Communiqué de presse

Landwirtschaftliche Gesamtrechnung: Schätzung 2022 Der Anstieg der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2022 wird durch die Teuerung der Kosten neutralisiert

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2023 ist ein durchzogenes Jahr für die Schweizer Landwirtschaft

04.10.2022 - Die Schweizer Landwirtschaft dürfte 2022 eine Bruttowertschöpfung von 4,3 Milliarden Franken generieren, was einem Anstieg von 1,6% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dank besseren Ernten und höheren Preisen bei zahlreichen Agrargütern konnte die starke Teuerung bei bestimmten Vorleistungen wie Futtermitteln, Energie und Dünger wettgemacht werden. Die markante Zunahme der Bau- und Ausrüstungspreise führte jedoch zu höheren Abschreibungen, wodurch das sektorale Einkommen der Landwirtschaft um 3,9% zurückging. Diese ersten Schätzungen für das laufende Jahr beruhen auf der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung, die das Bundesamt für Statistik (BFS) erarbeitet.

Gemäss ersten Schätzungen geht das BFS davon aus, dass sich die Gesamtproduktion der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2022 auf nahezu 11,7 Milliarden Franken belaufen wird, was einem Anstieg von 4,7% gegenüber 2021 entspricht. Die Ausgaben für Vorleistungen (Futtermittel, Energie, Dünger, Unterhalt und Reparaturen usw.) betragen 7,4 Milliarden Franken und sind damit 6,6% höher als im Vorjahr.

Die Bruttowertschöpfung, die sich aus der Differenz zwischen dem Produktionswert und den Vorleistungen ergibt, erreicht 4,3 Milliarden Franken, was gegenüber 2021 einer Zunahme von 1,6% entspricht (+10,6% ohne Berücksichtigung der Teuerung). Bei einem geschätzten Rückgang des Arbeitsvolumens um 0,5% steigt die Arbeitsproduktivität zwischen 2021 und 2022 um 11,2% und ist somit 39% höher als im Jahr 2000.

Stärkere Ernten, doch die Trockenheit setzt dem Futterbau zu

Nach dem von Regen und Kälte geprägten Jahr 2021 konnte sich der Pflanzenbau 2022 insgesamt erholen, auch wenn einige Kulturen unter der Trockenheit litten. Der Produktionswert des Pflanzenbaus erhöht sich gegenüber 2021 um 12,4% auf 4,2 Milliarden Franken.

Beim Getreide nimmt der Produktionswert um 28,2% zu, da die Ernte besser ausgefallen ist als im Vorjahr und die Preise steigen. Dank der Entwicklung bei Raps und Zuckerrüben (gestiegene Preise, grössere Mengen und bessere Qualität) erhöht sich der Produktionswert von Handelsgewächsen gegenüber 2021 um 28,5%. Nach einigen schwierigen Jahren im Weinbau ist die Weinlese 2022 gut ausgefallen, wodurch sich der Produktionswert von Trauben und Wein gegenüber 2021 um 45,1% erhöht. Für die Obstanlagen waren die Wetterbedingungen insgesamt ebenfalls günstig. Ihr Produktionswert nimmt um 28,0% zu. Die Futterpflanzen litten hingegen unter dem trockenen Sommer (–12,0%).

Die Entwicklung in der tierischen Produktion ist durchwachsen

Die tierische Produktion wächst im Jahr 2022 gegenüber 2021 um 0,9% auf geschätzte 6,0 Milliarden Franken. Der Wert der Milchproduktion wird auf 2,8 Milliarden Franken beziffert (+4,8%), wobei die Produktionsmenge sinkt (–2,1%) und der Durchschnittspreis seinen seit 2016 anhaltenden Aufwärtstrend fortsetzt (+7,1%). Zudem steigt der Wert der Rindviehproduktion um 0,5% auf nahezu 1,6 Milliarden Franken. Auch der seit 2006 beobachtete starke Aufschwung der Geflügelhaltung setzt sich 2022 fort. Sie erreicht voraussichtlich einen Produktionswert von 0,7 Milliarden Franken (+6,2%), was insbesondere auf den zunehmenden Konsum von Geflügel und Eiern aus der Schweiz zurückzuführen ist.

