Arbeitsproduktivität

Innerhalb eines Unternehmens erfordert eine Produktionstätigkeit den kombinierten Einsatz von Faktoren wie Maschinen, Gebäude, Energie oder Arbeitskraft. Die Arbeitsproduktivität misst dabei die Effizienz, mit der die personellen Ressourcen im Produktionsprozess eingesetzt werden, und wird durch den technischen Fortschritt, das ökonomische Kapital, die natürlichen Ressourcen und das Humankapital bestimmt. Die Wichtigkeit der Arbeitsproduktivität für die Schaffung und Sicherung von materieller Wohlfahrt ist darin sichtbar, dass sie in enger Verbindung mit dem Einkommen, dem langfristigen Wirtschaftswachstum und der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit steht.
Die Arbeitsproduktivität kann sowohl für die Gesamtwirtschaft wie auch für bestimmte Wirtschaftszweige berechnet werden, welche unter dem Begriff „Businesssektor“ zusammengefasst werden. Der Businesssektor entspricht dabei der Gesamtheit der Wirtschaftsakteure, die auf dem Wirtschaftsgebiet eines Landes tätig sind, sich profitorientiert verhalten und die Umsetzung von Strategien zur Erhöhung ihrer Rentabilität verfolgen. Im Gegensatz zur Gesamtwirtschaft schliesst der Businesssektor die Wertschöpfung der öffentlichen Verwaltung und diejenige der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (POoE) aus.

Tabellen

Methodologie

Die Arbeitsproduktivität definiert sich als das Verhältnis von wirtschaftlicher Tätigkeit (Output) zu eingesetzter Arbeit. Aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung der Schweiz ergeben sich zwei verschiedene Grössen zur Messung der wirtschaftlichen Tätigkeit, einerseits die Bruttowertschöpfung (BWS) und andererseits das Bruttoinlandprodukt (BIP).
Als Arbeitsinputquelle wiederum dienen für strukturelle Analysen die Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) und für die Berechnung der Arbeitsproduktivität nach tatsächlichen Arbeitsstunden die Arbeitsvolumenstatistik (AVOL).

Aufgrund massgeblicher Anpassungen und Revisionen bei mehreren Statistiken wurde die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Schweiz im August 2017 revidiert und in der Folge die Ergebnisse der Zeitreihe 1995-2015 für die BWS und das BIP angepasst. Weiter wird neu die Arbeitsproduktivität des tertiären Sektors unter Ausschluss der Aktivitäten von privaten Haushalten als Vermieter oder Nutzer von eigenem Wohneigentum berechnet. Dies im Gegensatz zum Produktionskonto, in welchem die genannten Aktivitäten Bestandteil der NOGA-Abteilung 68 sind. Auch wird die NOGA-Abteilung 97 («Private Haushalte mit Hauspersonal») nicht mehr als Bestandteil des Businesssektors betrachtet. Dies, da die Produktion dieser Branche ausschliesslich für den Eigenbedarf bestimmt ist und somit nicht als marktbestimmt zu erachten ist.

Definitionen

Definition des Indikators
Die Arbeitsproduktivität definiert sich als das Verhältnis von wirtschaftlicher Tätigkeit (Output) zu eingesetzter Arbeit.
In der Schweiz gibt es zwei Messgrössen der Arbeitsproduktivität: die Arbeitsproduktivität nach tatsächlichen Arbeitsstunden für die gesamte Volkswirtschaft und die Arbeitsproduktivität nach Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten für strukturelle Analysen, also nach Wirtschaftsbranchen und auf Ebene Businesssektor.
Für die Gesamtwirtschaft wird die Arbeitsproduktivität nach tatsächlichen Arbeitsstunden anhand folgender Formel berechnet:

BIPt / GASt

Wobei BIPt das Bruttoinlandprodukt im Jahr t ist und GASt die Anzahl tatsächlicher Arbeitsstunden im selben Jahr t darstellt.
Wenn es sich um Branchen des Businesssektors handelt, wird die Produktivität nach Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten berechnet:

BWSit / VZÄit

Wobei BWSit die Bruttowertschöpfung der Branche i im Jahr t und VZÄit die Beschäftigung in Vollzeitäquivalenten der Branche i im Jahr t darstellt.

Publikationen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/wohlfahrtsmessung/aktivitaeten/oekonomische-produktion/arbeitsproduktivitaet.html