Legislaturindikator: Online Service Index


Auszug aus dem Legislaturziel 1: Der Wirtschaftsstandort Schweiz soll durch einen handlungsfähigen und effizienten Staat […] gestärkt werden. Ferner verfolgt der Bundesrat im Rahmen von «E-Government» das Ziel, die Verwaltungstätigkeit mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) so bürgernah und so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten.

Bedeutung des Indikators: E-Government bezweckt, die Prozesse zwischen der Bevölkerung, der Wirtschaft und den staatlichen Stellen sowie innerhalb der Verwaltung mittels Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu optimieren. Dadurch soll der Kontakt mit der Verwaltung erleichtert und ein Standortvorteil für die Wirtschaft und andere Organisationen geschaffen werden.
Der Online Service Index zeigt für die Schweiz in einem weltweiten Vergleich, inwiefern Dienstleistungen auf Bundesebene online abgewickelt werden können. Im Fokus stehen die Zugänglichkeit zu Informationen und die Benutzerfreundlichkeit von Internetseiten der Regierung und in ausgewählten Bereichen (Bildung, Gesundheit, Finanzen, Arbeit, Sozialleistungen). Der Index erfasst zudem die Möglichkeiten zur Interaktion zwischen der Regierung und der Bevölkerung, zum Beispiel in Form von regelmässigen Inputs, routinemässigen Konsultationen oder von Social Media und Web 2.0.

Quantifizierbares Ziel: Im Bereich E-Government verbessert die Schweiz im internationalen Vergleich ihre Position.

Kommentar

Die Schweiz belegte 2018 beim Online Service Index mit einem Wert von 0,85 (auf einer Skala von 0 bis 1) den 35. Platz von insgesamt 193 untersuchten Ländern. Sie platzierte sich somit über dem weltweiten Durchschnitt von 0,57. Im Jahr 2016 erreichte die Schweiz im weltweiten Vergleich mit einem Indexwert von 0,60 den 66. Rang. In der Regel belegen viele hoch entwickelte Länder die vorderen Ränge des Vergleichs. Oftmals werden dort die finanziellen Ressourcen zentral verwaltet und mit entsprechendem politischen Wille gezielt eingesetzt, um E-Government-Initiativen zu entwickeln und umzusetzen. 2018 befanden sich Dänemark, die Vereinigten Staaten, Singapur und Korea auf den ersten Plätzen.

Der E-Participation Index misst die Nutzung von Online-Angeboten, bei welchen die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern und Wirtschaft in politischen Entscheidungsprozessen im Vordergrund steht. Hier befand sich die Schweiz 2018 mit einem Indexwert von 0,84 auf dem 41. Platz und lag über dem weltweiten Durchschnitt von 0,57.

Der Online Service Index sowie der E-Participation Index sind relative Indizes. Das heisst, der jeweilige Indexwert eines Landes hängt unter anderem vom E-Government-Angebot der best- bzw. schlechtestplatzierten Länder ab.


Tabellen

Methodologie

Für die Erhebung des Online Service Index werden die Internetseiten der nationalen Regierungen und ausgewählten Ministerien auf bestimmte Kriterien hin untersucht. Bei der Messung wird davon ausgegangen, dass sich die Entwicklung der Online-Service-Angebote in vier Phasen gliedert: In einer ersten Phase unterhält die Regierung eine einfache Website mit Basisinformationen („emerging presence“). In einer zweiten Phase kommen multimediale Elemente und die Möglichkeit zur Interaktion beim Internetauftritt hinzu („enhanced presence“). Die dritte Phase wird durch einen breiten Informationsaustausch, regelmässige Benutzung und Inputmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger charakterisiert („transactional presence“). Die vierte Phase zeichnet sich durch einen intensiven Datenaustausch und routinemässige Konsultationen der Bürgerinnen und Bürger z.B. über soziale Netzwerke aus („connected presence“). Wenn ein Land alle vier Phasen durchlaufen hat und alle Elemente berücksichtigt werden, weist es einen hohen Online Service Index aus.

Der Online Service Index ist Teil des „E-Government Development Index“ der UNO. Der "E-Government Development Index" umfasst noch zwei weitere Dimensionen: den „Telecommunication Infrastructure Index“ und den „Human Capital Index“. Alle drei Dimensionen werden je zu einem Drittel gewichtet und zum „E-Government Development Index“ zusammengezählt. Für die Erhebung der Indizes werden jeweils die neusten Trends und Entwicklungen im E-Government Bereich berücksichtigt.

Der Online Service Index ist ein relativer Index. Das bedeutet, dass der Index eines Landes von den Werten der best- bzw. schlechtestplatzierten Länder abhängt. Ein relativer Index verändert sich zudem je nach Anzahl der Länder, die an der Untersuchung teilnehmen. Der Index kann Werte zwischen 0 und 1 annehmen. Es gibt frühere Surveys mit Online Service Indices, die Zahlen sind aber wegen Revisionen der Methode und wegen der Eigenschaften des relativen Index nur beschränkt vergleichbar.

Der Indikator wird alle 2 Jahre vom United Nations Public Administrations Network (UNPAN) erhoben und publiziert.

Definitionen

E-Government
Unterstützung der Beziehungen, Prozesse und politischen Partizipation innerhalb der staatlichen Stellen aller Ebenen (Bund/Kantone/Gemeinden) sowie zwischen den staatlichen Stellen (Bund - Kantone - Gemeinden) und all ihren Anspruchsgruppen (Bürgerinnen und Bürger / Unternehmen / Institutionen) durch die Bereitstellung entsprechender Interaktionsmöglichkeiten mittels elektronischer Medien

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/querschnittssicht/digitalisierung/online-service-index.html