Umverteilung der Einkommen durch Sozialtransfers

Das Ausmass der Umverteilung in der Schweiz wird im Folgenden über die Veränderung der Einkommensverteilung und -ungleichheit vor und nach staatlichen Transfers untersucht. Das Primäreinkommen wird dabei als Einkommen vor staatlichen Transfers, das verfügbare Einkommen als Einkommen nach staatlicher Umverteilung betrachtet. Daneben wird mit dem Bruttoeinkommen eine Zwischenstufe in diesem Umverteilungsprozess dargestellt, in der mit den Transferleistungen bereits ein Teil der staatlichen Transfers berücksichtigt ist. Die Untersuchungen basieren auf Daten der Haushaltsbudgeterhebung (HABE).

Für detailliertere Analysen sei auf die Publikationen und Definitionen (vgl. «weiterführende Informationen») verwiesen.

Entwicklung der Einkommen

Im Jahr 2017 betrug das mediane verfügbare monatliche Äquivalenzeinkommen in der Gesamtbevölkerung 4102 Franken, d.h. bei der Hälfte der in der Schweiz wohnhaften Personen lag das Einkommen über, bei der anderen Hälfte unter diesem Wert. Es hat seit dem Jahr 2000 um 18% zugenommen. Nach einer deutlichen Zunahme von 2008 bis 2013 stagnieren die verfügbaren Einkommen seither. Das mediane Primäräquivalenzeinkommen ist seit dem Jahr 2000 um 22% gestiegen und liegt 2017 bei 4819 Franken. Wie auch der weitgehend parallele Verlauf der beiden Kurven zeigt, ist die Umverteilung vom Primär- zum verfügbaren Äquivalenzeinkommen konstant geblieben.

Quintilverhältnis S80/S20

Das Quintilverhältnis S80/S20 setzt die Einkommen der obersten 20% der Bevölkerung in Beziehung zu jenen der untersten 20%. Je stärker dieser Quotient von 1 abweicht, desto ungleicher sind die Einkommen zwischen diesen Bevölkerungsgruppen verteilt.

Die Quintilverhältnisse zeigen, dass die Einkommen nach staatlichen Transfers (verfügbare Einkommen) deutlich weniger ungleich verteilt sind als die Einkommen vor Umverteilung (Primäreinkommen). Dies entspricht der Absicht der Sozialpolitik, die ungleiche Verteilung der am (Arbeits- und Kapital-)Markt erzielten Einkommen durch Steuern und Sozialtransfers zu reduzieren.

Die Entwicklung der Quintilverhältnisse seit 1998 zeigt insgesamt betrachtet und unter Berücksichtigung der teils breiten Vertrauensintervalle keine grosse Veränderung. Tendenziell ist bei den verfügbaren Äquivalenzeinkommen in den Jahren 2003 bis 2007 sowie 2009 bis 2013 eine leichte Zunahme der Ungleichheit zu beobachten. Seit 2013 ist die Tendenz leicht rückläufig. Beim Primäräquivalenzeinkommen sind diese Tendenzen wesentlich ausgeprägter. Anstiege der Ungleichheit in diesen Einkommen wirken sich jedoch dank der staatlichen Umverteilung nur geringfügig auf die verfügbaren Äquivalenzeinkommen aus.

Gini-Koeffizient

Beim Quintilverhältnis beruht die Bewertung der Ungleichheit auf den beiden äusseren 20% der Einkommensverteilung. Der Gini-Koeffizient ist ein ergänzendes Ungleichheitsmass, das die gesamte Verteilung berücksichtigt. Es zeigt das Ausmass der Ungleichheit auf einer Skala von 0 (vollkommene Gleichheit: alle haben gleich viel Einkommen) bis 1 (maximale Ungleichheit: eine Person verfügt über das gesamte Einkommen).

Wie beim Quintilverhältnis lässt auch der Gini-Koeffizient eine deutliche Ungleichheitsreduktion von den vorwiegend marktabhängigen Primäräquivalenzeinkommen zu den verfügbaren Äquivalenzeinkommen erkennen. Auch hier ist im betrachteten Zeitraum keine grosse Variation der Ungleichheit zu beobachten. Die Tendenzen stimmen mit jenen des Quintilverhältnisses überein.

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Bundesamt für Statistik Sektion Sozialanalysen
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