Soziale Sicherheit» (+465), «Persönliche Dienstleistungen» (+341) sowie «Management und Verwaltung» (+293) gehen.

Genauigkeit der bisherigen Szenarien: Bei den FH ist ebenfalls eine gewisse zeitliche Konstanz des Fehlers festzustellen, und es resultiert eine sehr hohe Übereinstimmung bei der Zahl der Studierenden auf Bachelor- oder Diplomstufe, mit einem Fehler von 0,6% nach einem Jahr beim Referenzszenario (0,6% beim Szenario «hoch»), der nach drei Jahren auf 2,8% steigt (2,8% beim Szenario «hoch»).

Weiterführende Informationen

Tabellen

Tabellen nach FH

Daten

Hypothesen

Grundlagen und Erhebungen

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