Medienmitteilung

Statistiken der Spitalbetriebe 2021 Die Spitaltätigkeit hat 2021 wieder zugenommen

24.11.2022 - 2021 kam es in der Schweiz zu 1,46 Millionen Hospitalisierungen. Nach einem Rückgang im Jahr 2020 wurde damit praktisch wieder der Stand vor der Pandemie erreicht. Bei den ambulanten Konsultationen war 2021 im Vergleich zu 2019 eine deutliche Zunahme zu verzeichnen. Sie stiegen um 14,3% auf 24,4 Millionen, was zu einem erheblichen Teil auf die reinen Covid-19-Konsultationen zurückzuführen war, die den Rückgang der Hospitalisierungen im Jahr 2020 wieder wettmachten. Die Betriebskosten sämtlicher Spitäler zusammengenommen lagen 2021 bei über 32,9 Milliarden Franken. Dies geht aus der neusten Statistik der Spitalbetriebe des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

2021 waren wie schon 2020 insgesamt 276 Spitäler in Betrieb. Sie verteilten sich schweizweit auf 579 Standorte (2020: 574). 

Die Hospitalisierungen finden allmählich auf den Stand von 2019 zurück

2021 wurden etwas mehr als eine Million Personen hospitalisiert. Da 25% davon mehr als einmal aufgenommen wurden, generierten sie insgesamt 1,46 Millionen stationäre Spitalaufenthalte. 2020 war die Zahl der stationär behandelten Patientinnen und Patienten gegenüber dem Vorjahr insbesondere aufgrund des im Frühling beschlossenen Aufschubs nicht dringlicher Spitalbehandlungen um rund 60 000 Personen gesunken. Durch den Anstieg im Jahr 2021 wurden zwei Drittel des Rückgangs von 2020 wettgemacht, sodass der Stand von 2021 (1,03 Millionen hospitalisierte Personen) nahezu wieder jenem von 2019 entsprach (1,05 Millionen). In den Jahren vor der Covid-19-Pandemie war die Zahl der hospitalisierten Personen stabil. Sie hatte zwischen 2015 und 2019 lediglich um knapp 0,5% zugenommen. 

Stabile Zahlen bei den Hauptdiagnosen

Verletzungen waren 2021 mit 13,4% aller Fälle die Hauptursache für eine Hospitalisierung, gefolgt von Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (12,9%), Krankheiten des Kreislaufsystems (11,2%) und Tumoren (9,4%). Diese Reihenfolge hat sich seit 2017 nicht verändert, auch nicht in den in den beiden Jahren der Covid-19-Pandemie. 

Krankheiten des Verdauungssystems (8,6% der Hospitalisierungen im Jahr 2021), psychische und Verhaltensstörungen  (7,9%) sowie Krankheiten des Atmungssystems (6,8%) zählten ebenfalls zu den häufigsten Diagnosegruppen. Krankheiten des Atmungssystems sind die einzige Gruppe, in der die Hospitalisierungen sowohl 2020 (+0,7%) als auch 2021 (+3,3%) zugenommen haben.

2021 wurden rund 37 770 Personen mit einer Covid-19-Diagnose hospitalisiert, nahezu 3000 mehr als im Vorjahr (34 830). 12,8% der mit einer Covid-19-Diagnose stationär behandelten Personen sind 2020 im Spital verstorben, 2021 waren es 9,6%.

Zunahme der ambulanten Tätigkeit in Verbindung mit Covid-19

2021 wurden in den Spitälern rund 24,4 Millionen ambulante Konsultationen durchgeführt, 17,9% mehr als im Vorjahr. 2020 war die Zahl gegenüber 2019 um 3,1% zurückgegangen.

Mehr als 1,2 Millionen ambulante Konsultationen in Spitälern betrafen ausschliesslich Leistungen im Rahmen des neuen Pandemietarifs, insbesondere Covid-19-Tests (2020: 0,2 Millionen). Unter Berücksichtigung dieser Leistungen beläuft sich der Anstieg der ambulanten Konsultationen in Spitälern zwischen 2019 und 2021 im Jahresdurchschnitt auf 4,5% und ist somit ähnlich hoch wie zwischen 2015 und 2019 (+4,2% pro Jahr).

Nahezu 180 000 Vollzeitäquivalente in den Spitälern

2021 waren in den Spitälern rund 177 900 Beschäftigte in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) tätig. Dies sind 1,9% mehr als im Vorjahr. 

Das Pflegepersonal machte in den Spitälern 40,2% der Beschäftigung in VZÄ aus. Darauf folgten das administrative Personal (16,0%), die Ärzteschaft (14,7%), das medizinisch-therapeutische oder medizinisch-technische Personal (Physiotherapie, Ernährungsberatung, Operations- und Radiologietechnik; 14,2%) und das Hausdienstpersonal (11,0%). Das Personal des technischen Dienstes (2,6%) und des Sozialdienstes (1,2%) bildeten das Schlusslicht.

Zwischen 2015 und 2021 wuchsen die VZÄ in den Spitälern um 12,8%. Sie stiegen in den beiden Covid-19-Jahren in einem ähnlichen Ausmass wie in den Jahren davor (+2% pro Jahr). Besonders stark nahm die Beschäftigung zwischen 2015 und 2021 beim medizinisch-therapeutischen oder medizinisch-technischen Personal (20,5%), bei der Ärzteschaft (20,1%) und in der Administration (20,0%) zu. Weniger stark stieg sie beim Pflegepersonal (8,5%). Im Hausdienst lag das Wachstum bei knapp 3%.

Rapider Kostenanstieg im ambulanten Spitalbereich

Die Betriebskosten aller Spitäler zusammengenommen beliefen sich im Jahr 2021 auf 32,9 Milliarden Franken, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 3,4% entspricht. 83% dieser Kosten entfielen auf die Akutsomatik, 10% auf die Psychiatrie und 7% auf die Rehabilitation/Geriatrie.

Die Betriebskosten der Spitäler sind seit 2015 um 19,8% gestiegen. Das Wachstum in den beiden Jahren der Covid-19-Pandemie (durchschnittlich +3,2% pro Jahr) war nur wenig höher als in den Jahren davor (+3,0% pro Jahr zwischen 2015 und 2019). 

2021 waren 68% der Kosten auf stationäre Spitalaufenthalte und 32% auf ambulante Leistungen zurückzuführen. Im Jahr 2015 lagen diese Anteile noch bei 72% bzw. 28%. Die Umkehr dieses Verhältnisses lässt sich damit erklären, dass die Kosten im ambulanten Spitalbereich dreieinhalb Mal stärker gewachsen sind als im stationären Bereich (+4,8% gegenüber +1,4% im Jahresdurchschnitt zwischen 2015 und 2021).

Die Betriebskosten der Krankenhäuser überstiegen die Einnahmen im Jahr 2021 um rund 800 Millionen Franken. Dieses Defizit ist geringer als 2020 (1,4 Milliarden Franken) und ähnlich hoch wie in den drei Jahren vor der Pandemie mit einem durchschnittlichen Defizit von 600 Millionen Franken pro Jahr zwischen 2017 und 2019.

Zusätzliche Informationen finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.


 

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