Umgekehrt sinkt der Wert der Schweineproduktion gegenüber 2021 um 15,6% auf knapp 0,8 Milliarden Franken, was einem historischen Tief entspricht. Das bereits 2021 beobachtete Ungleichgewicht des Marktes nimmt somit zu. Die Zahl der Schlachtungen wächst 2022 weiter und das Angebot übertrifft die Nachfrage.

Staatsbeiträge als wichtiger Einkommensbestandteil in der Landwirtschaft

Die schrittweise Öffnung der Agrarmärkte in den 1990er-Jahren führte zur Einführung von Direktzahlungen, die ab 1999 verallgemeinert und 2014 neu ausgerichtet wurden. Seit mehr als zwei Jahrzehnten dienen die an die Landwirtschaftsbetriebe ausbezahlten Staatsbeiträge insbesondere dazu, Leistungen von allgemeinem Interesse zu vergüten. Nach ersten, auf den Voranschlag des Bundes gestützten Schätzungen bleiben die Staatsbeiträge gegenüber 2021 praktisch unverändert. Mit 3,0 Milliarden Franken machen diese Beiträge 2022 rund 20% der Gesamtressourcen der Schweizer Landwirtschaft aus und bilden damit einen wichtigen Bestandteil des Einkommens im Agrarsektor.

Die Teuerung treibt die Produktionskosten in die Höhe

2022 steigen die Produktionskosten (Vorleistungen, Abschreibungen, Löhne, Pachten, Schuldzinsen und Produktionsabgaben) gegenüber 2021 um 5,7% an. Die Zunahme der Vorleistungen (7,4 Mrd. Franken; +6,6%) ist hauptsächlich auf die Teuerung zurückzuführen. Die bereits 2021 gestiegenen Preise für Energie und Dünger haben sich 2022 weiter erhöht. Zurückzuführen ist dies in erster Linie auf den Ukraine-Konflikt. Ein weiterer Grund ist die Dürre, die die Kosten für die Binnenschifffahrt auf dem Rhein in die Höhe treibt. Darüber hinaus fallen auch die Ausgaben für Futtermittel stärker ins Gewicht. Nebst den Preisen steigt auch der Bedarf an kommerziellen Futtermitteln, da die Geflügelproduktion zunimmt und das von den Betrieben produzierte Raufutter, insbesondere für Rindvieh, sowohl qualitativ als auch quantitativ unzureichend ist.

Die wesentlich höheren Abschreibungen (2,2 Mrd. Franken, +7,3%) erklären sich in erster Linie durch den Preisanstieg der Investitionsgüter (Gebäude, Maschinen usw.). Das Arbeitnehmerentgelt (1,4 Mrd. Franken, +0,5%) wird leicht höher geschätzt als 2021, während die Entwicklung der Pachtzinsen (0,5 Mrd. Franken, +2,3%) den Preisanstieg und das Wachstum der gepachteten Landwirtschaftsfläche widerspiegelt.

Das sektorale Einkommen der Schweizer Landwirtschaft geht zurück

2022 nehmen die Einnahmen (Produktionswert, Staatsbeiträge und Habenzinsen) um 3,7% auf 14,7 Milliarden Franken zu. Die Ausgaben (Vorleistungen, Abschreibungen, Löhne, Pachten, Schuldzinsen und Produktionsabgaben) steigen um 5,7% auf 11,9 Milliarden Franken. Der Saldo, d.h. das Nettounternehmenseinkommen der Schweizer Landwirtschaft (sektorales Einkommen), wird somit für das Jahr 2022 auf 2,8 Milliarden Franken geschätzt, 3,9% (–114 Mio. Franken) weniger als 2021. Dieses Einkommen, das hauptsächlich die Arbeit und das produktive Vermögen (Kapital und Boden) sämtlicher Bauernfamilien in der Schweiz entschädigt, liegt damit 6,9% unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

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Der Anstieg der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2022 wird durch die Teuerung der Kosten neutralisiert
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