Communiqué de presse

Strassenfahrzeuge im Jahr 2021: Neue Inverkehrsetzungen und Gesamtbestand Erst die Pandemie, dann die «Chipkrise»: Der Automobilmarkt erholt sich 2021 nur schleppend

31.01.2022 - 2021 wurden in der Schweiz 350 056 Motorfahrzeuge neu in Verkehr gesetzt. Das sind 3,9% mehr als 2020, aber 14,6% weniger als 2019 (vor der Covid-19-Pandemie). Hauptgrund für den im langfristigen Vergleich nach wie vor niedrigen Wert waren Lieferengpässe im Zusammenhang mit dem weltweiten Mikrochip-Mangel. Bei den Personenwagen nahm der Anteil der Elektroautos erneut zu: 2021 war mehr als jedes achte neu zugelassene Auto (13,2%) ein reines Elektrofahrzeug. Der Strassenfahrzeugbestand insgesamt erhöhte sich 2021 gegenüber 2020 um 1,1% auf 6,3 Millionen. Dies geht aus der vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichten Strassenfahrzeugstatistik hervor.

2021 waren die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf dem Automobilmarkt nach wie vor zu spüren. Im Gegensatz zu 2020 war die Lage jedoch vor allem auf der Angebotsseite angespannt: Aufgrund des weltweiten Mangels an bestimmten elektronischen Bauelementen und der Schwierigkeiten beim internationalen Warenverkehr konnten die Autohersteller nicht alle bestellten Fahrzeuge ausliefern. Entsprechend lag die Gesamtzahl der Neuzulassungen im Jahr 2021 mit 350 056 Motorfahrzeugen nach wie vor 14,6% unter dem Wert von 2019. Im Vergleich zu 2020 war mit +3,9% jedoch ein leichter Anstieg zu beobachten. 

Elektro- und Hybridfahrzeuge weiterhin im Trend

Mit 242 263 neuen Inverkehrsetzungen machten die Personenwagen im Jahr 2021 mehr als zwei Drittel der Neuzulassungen aus. Gegenüber 2019 verzeichneten sie ein Minus von 22,6%, im Vergleich zu 2020 ein Plus von 1,5%.

Je nach Antriebsart sind dabei grosse Unterschiede auszumachen. Bei den Elektrofahrzeugen nahm die Zahl der Neuzulassungen gegenüber 2020 um 62,1% zu (32 033 Neuzulassungen 2021), und auch die aufladbaren Hybridfahrzeuge («Plug-in-Hybride») sowie die Normal-Hybride registrierten Anstiege (+50,9% / 21 789 bzw. +66,4% / 54 515 Neuzulassungen 2021). Demgegenüber ging die Zahl der neu zugelassenen Benzin- und Dieselfahrzeuge um 15,3% bzw. 37,1% zurück. Zu beachten ist dabei, dass angesichts der erwähnten Lieferengpässe viele Hersteller den Fahrzeugmodellen mit alternativem Antrieb bei der Auslieferung den Vorzug gaben. Dies nicht zuletzt mit dem Ziel, die CO2-Emissionen ihrer verkauften Fahrzeuge zu senken und damit auch Strafzahlungen für die Importeure zu vermeiden.

Die Zunahme bei den Elektroautos führte dazu, dass deren Anteil an den neu zugelassenen Personenwagen von 8,3% im Jahr 2020 auf 13,2% im Jahr 2021 anstieg. Zusammen mit den Plug-in-Hybriden (9,0%) lag somit der Gesamtanteil der sogenannten «Steckerfahrzeuge», die am Stromnetz aufgeladen werden können, bei 22,2%. Damit konnte der Zielwert von 15% aus der «Roadmap Elektromobilität 2022», die unter Federführung des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation erarbeitet und 2018 publiziert worden war, bereits übertroffen werden.

Elektroautos in der Ostschweiz und in Zürich besonders beliebt

Den höchsten Anteil Elektroautos an den Neuzulassungen verzeichnete 2021 der Kanton Thurgau (18,7%). Dahinter folgen Schaffhausen mit 17,5% und Zug mit 16,4%. Bei den Städten mit mehr als 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern registrierte im Jahr 2021 Zürich den grössten Anteil an Elektroautos unter den Neuzulassungen (16,6%), gefolgt von St. Gallen (16,5%) und Winterthur (16,0%).

Rekordjahr für Motorräder und Wohnmobile 

Nebst der Entwicklung bei den Personenwagen fällt auf, dass 2021 besonders viele Fahrzeuge neu zugelassen wurden, die teilweise oder vollständig Freizeitzwecken dienen. Mit 56 556 neu in Verkehr gesetzten Motorrädern wurde ein neuer Rekordwert erzielt (+12,8% gegenüber 2020). Auch die Zahl der neu zugelassenen Wohnmobile war 2021 so hoch wie nie zuvor (8457 Neuzulassungen; +26,4% gegenüber 2020). 

Des Weiteren war bei den neuen Inverkehrsetzungen von Güterfahrzeugen (Lieferwagen, Lastwagen und Sattelschlepper) im Vergleich zu 2020 eine Zunahme um 3,0% auf 33 414 zu beobachten.

Bestand umfasst mehr als 6,3 Millionen Motorfahrzeuge 

Trotz der im langfristigen Vergleich niedrigen Neuzulassungszahlen erhöhte sich der Bestand der Strassenmotorfahrzeuge im Jahr 2021 auf 6 312 055 (Stichtag: 30. September). Gegenüber 2020 entspricht dies einem Anstieg um 1,1% bzw. um 70 914 Fahrzeuge.

Rund drei Viertel aller Motorfahrzeuge sind Personenwagen. Mit insgesamt 4 688 235 registrierten Fahrzeugen im Jahr 2021 nahm ihr Bestand gegenüber 2020 um 0,6% zu (+29 900). Der Anteil der Elektroautos erhöhte sich von 0,9% im Jahr 2020 auf 1,5% im Jahr 2021, jener der Plug-in-Hybride von 0,5% auf 0,9%. Demgegenüber sank der Anteil der Benziner von 66,3% im Jahr 2020 auf 65,0% im Jahr 2021 und jener der Dieselfahrzeuge von 29,6% auf 28,9%. 

Durchschnittliches Alter der Autos gestiegen

Insbesondere infolge der Covid-19-Pandemie und der erwähnten Lieferengpässe hat sich das Durchschnittsalter der Personenwagen zwischen 2019 und 2021 deutlich erhöht, und zwar von 8,7 Jahren auf 9,3 Jahre. Der Motorisierungsgrad dagegen ist 2021 stabil geblieben: Wie schon 2020 wurden in der Schweiz durchschnittlich 541 Personenwagen pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. 

Zusätzliche Informationen finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.


 

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Erst die Pandemie, dann die «Chipkrise»: Der Automobilmarkt erholt sich 2021 nur schleppend
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