Legislaturindikator: Abschlussquote der beruflichen Grundbildung


Auszug aus dem Legislaturziel 6: Das duale Bildungssystem ist ein Schweizer Erfolgsmodell. Auf Basis der gemeinsamen bildungspolitischen Ziele von Bund und Kantonen für den Bildungsraum Schweiz setzt sich der Bundesrat gemeinsam mit den Kantonen für eine hohe Qualität und Durchlässigkeit des Bildungsraumes Schweiz ein. Der Bundesrat ist bestrebt, die Berufsbildung stark zu halten und weiterzuentwickeln, damit qualifizierter Nachwuchs ausreichend zur Verfügung steht und jungen Menschen eine gute Perspektive geboten wird.

Bedeutung des Indikators: Nach der obligatorischen Schule treten die meisten Jugendlichen in die Sekundarstufe II über. Eine abgeschlossene Ausbildung auf der Sekundarstufe II öffnet nicht nur den Zugang zur nächsten Bildungsstufe, sondern bereitet junge Erwachsene ebenfalls darauf vor, als qualifizierte Arbeitskräfte in den Arbeitsmarkt einzutreten. Die Sekundarstufe II lässt sich in berufsbildende (berufliche Grundbildung) und in allgemeinbildende Ausbildungsgänge (gymnasiale Maturitätsschulen und Fachmittelschulen) unterteilen. Die berufliche Grundbildung umfasst alle Ausbildungen, die mit einem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ, mit oder ohne Berufsmaturität) oder einem Eidgenössischen Berufsattest (EBA) abschliessen.
Der Indikator zeigt den Anteil der aus der obligatorischen Schule ausgetretenen jungen Erwachsenen im Alter bis 25 Jahre, die im Referenzjahr in der Schweiz als Erstabschluss auf der Sekundarstufe II ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder ein Eidgenössisches Berufsattest (EBA) erworben haben im Verhältnis zur Referenzbevölkerung desselben Alters.

Quantifizierbares Ziel: Im hochstehenden und durchlässigen Bildungssystem wird die Berufsbildung als wichtiger Pfeiler für die Förderung des qualifizierten Nachwuchses gestärkt, und die Jugendarbeitslosigkeit bleibt im internationalen Vergleich tief.

Kommentar

Die Abschlussquote in der beruflichen Grundbildung betrug 2015 gut 65% der Bevölkerung im entsprechenden Alter (bis 25 Jahre). Frauen schlossen im Vergleich zu den Männern seltener eine berufliche Grundbildung ab. Sie verfügten jedoch häufiger als die Männer über einen allgemeinbildenden Abschluss wie eine gymnasiale Maturität oder einen Fachmittelschulausweis. Abschlüsse von Berufs- wie auch Allgemeinbildung zählen zur Sekundarstufe II.

Von der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren wiesen 2017 rund 37% eine berufliche Grundbildung als höchsten Bildungsabschluss aus. Dieser Wert ist in den letzten 10 Jahren deutlich gesunken, da immer mehr Personen eine weiterführende Ausbildung auf der Tertiärstufe absolvieren.

Eine berufliche Grundbildung eröffnet mehrere Möglichkeiten zur Weiterbildung: einerseits kann eine höhere Berufsbildung (Diplomstudiengang höhere Fachschule, Berufs- oder höhere Fachprüfung) absolviert werden, andererseits ermöglicht der Erwerb einer Berufsmaturität den Zugang zu einer Fachhochschule sowie mit bestandener «Ergänzungsprüfung Passerelle» zu den universitären Hochschulen.

 


Tabellen

Methodologie

Die berufliche Grundbildung auf der Sekundarstufe II kann als Lehre in einem Betrieb (duales System) oder in einer Vollzeitschule absolviert werden. Im dualen Bildungssystem gibt es zwei Ausbildungsstufen: Die berufliche Grundbildung mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ, Dauer 3 oder 4 Jahre) und die berufliche Grundbildung mit Eidgenössischem Berufsattest (EBA, Dauer 2 Jahre). Die Berufsmaturität ergänzt die berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) mit einer erweiterten Allgemeinbildung. Der Abschluss der Berufsmaturität öffnet den Zugang zu den Fachhochschulen und mit einer Ergänzungsprüfung auch zu den Universitäten und Eidgenössischen Technischen Hochschulen.

Der Indikator zeigt den Anteil der aus der obligatorischen Schule ausgetretenen Bevölkerung im Alter bis 25 Jahre, der im Referenzjahr in der Schweiz als Erstabschluss auf der Sekundarstufe II ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder ein Eidgenössisches Berufsattest (EBA) erworben hat. Er wird als Nettoquote berechnet, indem die Anteile der zertifizierten Personen eines bestimmten Alters im Verhältnis zur Referenzbevölkerung desselben Alters über sämtliche betroffenen Alterskohorten kumuliert werden. Für eine bessere Stabilität der Ergebnisse wird ein gleitender Dreijahresdurchschnitt berechnet. Die Quote für das Jahr X entspricht folglich dem Durchschnitt der für die Jahre X-1, X und X+1 erhaltenen Werte.

Die Referenzbevölkerung besteht aus allen Personen, die im Alter des Beendens der obligatorischen Schule in der Schweiz wohnten. Ausgenommen sind Grenzgängerinnen und Grenzgänger sowie Personen, die im Zuge der jüngsten Zuwanderung nach beendeter obligatorischer Schulzeit in die Schweiz gekommen sind. Jugendliche, die das Land vor dem Erwerb eines Abschlusses auf der Sekundarstufe II verlassen haben, werden ebenfalls nicht berücksichtigt.

Die Anlehre, die Vorlehre und Übergangsausbildung werden in der Berechnung nicht berücksichtigt. Die Berufsmaturität wird ebenfalls nicht in die Berechnung aufgenommen, da es sich um einen Zweit- oder Doppelabschluss handelt (nach oder parallel zum Erwerb eines Eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses EFZ).

Die Quote der Erstabschlüsse auf der Sekundarstufe II wird vom Bundesamt für Statistik (BFS) jährlich im Rahmen des Projektes Längsschnittanalysen im Bildungsbereich (LABB) veröffentlicht. Die Angaben zur Referenzpopulation stammen aus der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP).

Definitionen

Sekundarstufe II
Die Sekundarstufe II setzt die Ausbildung nach der obligatorischen Basisausbildung fort. Sie beginnt gemäss HarmoS-Konkordat 11 Jahren nach Beginn der Primarschule (etwa 16. Lebensjahr) und umfasst berufsorientierte und allgemeinbildende Ausbildungsgänge. Die Ausbildungen dauern in der Regel 2-4 Jahre und schliessen mit einer Maturität, einem Fachmittelschulausweis, einem eidgenössischen Fähigkeitsausweis (EKZ) oder einem eidgenössischen Berufsattest (EBA) ab. Abschlüsse der Sekundarstufe II ermöglichen den Zugang zur Tertiärstufe.

Quellen

Erhebungen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/indikatoren/abschlussquote-berufliche-grundbildung.html