Umweltindikator – Ökologische Qualität des Waldes

Die ökologische Qualität der Schweizer Wälder hat sich in den letzten drei Jahrzehnten verbessert: Bei 87% der Waldflächen wird der Biotopwert heutzutage als mittel bis hoch bewertet. Dieser Wert dient zur Beurteilung von Waldbeständen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Dabei werden beispielsweise die Vielfalt der Gehölzarten und die Strukturvielfalt berücksichtigt.

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der Waldfläche mit geringem, mittlerem und hohem Biotopwert an der gesamten Waldfläche. Der Biotopwert ist eine ökologische Masszahl zur Beurteilung von Waldbeständen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, wobei folgende Kriterien zur Berechnung verwendet werden:

  • Naturnähe des Nadelholzanteils: Im Laubwaldareal bilden Nadelhölzer natürlicherweise nur einen kleinen Anteil der Bestände. Als «naturnah» gelten daher Laubmischwälder, die je nach Waldgesellschaft weniger als 10 bzw. 25% Nadelhölzer aufweisen. Als «sehr naturfern» gelten hingegen Wälder, deren Nadelholzanteil 75% übersteigt. Bestände im Nadelwaldareal werden als naturnah betrachtet.
  • Gehölzartenvielfalt: In Mischbeständen mit mehreren Gehölzarten sind in der Regel mehr Tier- und Pflanzenarten (und mehr Individuen) zu finden als in Reinbeständen einer Gehölzart. Daher erhalten Bestände mit grosser Gehölzartenvielfalt einen höheren Biotopwert (obwohl gewisse Wälder, z.B. subalpine Fichtenwälder, von Natur aus praktisch Reinbestände sind).
  • Strukturvielfalt: Reich strukturierte Wälder (z.B. mehrschichtige Wälder mit Bäumen verschiedener Altersklassen) gelten als ökologisch wertvoller als strukturarme, da sie in der Regel eine grössere Artenvielfalt aufweisen.

Für die Berechnung des Biotopwerts wird das Kriterium «Strukturvielfalt» doppelt gewichtet. Die ermittelten Biotopwerte werden in drei Kategorien «gering», «mittel» und «hoch» klassiert.

Die Daten stammen aus dem Landesforstinventar (LFI), welches Zustand und Veränderungen des Schweizer Waldes periodisch erfasst und statistisch verlässliche Aussagen für die Schweiz, grössere Kantone und Regionen ermöglicht. Die erste Aufnahme (LFI1) wurde 1983/85, die zweite (LFI2) 1993/95 und die dritte (LFI3) 2004/06 durchgeführt. Zurzeit läuft die vierte Erhebung (LFI4) 2009/17, für welche bereits erste Daten vorliegen. Das LFI wird von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) durchgeführt.

Definitionen

Links

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Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

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