Legislaturindikator: Lohnunterschied nach Geschlecht


Auszug aus dem Legislaturziel 10Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts […] sollen beseitigt werden. Diesbezüglich will der Bundesrat insbesondere die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau herstellen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessern.

Bedeutung des Indikators: Der Grundsatz der Gleichstellung von Mann und Frau verlangt, dass beide Geschlechter den gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit erhalten. Die Lohnunterschiede nach Geschlecht lassen sich teilweise durch objektive Faktoren wie Ausbildung, berufliche Stellung, Berufserfahrung usw. erklären. Der restliche Anteil der Lohnunterschiede kann nicht durch diese objektiven Faktoren erklärt werden und wird als unerklärter Anteil bezeichnet.
Der Indikator zeigt den Lohnunterschied (standardisiert auf ein Vollzeitäquivalent) zwischen Frauen und Männern im Verhältnis zum monatlichen Bruttolohn der Männer im privaten Sektor.

Quantifizierbares ZielMann und Frau erhalten den gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.

2020 betrug der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern im privaten Sektor 13,8 Prozent.
Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern hat im privaten Sektor seit 1994 abgenommen. Er blieb von 2006 bis 2012 bei rund 19% relativ stabil und hat sich anschliessend weiter verringert: 2020 betrug der standardisierte monatliche Bruttomedianlohn der Frauen im privaten Sektor 5779 Franken, jener der Männer 6705 Franken. Dies entspricht einer Lohndifferenz von 13,8%.

Im privaten Sektor waren 2020, basierend auf dem arithmetischen Mittelwert, 45,3% (d.h. 724 Franken pro Monat) des Lohnunterschieds unerklärt.

Öffentlicher Sektor
Die Lohnunterschiede im öffentlichen Sektor sind geringer als jene im privaten Sektor. 2020 betrug der standardisierte monatliche Bruttomedianlohn der Frauen im gesamten öffentlichen Sektor 7618 Franken, derjenige der Männer 8514 Franken. Dies entspricht einer Differenz von 10,5%.

Im gesamten öffentlichen Sektor (Bund, Kantone und Gemeinden) waren 2020, basierend auf dem arithmetischen Mittelwert, 46,7% (d.h. 642 Franken pro Monat) des Lohnunterschieds unerklärt.

Unterscheidung nach Bildungsniveau und beruflicher Stellung
Bei gleichem Bildungsniveau oder gleicher beruflicher Stellung lag der standardisierte monatliche Bruttomedianlohn im privaten Sektor bei den Frauen tiefer als bei den Männern. Frauen verdienten im Jahr 2020 je nach Bildungsniveau zwischen 7,7% (Lehrerpatent) und 21,4% (Fachhochschule, Pädagogische Hochschule) weniger als die Männer. Zudem war der Lohn von Frauen je nach beruflicher Stellung zwischen 9,9% (unterstes Kader) und 20,4% (oberstes, oberes und mittleres Kader) tiefer als jener der Männer.

Unterscheidung nach Alter
Im privaten Sektor nimmt der Lohnunterschied überdies mit dem Alter zu: 2020 verdienten die 20- bis 29-jährigen Frauen 6,2% weniger, die 30- bis 39-jährigen Frauen 7,5% weniger, die 40- bis 49-jährigen Frauen 14,9% weniger als die Männer der gleichen Altersklasse und die 50- bis 64-jährigen Frauen 18,3% weniger als die Männer im Alter von 50 bis 65 Jahren.

Arbeitnehmende mit tiefen Löhnen
Die Lohndifferenzen zwischen den Geschlechtern sind unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass Frauen in Berufen mit tiefen Lohnniveaus überproportional vertreten sind: 2020 war der Anteil weiblicher Arbeitnehmender mit einem tiefen Lohn im privaten und öffentlichen Sektor zusammen (< 4443 Franken) zweimal so gross wie jener der männlichen Arbeitnehmenden. Männer sind im Gegenzug in Berufen mit hohen Lohnniveaus überproportional vertreten.


Tabellen

Methodologie

Dieser Indikator zeigt den Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen (erklärter und unerklärter Anteil) im Verhältnis zum Lohn der Männer im privaten Sektor. Berechnet wird er auf Basis des standardisierten monatlichen Bruttolohns (Median). Teilzeitstellen werden auf ein Vollzeitäquivalent von 4 1/3 Wochen zu 40 Arbeitsstunden umgerechnet.
Datengrundlage ist die schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE), die alle zwei Jahre durchgeführt und vom Bundesamt für Statistik (BFS) publiziert wird.

Die Lohnunterschiede nach Geschlecht lassen sich teilweise durch objektive Faktoren wie Ausbildung, berufliche Stellung, Berufserfahrung usw. erklären. Diejenige Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern, die verbleibt, nachdem diese objektiven erklärenden Faktoren berücksichtigt worden sind, wird unerklärter Anteil genannt. Die Daten zum erklärten und unerklärten Anteil des Lohnunterschieds basieren auf einer Studie, welche von B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung AG (2019) im Auftrag des BFS durchgeführt wurde. Die Berechnung beruht auf dem Oaxaca-Blinder-Modell, bei dem es sich um eine Zerlegung der Lohndifferenz im arithmetischen Mittel handelt. Für die Jahre 1998-2006 wurden die Löhne auf Basis der NOGA 2002 und ab 2008 auf Basis der NOGA 2008 analysiert (NOGA = Allgemeine Systematik der Wirtschaftszweige).

Definitionen

Quellen

Erhebung

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/alle-indikatoren/leitline-2-zusammenhalt/lohnunterschied-geschlecht.html