Vermögen der privaten Haushalte

Das Reinvermögen der privaten Haushalte spielt in unserem Wirtschaftssystem eine entscheidende Rolle. Es bildet einen Teil des ökonomischen Kapitals (Finanzkapital), das zur Produktion von Gütern eingesetzt wird. Andererseits ist das Vermögen zusammen mit dem Einkommen ein zentraler Faktor der materiellen Wohlfahrt. Damit können der künftige Konsum finanziert sowie die Anfälligkeit der Haushalte in wirtschaftlichen Krisenzeiten, bei gesundheitlichen Problemen sowie bei der Pensionierung verringert werden.
Folglich weist das Reinvermögen der privaten Haushalte unter anderem auf die Fähigkeit der Schweizer Haushalte hin, die Folgen einer Wirtschaftskrise gesamthaft zu verkraften. Zudem können die finanziellen Vermögenswerte, die im Reinvermögen der Haushalte ebenfalls eingerechnet werden, durch weiterer Einkünfte wie beispielsweise Zinsen oder Dividenden eine wichtige Einkommensquelle darstellen.
Ein wesentlicher Teil des Reinvermögens der privaten Haushalte wird von den finanziellen Vermögenswerten gebildet, über das die Haushalte hauptsächlich bei den Pensionskassen verfügen. Diese Vermögenswerte werden bei den Kassen als Passiva in Form von Forderungen der Haushalte kumuliert, gehören jedoch auf die Aktivseite der Haushalte.
Auf der Passivseite der Haushalte stellt die Hypothekarschuld den wichtigsten Bestandteil dar. Konsumkredite oder Leasing machen weniger als 10% der Passiva aus.
Dieser makroökonomische Indikator sagt wenig über die Verteilung des Haushaltsvermögens aus.

Methodologie

Das gesamte Finanzvermögen der Haushalte kann von der Finanzierungsrechnung abgeleitet werden. Letztere ist integraler Bestandteil der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Das Immobilienvermögen entstammt einer Schätzung der SNB, die sich auf die Evaluation der im eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregister (GWR) des Bundesamtes für Statistik eingetragenen Wohnimmobilien stützt. Die Geschäftsimmobilien, die nicht überbauten Grundstücke und die Immobilien im Ausland werden hingegen nicht gezählt. Sowohl das Immobilienvermögen als auch die finanziellen Vermögenswerte werden zum Marktwert bewertet und somit von der Preisentwicklung beeinflusst.

Definitionen

Definition des Indikators
Das Haushaltsvermögen ist eine Bestandesgrösse zu einem bestimmten Zeitpunkt, im Allgemeinen zum Jahresende. Es umfasst das Finanzvermögen (liquide Mittel, Einlagen, Schuldscheine, Aktien sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionskassen) und das Immobilienvermögen.
Das Reinvermögen der privaten Haushalte errechnet sich aus dem Vermögen abzüglich der Verpflichtungen.  

Links

Kontakt

Bundesamt für Statistik Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/wohlfahrtsmessung/wohlfahrt/materielle-situation/vermoegen-haushalte.html