Legislaturindikator: Staubelastung auf dem Nationalstrassennetz


Auszug aus dem Legislaturziel 7: Im Bereich der Verkehrsinfrastruktur erhöht sich die Beanspruchung insbesondere aufgrund der steigenden Bevölkerungszahlen und der wachsenden Mobilität. Der öffentliche Verkehr und das Nationalstrassennetz müssen modernisiert und punktuell ausgebaut werden. […] Ferner ist eine effizientere Nutzung durch eine über den Tag gleichmässigere Auslastung der Infrastrukturen anzustreben.

Bedeutung des Indikators: Funktionierende und sichere Nationalstrassen sind für die Schweiz von wirtschaftlicher Bedeutung. Eine intensive Beanspruchung der Verkehrsinfrastruktur kann zu Staus führen, wobei ein gewisses Mass an Stau allerdings nicht zu vermeiden ist. Gibt es zu oft und zu lange Staus, ist die Funktionsfähigkeit der Nationalstrasse gestört und die Wartezeiten verursachen wirtschaftliche Kosten. Zu den Stauursachen gehören Verkehrsüberlastungen, Unfälle und Baustellen, wobei die Verkehrsüberlastungen die häufigste Ursache darstellen.
Der Indikator zeigt die Anzahl der Staustunden auf den Nationalstrassen aufgrund von Verkehrsüberlastungen. Die Staustunden wegen Unfällen, Baustellen und anderen Ursachen blieben nahezu konstant und werden deshalb nicht betrachtet.

Quantifizierbares Ziel: Mit dem Programm zur Engpassbeseitigung sollen die gravierendsten Engpässe auf dem Nationalstrassennetz beseitigt werden, damit der Verkehrsfluss trotz Zunahme des Verkehrsvolumens auch in Zukunft nach Möglichkeit gewährleistet bleibt. Parallel zu den baulichen Erweiterungsmassnahmen werden auch Verkehrsmanagementmassnahmen wie die Umnutzung von Pannenstreifen umgesetzt.

Kommentar

Die Anzahl Staustunden wegen Verkehrsüberlastung erhöhte sich in den 1990er Jahren und stabilisierte sich zwischen 2002 und 2009. Seit 2010 nahmen die Staustunden wegen Verkehrsüberlastungen wieder zu. 2017 stiegen sie auf 22 949 Stunden, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme um rund 8,2% respektive 1738 Stunden entspricht (2015-2016: +6,2%). Die baustellen- und unfallbedingten Staus haben in der gleichen Periode insgesamt abgenommen.

89% aller registrierten Staustunden sind auf Verkehrsüberlastungen zurückzuführen, die restlichen auf Baustellen und Unfälle. Die Verkehrsüberlastungen bilden sich meist auf relativ kurzen Abschnitten im Bereich der grossen Agglomerationen. Die Zunahme der Staustunden seit 2008 kann zum Teil auf verbesserte technische Mittel für die Erfassung der Staus auf den Nationalstrassen zurückgeführt werden. Inwieweit die Steigerung auf zusätzliche Verkehrsbehinderungen zurückzuführen ist, kann nicht abschliessend beurteilt werden.

Staus führen zu Zeitverlusten, die mit volkswirtschaftlichen Kosten verbunden sind. Für die Nationalstrassen wurden die Stauzeitkosten für 2010 auf 670 Millionen Franken geschätzt und stiegen bis 2017 auf 928 Millionen Franken an.

Der Verkehr auf den Nationalstrassen nimmt von Jahr zu Jahr zu. 2017 wurden auf den Nationalstrassen 27 680 Millionen Fahrzeugkilometer zurückgelegt, 2,4% mehr als im Vorjahr. 40,9% der gesamten Fahrleistung des Motorfahrzeugverkehrs und 70,1% des schweren Güterverkehrs wurden 2016 auf den Nationalstrassen abgewickelt, wobei diese nur rund 2,5% des gesamten Strassennetzes ausmachen.


Tabellen

Methodologie

Von Stau wird gesprochen, wenn:

  • auf Hochleistungs- oder Hauptstrassen ausserorts die Fahrzeuggeschwindigkeit während mindestens einer Minute unter 10 km/h liegt und es häufig zum Stillstand kommt.
  • auf Hauptstrassen innerorts bei Knoten oder Engpässen die Wartezeit mindestens 5 Minuten beträgt.

Stockender Verkehr ergibt sich, wenn:

  • ausserorts die stark reduzierte Fahrzeuggeschwindigkeit während mindestens einer Minute unter 30 km/h liegt und/oder es teilweise zu kurzem Stillstand kommt.

Im Bericht des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) werden beide erfassten Zustände (Stau und stockender Verkehr) als „Stau“ bezeichnet, da die für eine genaue Unterscheidung notwendigen Verkehrs- und Geschwindigkeitsdaten heute noch nicht verfügbar sind. Die Staudaten basieren vollumfänglich auf den Verkehrsmeldungen der Viasuisse. Die Qualität der Aussagen zur Entwicklung der Staustunden steht und fällt mit der Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Meldungen. Es besteht keine Gewähr dafür, dass sämtliche Staus erfasst sind.  

Die Daten zur Staubelastung werden jährlich vom ASTRA im Bericht „Verkehrsentwicklung und Verfügbarkeit der Nationalstrassen“ publiziert.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/alle-indikatoren/leitline-1-wohlstand/staubelastung-nationalstrassennetz.html