Legislaturindikator: Treibhausgasemissionen


Auszug aus dem Legislaturziel 8: Natürliche Ressourcen – wie beispielsweise Wasser, Boden, Luft, Wald, erneuerbare und nicht erneuerbare Rohstoffe – sowie auch die biologische und landschaftliche Vielfalt und ein stabiles Klima sind Kernelemente für das menschliche Wohlbefinden und Grundlage für die Wirtschaft. Der Druck auf die natürlichen Ressourcen nimmt aufgrund des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums weiter zu. Die planetaren Grenzen sind in gewissen Bereichen schon überschritten (Klima, Stickstoff, Biodiversität). […] Damit die natürlichen Ressourcen langfristig erhalten bleiben, sollen sie nachhaltig und schonend genutzt und wo erforderlich ausreichend und umfassend geschützt werden.

Bedeutung des Indikators: Verschiedene Gase der Erdatmosphäre haben einen Einfluss auf die Energiebilanz der Erde, indem sie die Abstrahlung von Wärme in den Weltraum einschränken. Dieses Phänomen wird als Treibhauseffekt bezeichnet. Der Treibhauseffekt ist ein natürliches Phänomen, das aber durch Treibhausgase aus menschlichen Aktivitäten verstärkt wird. Die Verbrennung von fossilen Brenn- und Treibstoffen ist die Hauptursache für den zusätzlichen Treibhauseffekt. Daneben spielen unter anderem auch Waldrodungen, Emissionen aus industriellen Prozessen, aus der Landwirtschaft und der Abfallbewirtschaftung eine Rolle.
Die Treibhausgasemissionen umfassen die jährlich ausgestossene Gesamtmenge an Treibhausgasen in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Mit einem Anteil von über 80% ist CO2 das weitaus wichtigste Treibhausgas anthropogenen Ursprungs. Die Werte verstehen sich als Bruttoemissionen ohne Abzug von Senkenleistungen des Waldes oder von Emissionsminderungszertifikaten. Ebenfalls nicht berücksichtigt werden diejenigen Emissionen, die im Ausland aufgrund der Importe in die Schweiz generiert wurden.

Quantifizierbares Ziel: Die Treibhausgasemissionen im Inland vermindern sich bis zum Jahr 2020 gegenüber 1990 gesamthaft um 20 Prozent.

Kommentar

Die Treibhausgasemissionen, gemessen in Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, sind von 53,7 Mio. Tonnen im Jahr 1990 (Basisjahr) auf 47,2 Mio. Tonnen im Jahr 2017 zurückgegangen. Dies entspricht einem Rückgang um 12% gegenüber 1990. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Treibhausgasemissionen 2017 um 1 Mio. Tonnen abgenommen.

Die Treibhausgasemissionen entwickeln sich in den einzelnen Sektoren gemäss CO2-Verordnung unterschiedlich. Im Gebäudesektor (Haushalte und Dienstleistungen) lagen die Emissionen 2017 mit 12,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten 26% tiefer als 1990 (Basisjahr). Ebenfalls abgenommen haben die Emissionen im Industriesektor (inkl. Abfallverbrennung). 2017 betrugen sie 10,7 Mio. Tonnen, 18% weniger als noch 1990. Im Sektor Verkehr lagen die Emissionen mit 15 Mio. Tonnen 2017 um rund 1% höher als 1990. Die übrigen Emissionen beliefen sich 2017 auf 8,9 Mio. Tonnen und haben gegenüber 1990 um 2,4% zugenommen.

Die Schweiz hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen zu senken. Auf nationaler Ebene wird diese Verpflichtung durch das CO2-Gesetz umgesetzt. Darin ist ein Reduktionsziel der inländischen Treibhausgasemissionen bis 2020 gegenüber 1990 um 20% verankert. Für dieses Reduktionsziel werden die Senkenleistungen des Waldes berücksichtigt, nicht aber der Kauf von ausländischen Emissionsminderungszertifikaten.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Entwicklung der Treibhausgasemissionen seit 1990, in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Die Werte verstehen sich als Bruttoemissionen ohne Abzug von Senkenleistungen des Waldes oder von Emissionsminderungszertifikaten.

Die Schweiz hat sich international im Rahmen des Kyoto-Protokolls verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Die erste Verpflichtungsperiode sah eine Reduktion der mittleren jährlichen Treibhausgasemissionen für den Zeitraum 2008-2012 um 8% unter das Emissionsniveau von 1990 vor. In der zweiten, aktuellen Verpflichtungsperiode sollen die Gesamtemissionen aller Treibhausgase im Zeitraum 2013-2020 durchschnittlich um 15,8% gegenüber 1990 reduziert werden. Auf nationaler Ebene wird diese Verpflichtung durch das CO2-Gesetz umgesetzt. Dieses verlangt, dass der inländische Ausstoss an Treibhausgasen bis 2020 gegenüber 1990 um 20% sinkt.

Beim CO2-Gesetz sind die Emissionsreduktionen durch Massnahmen im Inland zu erreichen, beim Kyoto-Protokoll dürfen zusätzlich im Ausland erworbene Emissionsminderungszertifikate angerechnet werden. Die Treibhausgasbilanz der Wälder (inklusive Holzprodukte) wird sowohl beim Kyoto-Protokoll als auch beim CO2-Gesetz berücksichtigt.

Treibhausgase gemäss CO2-Gesetz und Kyoto-Protokoll sind Kohlenstoffdioxid (CO2), Lachgas (N2O), Methan (CH4) sowie synthetische Gase (HFC, PFC, SF6 und NF3). Für die Berechnung des Indikators wird die Summe aller Treibhausgasemissionen in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten ausgewiesen, d.h. die verschiedenen Treibhausgase werden entsprechend ihrer Klimawirksamkeit skaliert und in CO2-Äquivalente umgerechnet.

Die Daten stammen aus dem Treibhausgasinventar der Schweiz. Dieses wird jährlich vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) gemäss den Richtlinien der UNO-Klimakonvention für Industrieländer und den technischen Handbüchern des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) erstellt. Das Treibhausgasinventar nimmt auf witterungsbedingte Schwankungen der Emissionen keine Rücksicht. Die Emissionen des internationalen Flug- und Schiffsverkehrs werden im Treibhausgasinventar zwar ausgewiesen, in Übereinstimmung mit der Klimakonvention der Vereinten Nationen aber nicht im nationalen Emissionstotal aufgeführt.

Definitionen

CO2-Äquivalente
Emissionen anderer Treibhausgase als CO2 (CH4, N2O, HFKW, PFKW, SF6 und NF3) werden zur besseren Vergleichbarkeit entsprechend ihrem globalen Erwärmungspotenzial (GWP, Global Warming Potential ) in CO2-Äquivalente umgerechnet; 1 kg CH4 entspricht 25 kg CO2, 1 kg N2O entspricht 298 kg CO2.

Treibhauseffekt
Der Treibhauseffekt entsteht durch verschiedene Gase in der Atmosphäre (Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan, Lachgas, usw.), die einen Teil der von der Erde ausgehenden Wärmestrahlung wieder reflektieren. Eine Erhöhung der Konzentration solcher Treibhausgase führt zu einer Erwärmung der Atmosphäre.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

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