Communiqué de presse

Sozialmedizinische Betreuung in Institutionen und zu Hause 2020 Die Betreuung im Alters- und Pflegeheim nimmt 2020 ab, die Spitex-Versorgung kontinuierlich zu

09.11.2021 - 2020 wurden in der Schweiz 158 433 Klientinnen und Klienten im Alters- und Pflegeheim betreut. Gegenüber 2019 entspricht dies einem Rückgang um 4%. Diese seit Beginn der Erhebung im Jahr 2006 nie zuvor gesehene Abnahme dürfte auf die Covid-19-Pandemie zurückzuführen sein. Dennoch stiegen die Kosten um 2,6% an. Die 2546 Spitex-Dienste (Hilfe und Pflege zu Hause) erbrachten Leistungen für 420 793 Personen. Gegenüber 2019 entspricht dies einer Zunahme um 6,7%. Dies geht aus der Statistik der sozialmedizinischen Institutionen und der Statistik der Hilfe und Pflege zu Hause des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

2020 wurden in der Schweiz 1550 Alters- und Pflegeheime gezählt. Ein Viertel davon waren öffentliche, 30% privat subventionierte und 45% rein private Einrichtungen. Während die Zahl der Langzeitaufenthalterinnen und -aufenthalter stabil blieb (+0,2%), ging die Anzahl Beherbergungstage um 0,6% zurück. Der Belegungsgrad sank dadurch auf 93,3% (–1 Prozentpunkt gegenüber 2019). Die Zahlen 2020 zu den Spitex-Diensten bestätigen den Trend zu einem erhöhten Tätigkeitsvolumen, wobei der Anstieg bei der KVG-Pflege stärker ausfiel als bei den hauswirtschaftlichen Leistungen (Haushalt, Einkaufen, soziale Betreuung).

Weniger Eintritte und mehr Todesfälle in Alters- und Pflegeheimen

Die Covid-19-Pandemie hatte starke Auswirkungen auf die Inanspruchnahme der Alters- und Pflegeheime. 2020 verringerte sich die Zahl der Eintritte im Vergleich zum Vorjahr um 10,2% auf 62 000. Die Zahl der Klientinnen und Klienten der Alters- und Pflegeheime (alle Leistungen zusammengenommen), die in der Regel kontinuierlich zunimmt, ging 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 4,1% auf 158 433 zurück. Bei den Kurzzeitaufenthalten war die Abnahme besonders markant (–4600 / –17,3%). 

Gleichzeitig wurde bei den in Alters- und Pflegeheimen eingetretenen Todesfällen ein starker Anstieg registriert. 2020 starben 34 572 Personen in diesen Institutionen. Gegenüber 2019 nahm die Zahl der Todesfälle um 4856 zu (+16,3%). In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der in Alters- und Pflegeheimen eingetretenen Todesfälle durchschnittlich um 0,2% gestiegen. In diesem Zusammenhang erscheint am 13. Dezember 2021 eine BFS-Publikation zu den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das Gesundheitswesen.

Inanspruchnahme von Spitex-Leistungen nimmt zu

Die 26,5 Millionen verrechneten Spitex-Stunden (+6% gegenüber 2019) wurden zu 72% für pflegerische, zu 24% für hauswirtschaftliche und zu 4% für weitere Leistungen (Betreuung, therapeutische Dienstleistungen, Fahrdienste, Notrufsysteme usw.) erbracht. Insgesamt wurden 3,8 Millionen Mahlzeiten (+21%) an 33 535 Personen ausgeliefert.

Auch wenn die Anzahl Personen ab 80 Jahren in der Schweiz im Jahr 2020 um lediglich 1% gestiegen ist (2019: +2,3%), nahm die Zahl der Personen ab 80 Jahren, die Spitex-Pflegeleistungen beziehen, um 5,7% zu (2019: +3,6%). Dieses Spitex-Angebot wurde von 140 303 Klientinnen und Klienten genutzt (2019: 132 691). Der Anteil der 80-jährigen und älteren Pflegeleistungsempfängerinnen und -empfänger belief sich somit auf 30,6% (+1,4 Prozentpunkte gegenüber 2019). Zurückzuführen ist diese ausserordentliche Zunahme mit grosser Wahrscheinlichkeit auf das Gesundheitsmanagement im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie.

Nahezu 130 000 VZÄ in Alters- und Pflegeheimen und im Spitex-Bereich

2019 wurden in den Alters- und Pflegeheimen 100 397 Vollzeitstellen (VZÄ) registriert, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 1,6% entspricht. Das Beschäftigungsvolumen der Frauen ist um 1,3%, jenes der Männer um 2,9% gestiegen. Das Personal für Pflege und Alltagsgestaltung machte wie im Vorjahr gut zwei Drittel der Stellen aus. Zum übrigen Drittel gehörten Personen, die in der Verwaltung, in der Hotellerie oder im technischen Dienst tätig waren.

Im Spitex-Bereich waren 25 858 VZÄ (+4,5% gegenüber 2019) tätig. 75,5% aller Beschäftigten waren in gemeinnützigen und 21% in privatwirtschaftlichen Unternehmen tätig, 3,5% waren selbstständige Pflegefachpersonen.

Gesamtkosten von 13,6 Milliarden Franken 

2020 verursachten die Alters- und Pflegeheime Betriebskosten von insgesamt 10,8 Milliarden Franken (+2,6% gegenüber 2019). Ein Beherbergungstag kostete 319 Franken (+10 Fr. gegenüber 2019). Die gemäss Krankenversicherungsgesetz anerkannten Kosten (Pflege, medizinisches Material und Medikamente) machten 43,7% der Gesamtkosten aus (+0,5 Prozentpunkte). Der Rest entfiel auf die Pensionskosten.

Die Spitex-Leistungen kosteten insgesamt 2,8 Milliarden Franken (+6% gegenüber 2019). Davon wurden 1,2 Milliarden Franken (42%) von der öffentlichen Hand, 1,1 Milliarden Franken (40%) von den Versicherungen und 462 Millionen Franken (16%) von den betreuten Personen getragen. Den grössten Anteil des Aufwands machten die Personalkosten aus (86%). Die restlichen 14% waren Betriebskosten.

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Die Betreuung im Alters- und Pflegeheim nimmt 2020 ab, die Spitex-Versorgung kontinuierlich zu
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Prise en charge médico-sociale en institution et à domicile en 2020


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