Bruttoinlandprodukt

Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ist ein Indikator der Wirtschaftstätigkeit, mit dem die wirtschaftlichen Entwicklungsstufen der einzelnen Länder gemessen und verglichen werden können. Das BIP wird zu laufenden Preisen sowie zu Preisen des Vorjahres berechnet. So kann die Wirtschaftsentwicklung frei von Preiseinflüssen dargestellt werden.

Das BIP für einen bestimmten Zeitraum wird auf der Grundlage von drei Ansätzen berechnet:

  • Mit dem Produktionsansatz kann die von den Wirtschaftsakteuren generierte Wertschöpfung bestimmt werden.
  • Der Verwendungsansatz zeigt wie die generierte Wertschöpfung [von den Wirtschaftssubjekten] verwendet wurde (Konsum und Investitionen).     
  • Der Einkommensansatz betrachtet die Entgeltung der Produktionsfaktoren, d.h. von Boden, Arbeit und Kapital.
Das Bruttoinlandprodukt gemäss zwei Ansätzen: Produktions- und Verwendungsansatz (in Mio. Franken, zu laufenden Preisen)
Gliederung 2014 2015p 2016p
Produktionswert 1 290 596 1 285 419 1 294 957
- Vorleistungen  662 275  652 642  655 976
+ Gütersteuern  35 466  35 520  35 199
- Gütersubventionen - 14 068 - 14 562 - 15 202
BIP gemäss Produktionsansatz  649 718  653 735  658 978
Konsumausgaben  422 812  427 320  432 737
Bruttoinvestitionen  150 972  151 181  152 288
Exporte - Importe  75 935  75 234  73 953
BIP gemäss Verwendungsansatz
 649 718  653 735  658 978
BIP, Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %, zu Preisen des Vorjahres  2,4  1,2   1,4
p: provisorisch Quelle : Bundesamt für Statistik, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung

Während sich Wachstumsanalysen im Allgemeinen auf den zeitlichen Verlauf des BIP abstützen, ist es mit dem Konzept des BIP pro Einwohnerin und Einwohner möglich, neue Aspekte zu beleuchten, die – ähnlich wie die Produktivität pro tatsächliche Arbeitsstunde oder pro Beschäftigte in Vollzeitäquivalenten – die sozioökonomische Entwicklung eines Landes beschreiben. Das BIP pro Einwohnerin und Einwohner wird in der Regel als Indikator für den Lebensstandard eines Landes herangezogen. Für Einkommens- und Vermögensverteilungs-, Lebensqualitäts- oder Wohlfahrtsanalysen ist es hingegen nicht geeignet.

Mit der Zerlegung der Wachstumsrate des BIP pro Einwohnerin und Einwohner lassen sich zwei wichtige Erklärungsfaktorenisolieren, nämlich die Entwicklung der Produktivität pro geleistete Arbeitsstunde und der Effekt der Verwendung der Arbeitskräfte.

Ausserdem muss für den internationalen Vergleich des BIP pro Einwohnerin und Einwohner das Konzept der Kaufkraftparitäten (KKP), die durch das Internationale Vergleichsprogramm (Eurostat/OECD) berechnet werden, verwendet werden. Das Dokument unter dem Reiter «Publikationen» erläutert die verwendeten Methoden und präsentiert die wichtigsten Ergebnisse.

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