Legislaturindikator: Vielfalt von Artengemeinschaften


Auszug aus dem Legislaturziel 8: Natürliche Ressourcen – wie beispielsweise Wasser, Boden, Luft, Wald, erneuerbare und nicht erneuerbare Rohstoffe – sowie auch die biologische und landschaftliche Vielfalt und ein stabiles Klima sind Kernelemente für das menschliche Wohlbefinden und Grundlage für die Wirtschaft. Der Druck auf die natürlichen Ressourcen nimmt aufgrund des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums weiter zu. […] Damit die natürlichen Ressourcen langfristig erhalten bleiben, sollen sie nachhaltig und schonend genutzt und wo erforderlich ausreichend und umfassend geschützt werden.

Bedeutung des Indikators: Biodiversität umfasst die Vielfalt an Arten, Genen und Lebensräumen für Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen. Für den Menschen liegt die Bedeutung der Biodiversität in den zahlreichen Leistungen, welche die Ökosysteme erbringen. Dazu gehört die Reinigung des Wassers, Filtrierung der Luft oder Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit.
Der Indikator beschreibt, wie sich die Artenzusammensetzung im Lebensraum Wiesen und Weiden entwickelt. Während ein hoher Indexwert vielfältige Artengemeinschaften anzeigt, weist ein tiefer Indexwert auf einheitlichere Artengemeinschaften hin, was einen Verlust biologischer Vielfalt bedeutet.

Quantifizierbares Ziel: Die Biodiversität und deren Lebensräume sind zu erhalten und zu fördern.

Kommentar

Die Vielfalt der Artengemeinschaften in Wiesen und Weiden ist seit Beginn der 2000er Jahre insgesamt zurückgegangen. Während sie bei den Pflanzen und Moosen konstant geblieben ist, konnte bei den Mollusken (Schnecken) eine Abnahme beobachtet werden. Bei den Mollusken hat vor allem die Anzahl der häufig vorkommenden Arten zugenommen, die keine besonderen Ansprüche an ihren Lebensraum stellen, während die Anzahl der seltenen Arten abgenommen hat.


Tabellen

Methodologie

Die Vielfalt an Artengemeinschaften im Lebensraum Wiesen und Weiden wird anhand des mittleren Simpsons-Indexes auf einer Skala von 0 (einheitlich) bis 100 (vielfältig) dargestellt. Der Indikator wird für eine Artengruppe folgendermassen berechnet: Die Artenliste einer Wiese oder Weide wird paarweise mit jenen aller anderen Stichprobenflächen der Wiesen und Weiden verglichen. Für jeden Vergleich wird der Simpson-Index berechnet. So werden alle möglichen Paare miteinander verglichen. Der Mittelwert aller berechneten Simpson-Indizes nimmt Werte zwischen 0 und 100 an. Beim Wert 0 kommen in allen Wiesen exakt die gleichen Arten vor, ist jede Wiese in ihrer Artenzusammensetzung einzigartig, beträgt der Wert 100. Je mehr seltene und je weniger häufige Arten es in einer Artengruppe gibt, desto höher fällt der Wert für diese Artengruppe aus.

Die Stichprobenflächen, für die jeweils ein Inventar aller darin vorkommenden Pflanzen, Mollusken und Moose erstellt wird, umfassen zehn Quadratmeter. Innerhalb von fünf Jahren werden jeweils alle Stichprobenflächen bearbeitet. Für einen kompletten Vergleich aller Flächen werden deshalb die Aufnahmen von jeweils fünf Jahren verwendet.

Der Indikator stützt sich auf die Daten des Indikators Artenvielfalt in Lebensräumen (Z9) des Biodiversitäts-Monitorings Schweiz des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und wird jährlich erhoben. Die Daten für die Mollusken folgen jeweils mit einem Jahr Rückstand.

Definitionen

Biodiversität
Die Biodiversität oder biologische Vielfalt umfasst die verschiedenen Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Bakterien, die genetische Vielfalt innerhalb der Arten sowie die unterschiedlichen Lebensräume mit denen die Arten in Wechselwirkung stehen.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/alle-indikatoren/leitline-1-wohlstand/vielfalt-artengemeinschaften.html