Legislaturindikator: Erwerbslosenquote nach Migrationsstatus


Auszug aus dem Legislaturziel 13: Der Bundesrat will das wirtschaftliche und soziale Potenzial der Migration bestmöglich ausschöpfen und gleichzeitig die entstehenden Herausforderungen aktiv angehen. Dazu gilt es, einerseits die Migration zu steuern, falls das inländische Arbeitskräftepotenzial nicht genügend ausgeschöpft wird, und andererseits die Voraussetzungen für eine erfolgreiche berufliche und gesellschaftliche Integration von Einwanderinnen und Einwanderern zu schaffen.

Bedeutung des Indikators: Die Integration soll gemäss Schweizer Gesetzgebung längerfristig und rechtmässig anwesenden Ausländerinnen und Ausländern die Teilhabe am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben ermöglichen. Ziel der Integration ist, dass alle Einwohnerinnen und Einwohner in der Schweiz – unabhängig von ihrer Herkunft – die gleichen Chancen haben. Die Erwerbstätigkeit ist Voraussetzung für die selbstständige Besorgung des Lebensunterhaltes und ein wichtiger Faktor für die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Der Ausschluss aus dem Erwerbsleben ist eine der Hauptursachen für Armut. Eine Annäherung der Erwerbslosenquoten verschiedener Bevölkerungsgruppen würde anzeigen, dass sich der tatsächliche Zugang zum Arbeitsmarkt angleicht.
Die Erwerbslosenquote nach Migrationsstatus drückt die Erwerbslosigkeit der 15- bis 74-Jährigen in der Erwerbsbevölkerung aus.

Quantifizierbares ZielDie wirtschaftliche und soziale Integration von Personen mit Migrationshintergrund wird gefördert.

Kommentar

Die Erwerbslosenquote der Bevölkerung hat sich seit 2012 unabhängig des Migrationsstatus nicht signifikant verändert. Zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen bestehen jedoch Unterschiede: 2019 betrug die Erwerbslosenquote der Personen ohne Migrationshintergrund 2,5%, jene der Personen mit Migrationshintergrund lag mit 7,1% fast dreimal so hoch.
Bei den Personen mit Migrationshintergrund sind jene der ersten Generation tendenziell stärker von der Erwerbslosigkeit betroffen als die Folgegenerationen.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Erwerbslosenquote der 15- bis 74-Jährigen in der Erwerbsbevölkerung (Anzahl Erwerbslose gemäss ILO, in Prozenten der Erwerbspersonen) nach Migrationsstatus.

Für den Indikator wird die „ständige Wohnbevölkerung nach dem für die Integrationsmessung angepassten Migrationsstatus“ verwendet:

  • Die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund umfasst die in der Schweiz oder im Ausland geborenen gebürtigen Schweizerinnen und Schweizer mit mindestens einem in der Schweiz geborenen Elternteil sowie die in der Schweiz geborenen eingebürgerten Schweizer Staatsangehörigen, deren Eltern beide in der Schweiz geboren wurden.
  • Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund umfasst alle Ausländerinnen und Ausländer (unabhängig von ihrem Generationenstatus), die eingebürgerten Schweizerinnen und Schweizer der ersten und zweiten Generation (d.h. die im Ausland Geborenen bzw. die in der Schweiz Geborenen mit mindestens einem im Ausland geborenen Elternteil) sowie die gebürtigen Schweizerinnen und Schweizer mit zwei im Ausland geborenen Eltern.

Die Erwerbslosenquote wird vom Bundesamt für Statistik (BFS) im Rahmen der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) berechnet und publiziert. Die Daten sind ab dem Referenzjahr 2012 differenziert nach Migrationsstatus verfügbar.

Definitionen

Quellen

Erhebung

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/querschnittssicht/integration/erwerbslosenquote.html