Comunicato stampa

Bibliotheksstatistik 2022 In den Schweizer Bibliotheken sind neun von zehn Direktionsposten von Frauen besetzt

16.11.2023 - 2022 entwickelten sich die meisten Indikatoren zur Tätigkeit der Bibliotheken nach zwei pandemiegeprägten Jahren wieder positiv: Die Eintritte nahmen gegenüber 2021 um 28% zu, die Anzahl organisierter Veranstaltungen um 42% und die Teilnehmerzahl an den Veranstaltungen um 54%. Neue Ergebnisse zeigen, dass 80% des bezahlten Bibliothekspersonals Frauen sind. Auf Direktionsebene beläuft sich ihr Anteil sogar auf 88%. Dies geht aus den jüngst veröffentlichten detaillierten Ergebnissen der Schweizerischen Bibliotheksstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

Mit den Daten der Erhebung 2023, die bei sämtlichen öffentlich zugänglichen Bibliotheken in der Schweiz durchgeführt wurde und sich auf das Jahr 2022 bezieht, lässt sich die Erholung des Sektors seit der Covid-19-Pandemie abbilden. Die revidierte Statistik wurde 2020 erstmals durchgeführt. Dank eines neuen thematischen Moduls liegen dem BFS erstmals detaillierte Informationen zu den Merkmalen des Bibliothekspersonals vor.

Besuche nehmen zu, physische Ausleihen bleiben stabil

Mit knapp 38 Millionen Eintritten im Jahr 2022 stieg die Besucherzahl in den Bibliotheken gegenüber 2020 um 46% (+28% gegenüber 2021). Die Zunahme fiel in den wissenschaftlichen Bibliotheken sehr viel deutlicher aus (+79% gegenüber 2020) als in den öffentlichen (+16%). Im Durchschnitt verzeichnete eine wissenschaftliche Bibliothek im Jahr 2022 rund 47 500 Eintritte, eine öffentliche 15 500.

Die Schweizer Bibliotheken, insbesondere die wissenschaftlichen, scheinen sich wieder zu erholen. Im Jahr 2022 verbuchten sie darüber hinaus 40 Millionen Ausleihen physischer Medien, nahezu gleich viele wie 2020 und 2021. Davon erfolgten 34 Millionen bzw. 85% in öffentlichen Bibliotheken.

1,3 Millionen Teilnehmende an Veranstaltungen 

Die Zahl der von den Bibliotheken organisierten Veranstaltungen, Führungen, Kurse und Schulungen wuchs gegenüber 2020 um 75% auf 68 000 (+42% gegenüber 2021). Bei den öffentlichen Bibliotheken (+95% zwischen 2020 und 2022) war diese Zunahme stärker als bei den wissenschaftlichen Bibliotheken (+26%). 

Diese Entwicklung zeigt sich auch bei den Teilnehmerzahlen. Die Veranstaltungen der öffentlichen Bibliotheken zogen 2022 nahezu 932 000 Personen an (+121% gegenüber 2020). In den wissenschaftlichen Bibliotheken war der Anstieg mit 56% (rund 326 500 Teilnehmende) weniger ausgeprägt. Insgesamt nahmen 2022 an den Veranstaltungen der Bibliotheken 1 258 000 Personen teil, was unterstreicht, dass die Bibliotheken nicht nur Dokumente zur Ausleihe oder Konsultation bereitstellen, sondern der Bevölkerung auch andere Dienstleistungen anbieten.  

Frauen in allen Positionen in der Mehrheit

Von den 8400 bezahlten Mitarbeitenden in den Bibliotheken im Dezember 2022 waren 80% Frauen. Sie waren in allen Positionen in der Mehrheit: In Stellen ohne Führungsfunktion belief sich ihr Anteil auf 79%, in jenen mit Führungsfunktion auf 74% und in den Bibliotheksdirektionen gar auf 88%. In den wissenschaftlichen Bibliotheken waren die Frauen zwar ebenfalls in der Mehrheit, aber ihr Anteil fiel geringer aus als in den öffentlichen Bibliotheken (69% gegenüber 91%). Am tiefsten ist der Frauenanteil in den Direktionen der wissenschaftlichen Bibliotheken (64%). Hier sind umgekehrt die Männer am besten vertreten (36%).

Etwas weniger als ein Viertel der Bibliotheken (23%) beschäftigt auch unentgeltlich arbeitendes Personal. 2022 waren insgesamt 2100 Freiwillige in Bibliotheken tätig, davon 85% Frauen. Zudem umfasste das Bibliothekspersonal über das Jahr hinweg insgesamt rund 500 Personen in Ausbildung. Auch hier ist ein Geschlechterunterschied festzustellen: Bei den Praktika waren 79% Frauen, bei den Lernenden 71%. Während mehr als ein Viertel der wissenschaftlichen Bibliotheken Lernende ausbildet (28%) und Praktika anbietet (26%), sind es bei den öffentlichen Bibliotheken mit 6% bzw. 7% deutlich weniger. 

Zusätzliche Informationen finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.


 

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In den Schweizer Bibliotheken sind neun von zehn Direktionsposten von Frauen besetzt
(PDF, 4 pagine, 359 kB)


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