Armut

Bedeutung des Indikators

Die Bundesverfassung spricht jeder in der Schweiz lebenden Person das Recht zu, über genügend finanzielle Mittel zu verfügen, um eine angemessene Existenz zu führen. Da eine Behinderung oft eine beschränkte Arbeitsfähigkeit und somit Erwerbsfähigkeit zur Folge hat und gleichzeitig teilweise hohe medizinische und Materialkosten mit sich bringt, kann sie ein wichtiger Armutsfaktor sein.

Dieses Risiko wird im System der Sozialen Sicherheit insbesondere anhand von IV-Ergänzungsleistungen (EL-IV) berücksichtigt.

Armutsgefährdung

Menschen mit Behinderungen sind stärker armutsgefährdet als Menschen ohne Behinderungen. Im Jahr 2015 lebten 14,5% der Personen mit Behinderungen in einem Haushalt, dessen verfügbares Einkommen unter 60 Prozent des Schweizer Medianeinkommens lag. Bei der übrigen Bevölkerung lag dieser Anteil bei 11%. Personen mit Behinderungen, die sie im Alltagsleben stark einschränken, waren noch stärker armutsgefährdet (25%).

Externe finanzielle Unterstützung

Menschen mit Behinderungen erhalten vom Sozialversicherungssystem häufiger Leistungen gegen Armut sowie regelmässige finanzielle Unterstützung in Form von privaten Mitteln. Logischerweise beanspruchen sie öfter Ergänzungsleistungen (zusätzlich zu einer IV-Rente) als Menschen ohne Behinderungen (2010: 4,6% gegenüber 0,3%). Ausserdem geben sie häufiger an, Sozialhilfe zu beziehen (4,0% gegenüber 1,5%) und eine grössere Anzahl unter ihnen wird durch öffentliche oder private Mittel unterstützt (1,7% gegenüber 0,6%). Am häufigsten werden die verschiedenen Arten finanzieller Unterstützung von stark eingeschränkten Menschen mit Behinderungen bezogen.

Ergänzungsleistungen der IV

Ende 2016 bezogen 113 708 Erwachsene, das entspricht 46% der IV-Rentnerinnen und -Rentner, Ergänzungsleistungen. Somit ist fast jede zweite Rentnerin bzw. jeder zweite Rentner auf die Unterstützung der Gemeinschaft angewiesen, um angemessen leben zu können. Von diesen Personen lebten 91 757 zu Hause und 21 951 in Heimen.

Weiterführende Informationen

Tabellen

Medienmitteilungen

Grundlagen und Erhebungen

Mehr zu diesem Thema

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Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektionen Gesundheitsversorgung, Gesundheit der Bevölkerung
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

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