Legislaturindikator: Nahrungsmittelproduktion


Auszug aus dem Legislaturziel 2: Durch eine nachhaltige und auf den Markt ausgerichtete Produktion soll die Landwirtschaft einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Versorgung der Bevölkerung, zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, zur Pflege der Kulturlandschaft sowie zur polyzentrischen Besiedelung des Landes leisten.

Bedeutung des Indikators: Die Landwirtschaft hat laut Verfassung durch eine nachhaltige und auf den Markt ausgerichtete Produktion einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Versorgung der Bevölkerung zu leisten. Als Massstab für die Nahrungsmittelproduktion wird die verwertbare Energie der Agrarprodukte verwendet, die im Inland hergestellt wurden (brutto, gemessen in Terajoule, TJ). Der Indikator erlaubt keine Aussagen über die Qualität der produzierten Nahrungsmittel.  

Quantifizierbares Ziel: Die einheimische Nahrungsmittelproduktion (in Terajoule, TJ) steigt gegenüber den Durchschnittswerten der Periode 2008–2010 leicht an.

Kommentar

Die Bruttoproduktion von Nahrungsmitteln schwankt seit 1990 über die Jahre und lag im Jahr 2016 bei 21 871 Terajoule. Die klimatischen und topografischen Bedingungen in der Schweiz ermöglichen es, einen grossen Anteil des Verbrauchs von Milch, Milchprodukten, Butter, Fleisch, Kartoffeln und Zucker im Inland zu produzieren. Bei Getreide, Gemüse und Obst ist der Anteil hingegen wesentlich tiefer. Sehr gering ist der Anteil beispielsweise bei Hülsenfrüchten und Fisch, diese Nahrungsmittel müssen zum grössten Teil importiert werden. Bei den tierischen Erzeugnissen beruht die Bruttoproduktion auch auf importierten Futtermitteln. Für die Inlandproduktion netto wird bei der tierischen Produktion daher nur jener Anteil berücksichtigt, der mit inländischen Futtermitteln produziert wurde. Die gesamte Inlandproduktion betrug 2016 netto 18 810 Terajoule.

Wird die gesamte Inlandproduktion im Verhältnis zum inländischen Gesamtverbrauch an Nahrungsmitteln betrachtet, ergibt das den Selbstversorgungsgrad der Schweiz. 2016 betrug der Selbstversorgungsgrad brutto 56% und der Selbstversorgungsgrad netto 48%. Am höchsten waren die Versorgungsgrade bei tierischen Erzeugnissen, insbesondere bei Milch und Milchprodukten.

Damit die Landwirtschaft Lebensmittel produzieren kann, ist sie auf landwirtschaftliche Flächen angewiesen. 2017 umfasste die landwirtschaftliche Nutzfläche gut eine Million Hektaren und bestand mehrheitlich aus Grünflächen (70%) sowie aus Getreidekulturen (14%). Die landwirtschaftliche Nutzfläche ist abnehmend.

In der Landwirtschaft ist Stickstoff ein wichtiger Nährstoff, der weitgehend den erzielbaren Pflanzenertrag bestimmt. Die Stickstoffeffizienz zeigt, wie viel der eingesetzten Stickstoffmenge in der landwirtschaftlichen Produktion durch die Pflanzen genutzt wird und somit nicht als Schadstoff in die Luft oder in Gewässer gelangt. Sie konnte zwischen 1990 und 2016 von gut 23% auf 30% verbessert werden.


Tabellen

Methodologie

Die einheimische Nahrungsmittelproduktion der Landwirtschaft wird als Bruttoproduktion in Terajoule ausgewiesen. Brutto bedeutet, dass in den Zahlen auch die Nahrungsmittelproduktion enthalten ist, welche aufgrund importierter Futtermittel hergestellt wurde.

Der Selbstversorgungsgrad wird definiert als Anteil der Inlandproduktion am inländischen Gesamtverbrauch. Beim Selbstversorgungsgrad netto wird nur jener Anteil der Inlandproduktion berücksichtigt, der mit inländischen Futtermitteln produziert wurde.  

Der Indikator Nahrungsmittelproduktion wird jährlich vom Schweizer Bauernverband (SBV) erhoben und in „Statistische Erhebungen und Schätzungen über Landwirtschaft und Ernährung“ sowie auf der Internetseite des SBV publiziert. Die Methode zur Bilanzierung der Nahrungsmittel wurde im Jahr 2008 grundlegend revidiert, was zu einem Bruch in der Zeitreihe führt. Werte nach der alten Berechnungsmethode sind bis 2010 vorhanden, Werte nach der revidierten Methode sind ab 2007 erhältlich.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

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https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/alle-indikatoren/leitline-1-wohlstand/nahrungmittelproduktion.html