Legislaturindikator: Elektrizitätsproduktion aus neuer erneuerbarer Energie


Auszug aus dem Legislaturziel 8: Natürliche Ressourcen – wie beispielsweise Wasser, Boden, Luft, Wald, erneuerbare und nicht erneuerbare Rohstoffe – sowie auch die biologische und landschaftliche Vielfalt und ein stabiles Klima sind Kernelemente für das menschliche Wohlbefinden und Grundlage für die Wirtschaft. […] Als Folge des schrittweisen Ausstiegs aus der Kernenergie sind der Zubau von Wasserkraft und von neuen erneuerbaren Energien sowie die Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden, bei Geräten und im Verkehr nötig.

Bedeutung des Indikators: Neue erneuerbare Elektrizität ist Strom, welcher mittels Sonnenenergie, Biomasse, Windenergie sowie erneuerbarer Anteile aus Abfällen und Abwasser gewonnen wird. Nicht berücksichtigt wird dabei die Wasserkraft, welche als traditionelle erneuerbare Energiequelle gilt. Erneuerbare Energie steht prinzipiell zeitlich unbegrenzt zur Verfügung. Verglichen mit fossilen Energieträgern oder der Kernenergie entstehen bei der Nutzung von erneuerbaren Energien relativ wenig Emissionen und Abfälle. Die Erzeugung von Elektrizität aus erneuerbarer Energie kann auch Auswirkungen auf die Umwelt haben (z.B. Beeinflussung des Landschafts- oder Ortsbild).
Der Anteil der Elektrizitätsproduktion aus neuer erneuerbarer Energie wird im Verhältnis zur gesamten Netto-Elektrizitätsproduktion in Prozent dargestellt.

Quantifizierbares Ziel: Der Anteil der neuen erneuerbaren Energien am Strom-Mix wird deutlich ausgebaut.

Kommentar

Der Anteil der Elektrizität aus neuen erneuerbaren Energien an der Gesamtproduktion von Elektrizität ist seit 2000 gestiegen. 2017 wurden 6,4% der gesamten Netto-Elektrizitätsproduktion aus neuen erneuerbaren Energien gewonnen, was im Vergleich zu anderen Energiequellen ein verhältnismässig kleiner Anteil ist. Die Elektrizität aus neuen erneuerbaren Energien stammte 2017 überwiegend aus Sonnenenergie, erneuerbaren Anteilen aus Abfall sowie aus Biomasse. Diese drei Energieträger lieferten zusammen rund 93% der Elektrizität aus neuen erneuerbaren Energien, die verbleibenden 7% werden durch Biogase aus Abwasserreinigungsanlagen und aus Wind erzeugt. Bei allen Energieträgern war in den letzten Jahren ein Wachstum zu verzeichnen. Relativ gesehen war dieses am stärksten bei der Sonnenenergie, gefolgt von der Windenergie und Biomasse.

Der grösste Teil an der gesamten Netto-Stromproduktion, d.h. nach Abzug des Verbrauchs der Speicherpumpen, stammt aus Wasserkraft, die nicht zu den neuen erneuerbaren Energien gezählt wird.: Im Jahr 2017 betrug ihr Anteil an der Gesamtproduktion 56,7%. Somit wurden in diesem Jahr 63,1% der gesamten Elektrizitätsproduktion aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Der verbleibende Anteil war nicht erneuerbaren Ursprungs und setzte sich zusammen aus Strom von Kernkraftwerken (34%) und dem nichterneuerbaren Anteil bei konventionell thermischen Kraft- und Fernheizkraftwerken (2,9%).


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der Elektrizität aus neuen erneuerbaren Energie im Verhältnis zur gesamten Netto-Elektrizitätsproduktion in Prozent. Zu den neuen erneuerbaren Energieträgern gehören Sonne, Biomasse, Wind sowie erneuerbare Anteile aus Abfällen und Abwasser. Energie aus Wasserkraft, die über die Hälfte der schweizerischen Stromproduktion darstellt, wird nicht zu den neuen erneuerbaren Energien gezählt. Kleinwasserkraftwerke bis 10 MWh werden aber im Rahmen von Programmen zur Förderung erneuerbarer Energien (z.B. die Kostendeckende Einspeisevergütung KEV) ähnlich wie neue erneuerbare Energien unterstützt. Es fehlt momentan eine ausreichende Datengrundlage, um diese zusätzliche Produktion separat ausweisen zu können.

Die Daten des Indikators stammen aus der Schweizerischen Statistik der erneuerbaren Energien sowie aus der Schweizerischen Elektrizitätsstatistik, die beide jährlich vom Bundesamt für Energie (BFE) publiziert werden.

Definitionen

Erneuerbare Energien
Energien, die kontinuierlich oder in Zyklen auf natürliche Weise anfallen, entweder für die Bereitstellung von nutzbarer Energie oder direkt als Endenergie. Zu den erneuerbaren Energien gehören einerseits die klassischen Energieträger Wasserkraft und Holz, andererseits die neuen erneuerbaren Energieträger Wind, Sonne, Biotreibstoffe, Biogas und Umgebungswärme.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/indikatoren/elektrizitaet-neue-erneuerbare-energien.html